1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Ende mit einem Gottesdienst und Fest in Altenstadt

Erstellt:

Kommentare

cwo_JWNdekanatsaufloesung_4c
Abschied von Dekanatsreferent Norbert Albert (2. v. l.) nehmen der ehemalige Dekan Wolfram Schmidt (l.) und die Dekanatsratsvorsitzende Silke Kettermann (3. v. l.) sowie Vertreterinnen kirchlicher Einrichtungen. © Jürgen W. Niehoff

43 Jahre lang kümmerte man sich im katholischen Dekanat Wetterau-Ost um neun Diaspora-Gemeinden. Nun endet diese Zeit und man dankt einem engagierten Arbeiter dieser Zeit: Norbert Albert.

Altenstadt (jwn). Die massenhaften Austritte in den vergangenen Jahren haben in der katholischen Kirche zu größeren Veränderungen geführt. Eine Auswirkung zeigte sich jetzt in der Auflösung des Dekanats Wetterau-Ost. Am Donnerstagabend hatte die Dekanatsleitung deshalb zu einem letzten Dekanatsfest nach Altenstadt in die Kirche der St.-Andreas- Pfarrei geladen.

Nachdem man den letzten Dekan, Pfarrer Wolfram Schmidt, bereits Ende vergangenen Jahres verabschiedete, und der Ende Januar als Pfarradministrator nach Hanau wechselte, galt es nun, Dekanatsreferent Norbert Albert zu verabschieden, der das Dekanat in den letzten Monaten an Schmidts Stelle geleitet hatte. Kein Dekanat heißt auch keine Dekanatsreferenten.

Engagierter Dekanatsarbeiter

Sowohl Schmidt, der an diesem Abend noch einmal den Gottesdienst leitete, als auch Albert, der seit Gründung des Dekanats in ihm viele Ämter bekleidete, blickten in ihren Ansprachen zurück. Schmidt beschrieb sein Amt als verlängertem Arm des Bischofs und dabei als Deckel, der das Dekanat nach oben hin abschließe. Viel wichtiger als der Deckel sei jedoch der Inhalt, und da habe Norbert Albert eine ganz wesentliche Rolle gespielt. Denn das Dekanat Wetterau-Ost habe sich als wahre Diaspora und frei von jeglichen Traditionen gezeigt. Ein ideales Terrain für Menschen, die etwas bewirken wollen.

Und als Albert anschließend auszugsweise von seiner Tätigkeiten berichtete, war den rund 150 Gottesdienstbesuchern klar, dass dies keine leeren Worte waren. Da war von Jugendarbeit, Lehrtätigkeit an Schulen, von großem Engagement in den Dekanatsgruppenarbeiten, von Gemeindearbeit bis zur Seelsorge oder Verwaltungstätigkeit alles vertreten. »Albert hatte hier im Dekanat Wetterau-Ost einen Handlungsfreiraum vorgefunden, den er zugunsten des Dekanats voll ausgefüllt und mit Leben erfüllt hat«, lobte Schmidt. Auch Albert selbst zeigte sich mit dem Erreichten zufrieden. Neben dem karitativen Handeln und der Feier des Gottesdienstes habe er die Schwerpunkte seiner Arbeit stets in den Bereichen Jugend, Schule und Familie gesehen. Deshalb dankte er in seiner bescheidenen Art vor allem den Menschen, die seinen Lebensweg in den vergangenen Jahrzehnten gekreuzt und ihm dabei viele neue Impulse gegeben hätten.

Um diese Vielfalt zu verdeutlichen, beschrieben 15 Mitglieder unterschiedlicher Pfarrgemeinden und Arbeitsgruppen kurz ihre Erinnerungen an das Zusammenwirken mit ihm. Alle kamen zum fast gleichlautenden Ergebnis: »Norbert Albert war ein wahrer Schaffer und ist nur schwer ersetzbar.«

Wie geht es jetzt weiter?

»Jedem Ende folgt ein neuer Anfang. Bei uns wird es der pastorale Weg sein, der uns in den sogenannten neuen Pastoralraum führen wird«, kündigte Dekanatsratsvorsitzende Silke Kettermann wenig später an. Das bisherige Dekanat, das sich erst 1979 gründete, reicht von Schotten im Norden und Wölfersheim im Westen bis Altenstadt im Süden. Durch die Umstrukturierung fallen nun die Gemeinden Florstadt, Dorn-Assenheim und Reichelsheim weg. Das Dekanat hatte bisher neun Pfarreien. Doch weil immer weniger Menschen in die Kirche gingen, kündigte der Mainzer Bischof schon vor drei Jahren für sein Bistum weitreichende Änderungen an. Er leitete eine Umstrukturierung in der Diözese mit seinen 20 Dekanaten ein, zu der auch das Dekanat Wetterau-Ost zählt. Mit dem 1. Juli beginnt nun die neue Phase, der pastoralen Räume. Norbert Albert wird beim Übergang noch eine Zeit mithelfen. Seine Nachfolge im neuen Pastoralraum Oberhessen hat Karl-Heinz Stein schon angetreten.

Auch interessant

Kommentare