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Fahren für den Frieden

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Dekan Volkhard Guth beim Biker-Gottesdienst. © Stephan Lutz

Florstadt (lu) Strahlender Sonnenschein beim fünften »Florstädter Anlassen« am Samstag: Die Kooperation aus »Florstadt kulturell«, der Kirchengemeinde und den Bembel-Brüder-Bikern ist mit einem besonderen Gottesdienst von Dekan Volkhard Guth gestartet.

Die anschließende gemeinsame Ausfahrt in die neue Motorradsaison stellten die Teilnehmer angesichts der Situation in der Ukraine unter das Motto »Fahren für Frieden«. Über 50 Teilnehmer, darunter Bürgermeister Herbert Unger, zählte der Gottesdienst, der standesgemäß mit dem Lied »Born To Be Wild« von Steppenwolf begann. Die Biker und ihr Anhang hatten sich im Hof vor der Kirche im Schatten aufgestellt. Dort erfreuten sie sich an einem mit Motorradutensilien dekorierten Altar, der zudem von einer »Streetfighter« gekrönt wurde - das umgebaute Motorrad hatte Werner Zimmer zur Verfügung gestellt. Guth, der sich bereits vor Jahren als Biker »geoutet« hatte, war einmal mehr mit Herzblut bei der Sache.

Die Tour führte von Nieder-Florstadt über Ober-Mockstadt, Dauernheim und Echzell nach Wölfersheim, ehe die Rückfahrt über Melbach, Reichelsheim und Staden angetreten wurde. Als Ziel war der Biergarten der Rathausschänke in Nieder-Florstadt ausgegeben worden, wo man bei Wasser, Spezi und Apfelschorle den Abschluss mit Gesprächen und Fachsimpeleien gestaltete.

»Wir unterhalten uns über TÜV-Besuche, planen neue Touren und erinnern uns mit Vorliebe an den ›Scheißdreck‹ von früher«, brachte es Manfred Stübing, Präsident der Bembel-Biker auf dem Punkt. Diese sind eine lockere Zusammenkunft von Motorradfahrern, die ihren Ursprung im Carnevalsclub »Die Niddageister« fanden, derzeit acht aktive Biker zählen und jedes Jahr eine Mehrtagesfahrt unternehmen. Für die Biker war es bereits die fünfte Anlassen-Veranstaltung gemeinsam mit der Kirchengemeinde Nieder-Florstadt und »Florstadt kulturell«.

Weltgeschehen thematisiert

Die Kulturbeauftragte Florstadts, Karola Backes-Richter, legte Wert darauf, die Saisonauftakt-Tour als »Fahrt für den Frieden in Europa« zu überschreiben. Auch Guth thematisierte den »Angriffskrieg des KGB-Fossils« in einer Zeit, in der sich die Welt eigentlich um das Klima kümmern wollte. Er verglich den unrunden Lauf eines Motorrades wegen schlecht synchronisierter Vergaser - wie einst bei seiner Moto Guzzi - mit dem aktuellen Weltgeschehen: »Es läuft nicht rund«. Er sprach von der Angst vor dem, was sich da vor uns aufbaut und erinnerte daran, dass sich bei der Pandemie bereits gezeigt hatte, wie dünn das Eis der Solidarität ist. Deshalb fahre man für den Frieden in Europa. Guth: »Fühlt die Freiheit und seid euch der Gefahr bewusst.«

Nach dem »Vaterunser« und dem Segen folgten die Fürbitten und gemeinsamer Gesang mit einem angepassten Text auf »Und bis wir uns wieder sehen«. Zum Abschluss brachte Guth die Idee an, im Herbst, zum Ende der Motorradsaison, eine ähnliche Veranstaltung zu machen - dies kam gut an. Die Veranstalter des Anlassens dankten Melanie Ruhrmann-Petri, die den Gottesdienst mit Liedern wie »Somewhere Over The Rainbow«, der Friedensbotschaft »Imagine« und dem Wohlfühlsong »Feeling Good« bereicherte.

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Die Biker beim fünften »Florstädter Anlassen«. © Stephan Lutz

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