1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

»Es geht immer um Liebe«: Die Matzsingers begeistern mit A-cappella-Konzert

Erstellt:

Kommentare

rueg_herrnhaag_matzsinge_4c_1
Die Matzsingers begeistern ihr Publikum auf dem Herrnhaag bei ihrem ersten Konzert seit über zwei Jahren. © Monika Eichenauer

Mit einem breit gefächerten Repertoire beeindrucken die Matzingers bei ihren A-cappella-Konzert auf dem Herrnhaag. Ihr erster öffentlicher Auftritt nach über zwei Jahren coronabedingter Zwangspause.

Das erste Konzert der Matzsingers nach über zwei Jahren ist ein voller Erfolg gewesen. Der Barocksaal im Grafenhaus des Herrnhaag bot dafür ein ausgezeichnetes Ambiente und war ausverkauft. Die rund 200 Gäste waren begeistert, und den fünf Sängern machte der erste Auftritt nach der pandemiebedingten Pause sichtlich Spaß.

Über ein Jahr lang konnten sie nicht zusammen proben. »Es ist keineswegs selbstverständlich, dass wir heute Abend hier zusammen sein können. Es freut uns riesig, mit Ihnen diesen Abend in diesem wunderbaren Raum zu genießen«, begrüßte Martin Peppler das Publikum.

Die Matzsingers, fünf gestandene Männer aus der Region um Nidda, mittlerweile Anfang 50 und alle in bürgerlichen Berufen tätig, sind verbunden durch die Freude an der Musik seit ihrer Jugend.

Musikalisches Repertoire beeindruckt

Insbesondere haben sie sich dem A-cappella-Gesang verschrieben, den sie schon seit 37 Jahren kultivieren. Das Ensemble hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur in der Region einen Namen gemacht, sondern auch national und international.

Peppler und Klaus Stefan Kaiser sind die Tenöre des Quintetts, Christoph Duchardt der Bass und Christian Renner, und Oliver Rühr singen in der Stimmlage Bariton, wobei Rühr zudem als Counter-Tenor zu hören ist.

Die bunt gefächerte Palette ihres Repertoires faszinierte das Publikum genauso wie die Präzision und Klarheit ihres gemeinsamen Gesangs und jeder einzelnen Stimme. Hinzu kommt ihre Originalität in der Interpretation so manchen Stückes.

Ihre Vielfalt reicht vom Madrigal über das sehnsuchtsvolle Volkslied bis hin zum Oldie und zum Pop. Die kurzen Moderationen waren humorvoll geprägt und oft, wie auch so mancher Song, von einem Augenzwinkern begleitet.

Beherrschende Themen der Romantik

Seinen Auftakt nahm das Konzert mit einem Madrigal von 1607. »Es ist damit älter als dieses Gebäude hier«. Nach weiteren Liedern aus dieser Zeit machten die Sänger einen Sprung in die Romantik. »Es geht immer um die Liebe«, enthüllte Duchardt verschmitzt den Inhalt ihrer meisten Stücke.

Das Motiv Sehnsucht nach der Liebsten oder nach der Ferne war ebenso ein Thema der Romantik, dem sich das Quintett widmete. »Umgekehrt gab es aber auch den sehnsuchtsvollen Blick zurück nach der Heimat«, schilderte Peppler »oder wie man auf gut oberhessisch sagt: Die beste Stecke schneit‹ mer oh de nächste Hecke«, womit er wieder einen Lacher erntete.

So kam es, dass bei Friedrich Silchers altem Volkslied »Nun leb‹ wohl, du kleine Gasse, nun ade, du stilles Dach! … Andre Mädchen, andre Städtchen, o wie gerne kehrt ich um«, der eine oder andere Zuhörer lautlos mitsang.

Augenzwinkernde Moderation

Dann ging’s mit dem gefühlvollen Shanty »Oh Shanandoah« aufs Schiff Richtung Missouri und bis hin zu den Capri-Fischern, dem bekannten Schlager-Oldie, zu dem Duchardt so manche Anekdote im Laufe der Zeit, in der sie ihn in ihr Repertoire aufgenommen haben, zu berichten wusste.

Zum Gesang für »Bella, bella Marie« kamen unterhaltsame Zwischentöne und eine vielfältige, allerdings rein »mündliche« Instrumentalbegleitung. Die erstaunte auch immer wieder bei anderen Songs.

Für die Ansage mit Augenzwinkern: »Zu Recht nehmen die Frauen den größten Raum in unseren Konzerten ein, aber ab und zu müssen wir auch an uns Männer denken«, gab’s geschlechterübergreifenden Beifall. Die Gäste erfreuten sich anschließend am »Bel Ami« und am »Schönen Gigolo«.

Kniefall zum Hochzeitstag

In Richtung Rock und Pop ging es mit einem Song der Band »Coldplay« aus dem Jahr 2008 und mit Titeln aus den 1970er bis 1990er Jahren. Selbst dieses Musik-Genre können die fünf Männer richtig gut als A-cappella-Gesang interpretieren.

Dabei hatten einzelne Ensemble-Mitglieder berührende Soli. Darunter waren auch »Time after Time« und »Ain’t no sunshine when she’s gone« genauso wie »Mad world«, »denn es ist eine verrückte Zeit, in der wir gerade leben und wie wir es uns bis vor Kurzem noch nicht haben vorstellen können«, verdeutlichte Martin Peppler.

Zum Abschluss dankte Duchardt den Freunden des Herrnhaag, »dass wir in diesem schönen Saal singen dürfen« und für die Bewirtung der Gäste und ebenso dem Publikum, das das Quintett erst nach zwei Zugaben gehen ließ - wobei die zweite unglaublich berührend war, denn Duchardt, der an diesem Tag 24. Hochzeitstag mit Ehefrau Heike hatte, kniete mit dem Klassiker »All I have to do is dream« von den Everly Brothers vor seiner Frau, umringt von den vier anderen Matzsingers.

Auch interessant

Kommentare