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Erste Personen in Niddaer Notunterkunft

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Von: red Redaktion

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Ein erster Bus mit Personen aus der Ukraine erreichte Dienstagabend die Notunterkunft in Nidda. Auf dem Symbolbild sind Kriegsflüchtlinge zu sehen, die vor dem Hamburger Amt für Migration warten, um sich registrieren zu lassen. SYMBOLBILD: IMAGO/HANNO BODE © pv

Die ersten Geflüchteten bezogen gestern Abend um 18 Uhr ihr vorläufiges Quartier. Landrat Jan Weckler weist darauf hin, dass die Kommunen bei der Unterbringung helfen müssen.

Nidda (red). Am vergangenen Samstag wurde die Notunterkunft in Nidda für geflüchtete Menschen aus der Ukraine fertiggestellt. Für den heutigen Dienstagnachmittag sind die ersten 300 Personen angekün-digt. Gegen 18 Uhr kam ein erster Bus mit Personen in Nidda an.

Nach einigen Tagen in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (EAEH), werden die Flüchtlinge hessenweit an Landkreise und kreisfreie Städte zugewiesen. Da bereits vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine die Flüchtlingszuweisungen aus anderen Krisengebieten wieder deutlich stiegen, sind bei der Unterbringung der Kriegsflüchtlinge nun auch die Städte und Gemeinden gefragt. Darüber informierte Landrat Jan Weckler heute die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in einer Telefonkonferenz.

Wöchentlich etwa 120 Zuweisungen

Am vergangenen Freitag erfuhr Landrat Jan Weckler aus dem Innen- und dem Sozialministerium, dass sich die Flüchtlingszuweisungen durch das Land ab der elften Kalenderwoche um fast das Sechsfache erhöhen werden. »Wir müssen davon ausgehen, dass dem Kreis wöchentlich mindestens 120 Menschen zugewiesen werden. Vor einem Jahr waren es noch fünf bis zehn. Der Wetteraukreis kann das alleine nicht stemmen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Land auch eine weitere Steigerung der Zuweisung nicht ausschließen kann«, betont Weckler.

»Unsere Einheiten des Katastrophenschutzes und die Hilfsorganisationen sind nun an der Notunterkunft in Nidda gebunden, personell gibt es kaum noch Spielraum für den Kreis, weitere Standorte zu betreuen. Eine geordnete Unterbringung und Versorgung ausschließlich auf den Schultern des Wetteraukreises ist nicht mehr möglich«, sagte Weckler.

Nach Informationen aus dem Regierungspräsidium Gießen weist das Land den Landkreisen künftig wöchentlich zwei Personenkreise nach einer Quote gesplittet zu. Flüchtlinge aus den weltweiten Krisengebieten und getrennt davon Flüchtlinge aus der Ukraine, einschließlich ausländische Personen, die in der Ukraine studierten oder arbeiteten und vor dem Krieg fliehen mussten.

»Für die Geflüchteten aus allen anderen Krisengebieten wollen wir als Wetteraukreis in der unmittelbaren Verantwortung für Unterbringung und Betreuung bleiben«, teilte Weckler mit. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die aus einer EAEH kommen, wird der Kreis ab sofort nach Quote den Städten und Gemeinden zuweisen.

Kommunen sind die Ansprechpartner

Weil es in Friedberg, Büdingen und jetzt auch in Nidda bereits eine Erstaufnahmeeinrichtung gibt, werden diese drei Städte bei der Zuweisungsquote durch den Kreis um zwei Drittel entlastet.

Für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine werden nun künftig die Kommunen Ansprechpartner sein. Der Wetteraukreis unterstütze, wo es möglich ist. Bereits seit Anfang März ist auf der Homepage des Wetteraukreises die »Wohnungsbörse Ukraine« freigeschaltet, die auch rege genutzt wird. »Wir werden diese Plattform weiterhin offen halten und die Kommunen täglich über neue Meldungen informieren, die dann direkt geeigneten Wohnraum vermitteln können«, sicherte Weck-ler zu. Wer zur Sicherstellung des Lebensunterhalts Ansprüche auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) hat, muss dazu einen Antrag stellen. »Wir ha-ben uns zu einem stark verkürzten Antrag und Antrags-verfahren entschieden. Parallel zur Meldung beim Einwohnermeldeamt der betreffenden Kommune kann direkt auch der Antrag auf Leistungen aufgenommen werden«, sagte Weckler.

»Die derzeitige Situation erfordert das Engagement von uns allen, daher sind nun auch die Städte und Gemein-den gefragt.« Sein Dank gehe an die Rathauschefs, die angesichts der humanitären Notlage mit großer Bereitschaft zur Unterstützung reagiert hätten. »Die Wetterau steht hier zusammen, um den Flüchtlingen aus der Ukraine zu helfen«.

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