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Fasching, Geburtstag und Hochzeit in einem

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44 Jahre Gederner Carnevalsclub mit Piratenbeteiligung. © Ingeborg Schneider

44 Jahre Gederner Carneval-Club - der Geburtstag bot alles, was sich die Narren wünschen konnten. Als Dreingabe: ein Hochzeitspaar, das ziemlich ungläubig dreinguckte. Das hatte seinen Grund.

Es war ein närrischer Geburtstag mit allem, was dazu gehört: ausgelassene Stimmung und Feuerzeug-Momente, Tanz und Musik, Kölscher Karneval aus hessischen Kehlen und dazu ein frisch getrautes Paar, das seinen Augen kaum traute angesichts dieser unverhofften öffentlichen Hochzeitsparty, die sich im Schlosshof entfaltete. »44 Jahre Gederner Carneval-Club« - dieser Abend wird mit Sicherheit in die Vereinsgeschichte eingehen als das wohl am meisten ersehnte und erhoffte Ereignis nach zwei Jahren Pandemie.

Endlich wieder ein Einmarsch

Schon die süße Mini-Garde im Piratenlook unter der Leitung von Birgit Löffler und Anke Hack und die aus Großer Garde und Prinzengarde kombinierte jugendliche Tanzformation ließen bei ihrem Einzug einige Narren bei allen Helau- und Jubelrufen regelrecht ein paar Freudentränchen verdrücken. Kein Wunder, mussten Groß und Klein doch auf zwei Kampagnen verzichten. »Man traut es sich ja kaum mehr zu sagen: ›Einmarsch, bitte!‹" stellte auch die neue GCC-Vorsitzende Christine Pohl und ihr Stellvertreter Sascha Heerd fest. Zwischen den beiden Tanzdarbietungen verabschiedeten sie mit herzlichen Dankesworten für jahrzehntelange Arbeit im GCC und der Hoffnung auf weitere Unterstützung die verdienten Mitglieder Thomas Diehl, langjähriger Sitzungspräsident, Martin Demantke als Vorsitzenden, Birgit Löffler als Urgestein der Weiberfastnacht und der Jugendarbeit, in der auch Tina Montanara unverzichtbar war, sowie Susanne Meier als Schriftführerin.

Danach hieß es »Bühne frei« für die aus Hessen stammende Band »Hey Kölle«, die sich konsequent dem rheinischen Frohsinn verschrieben und in Gedern bereits für Furore gesorgt hat. Die hier anwesenden vier Mannen um Leadsänger Alexander Schadt - Markus Laue (Keyboard, Gesang), Mathias Remmel (Gitarre, Gesang), René Happel (Schlagzeug) und Dieter Happel (Bass, Gesang) - ließen die Stimmung auf Anhieb hochkochen und sorgten mit Songs von Brings, den Höhnern, BAP, Bläck Fööss, Klüngelköpp, Domstürmer, Boore, Kasalla und Cat Ballou für die Partylaune, die der GCC sich erhofft hatte. Zwischen dem Titelsong »Hey Kölle«, »Alles, was ich will«, »Wir kumme mit alle Mann vorbei«, »Steh auf, mach laut« und »Rut sinn die Rusen« blieb genügend Zeit für Publikumseinlagen, rasante Ausflüge in Richtung Rock mit »Smoke on the water« sowie ein Prosit »Op die Liebe, et Lävve un die Freiheit«.

Das mit dem Toast auf die Liebe ließ sich überraschend noch ausbauen: Ein Brautpaar, das sich in Köln kennengelernt hatte und lange gemeinsam dort lebte, hatte just an diesem Tag im Schloss geheiratet und feierte gemeinsam mit seiner Familie im Restaurant Schlosshotel.

Als gebürtige Kölnerin erkannte die Braut, Nikki Spreng, natürlich sofort die beliebten Melodien ihrer Heimat, die vor der Tür erklangen, und zog ihren Bräutigam Florian Spreng samt beider Familien auf den Schlosshof. Dort wurden die Frischvermählten von den Narren des GCC sofort mit grünen Laabhanse-Schal geschmückt und vor die Bühne gebracht.

Schenk ihr Dein ganzes Herz

Unter den spontan intonierten Klängen von »Schenk mir dein ganzes Herz« von den Höhnern und »Für die Iwigkeit« von den Räubern ließ die Band das Brautpaar hochleben, wagte der Bräutigam erneut den Kniefall vor seiner Braut, bekundete Leadsänger Alexander Schadt Gänsehaut-Gefühle (»So was erlebt man auch nicht alle Tage«) und ließen sich beide Familien in den Reigen der feiernden Narren hineinziehen.

Das Paar hatte das Schloss auf Empfehlung zu seinem Hochzeitsort erwählt und sonst keinerlei Bezug zu Gedern. Von der Party, die dann zu ihrer erweiterten Hochzeitsparty wurde, ahnten beide im Vorfeld nichts. So aber wurden diese herzerwärmenden Szenen rund um eine junge Liebe zum Sahnehäubchen auf eine gelungene närrische Geburtstagsparty.

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