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Entdecken und genießen bei Niddas Nacht der Museen

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Als Ehrerbietung und Erinnerung an die deportierten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten die Büdinger Danze-Liut außer ihrem üblichen Repertoire auch den israelischen Tanz »Ma Navu« mitgebracht. Dessen Liedtext kündigt Frieden und Versöhnung unter den Völkern an. © Ingeborg Schneider

Abstecher in Niddas Unterwelt oder seine Vergangenheit, aber auch kulinarische Ausflüge und interessante Angebote: Niddaes Nacht der Museen bot ihren Besucherinnen und Besuchern einiges.

S ie war gut besucht, die erste Niddaer Nacht der Museen seit vier Jahren. Doch entstand nirgendwo Gedränge - was auch am parallel stattfindenden Gederner Seefest gelegen haben mag. So lautet die erste Einschätzung von Museen, Gewerbe und Gästen nach einem stimmungsvollen, lauen Sommerabend voller Gelegenheiten zum Genießen und Entdecken.

Neben dem Heimatmuseum, dem jüdischen Museum und dem Feuerwehrmuseum im historischen Spritzenhaus hatte der Gewerbeverein bereits ab 17 Uhr zum Einkaufsbummel eingeladen. Es gab Führungen durch den Johanniterturm und die »Niddaer Unterwelt« am Beundehang. Alle Institutionen und Geschäfte investierten viel Kreativität, um Besucherinnen und Besucher sowie Kundinnen und Kunden jeden Alters mit attraktiven Angeboten zu verwöhnen. So hielt das Team des Heimatmuseums Bastelangebote für Kinder bereit, Sharon Rieck führte durch die Schätze des jüdischen Museums und berichtete anschaulich vom einstigen Alltag des jüdischen Gemeinde. Gleichzeitig ließ Marlon Reiber am Johanniterturm die bis ins frühe Mittelalter zurückreichende Geschichte der Stadt lebendig werden. Ebenfalls im Johanniterpark verzauberte der Büdinger Instrumentenbauer und Musiker Axel Gladrow mit leisen Harfenklängen, während die Büdinger Danze-Liut die am Turm wartenden Gäste mit Tänzen des Mittelalters und der Renaissance unterhielten.

»Man muss vielleicht ein wenig mehr suchen als vor vier Jahren«, mutmaßte eine Gruppe fröhlich feiernder Gäste aus Ranstadt vor der Gaststätte »Zur Traube«. »Damals sind einem etwas mehr Stände und Livebands direkt ins Auge gesprungen. Aber das, was wir entdeckt haben, war toll, einschließlich der Ausstellung historischer Feuerwehrfahrzeuge hier auf dem Marktplatz!« So lautete die einhellige Meinung, während die Männer in der Runde auf ihre vollen Einkaufstüten verwiesen und betonten, sie hätten bei weitem mehr eingekauft als ihre Frauen.

Führungen in

die Unterwelt

Entspannung auch in der Privatrösterei Philipp. Dort hatten Sandra und Ralf Philipp im eigenen Haus wie auch in der Umgebung einen kontinuierlichen Besucherstrom verzeichnet. »Bei uns waren natürlich auch die Führungen durch die Gewölbekeller im Beundehang am Gästeaufkommen beteiligt«, stellte das Ehepaar fest, das in seinen Räumen selbst Einblick in den ehemaligen Brunnen der Brauerei Gambrinus gewährt. »Unsere Nachbarin Sofia Storck hat unermüdlich Führungen durch die ›Unterwelt‹ angeboten - bis schließlich das letzte dort aufgestellte Teelicht erlosch.«

Noch weit nach dem Veranstaltungsschluss um 23 Uhr feierte das Pächtertrio der neuen Musikkneipe »Yellow Moon« mit Livemusik und vielen Gästen eine inoffizielle Eröffnungsparty. »Eigentlich geht es ja erst am 27. August um 18 Uhr bei uns los - aber wir freuen uns sehr, dass schon heute so viele gekommen sind«, sagten Uli Brüller, Thomas Deubel und André Bouvier sowie Hausbesitzer Clemens Hilger. Unter den Besuchern der neuen Nachbarschaftskneipe: Ein tiefenentspannter Hans-Peter Seum mit Gattin Tina, der seine erste Nacht der Museen als Bürgermeister im Ruhestand sichtlich genoss.

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Fotos, Alltags- und Kultgegenstände im jüdischen Museum wecken Erinnerungen und viele Fragen bei den Besucherinnen und Besuchern. © Ingeborg Schneider
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Das neue Pächtertrio der Musik-Kneipe »Yellow Moon« in der Mühlgasse gibt seinen Einstand als Hausband (v.l.: André Bouvier, Thomas Deubel und Uli Brüller). © Ingeborg Schneider

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