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Feuerwehr-Einsatzfahrzeug in Büdingen nun auch offiziell im Dienst

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Übergabe an Stadt und postwendende Rückgabe an die Feuerwehr: Dank einer Erbschaft an Büdingens Feuerwehr konnte diese wichtige Ausrüstung anschaffen, unter anderem auch dieses Wechselladerfahrzeug, das Vorsitzender Thomas Appel, Wehrführer Riccardo Bortolotti und sein Stellvertreter Carsten Schmück (v. r.) an Bürgermeister Erich Spamer (im Fahrzeug) übergeben, der offiziell Chef der öffentlichen rechtlichen Feuerwehr ist und es gleich wieder an die Feuerwehr übergibt. © Monika Eichenauer

Durch ein großzügiges Erbe an Büdingens Feuerwehr konnte diese wichtige Ausrüstung anschaffen - auch ein neues Einsatzfahrzeug. Dieses ging nun offiziell in Dienst.

Das Wechselladerfahrzeug (WLF), das der Verein Freiwillige Feuerwehr Büdingen neben anderem feuerwehrtechnischem Gerät aus einer Erbschaft bereits vor zwei Jahren anschaffen konnte und das eigentlich beim Tag der Feuerwehr vorgestellt werden sollte, wurde jetzt offiziell an die Stadt übergeben - und dann von Bürgermeister Erich Spamer wieder zurück an die Feuerwehr.

Eine nicht alltägliche, aber sehr erfreuliche Nachricht bekam Thomas Appel, Vorsitzender des Fördervereins der Büdinger Feuerwehr, im Juli 2017 per Post vom Amtsgericht Büdingen. Aus diesem Schreiben ging hervor, dass eine Dame aus Büdingen ihr gesamtes Vermögen der Freiwilligen Feuerwehr der Kernstadt vererbt hatte. Es handelte sich um eine stattliche Summe: fast eine halbe Million Euro, die der baulichen und feuerwehrtechnischen Ausstattung der Kernstadtfeuerwehr zugute kommen sollte. Das hatten Lydia Glock und ihr Mann, der vor ihr starb, testamentarisch bestimmt.

Notwendige Beschaffungen

Auch Büdingens Bürgermeister Erich Spamer hatte das Amtsgericht informiert. Als Rathauschef ist er auch Chef der öffentlichen rechtlichen Feuerwehr. »Also kamen zwei Erben infrage: auf der einen Seite die Stadt und auf der anderen Seite der Förderverein«, berichtete Thomas Appel. Rasch einigten sich die Verantwortlichen darauf, dass die Feuerwehr als Erbin den Willen der Erblasserin umsetzt. Die Wehrführung, zunächst noch mit dem im Juni 2018 plötzlich verstorbenen Wehrführer Horst Hofmeister, dann mit seinem Nachfolger Riccardo Bortolotti und dessen Stellvertreter Carsten Schmück, erarbeitete in mehreren Fachgremien der Brandschützer notwendige Beschaffungen. Diese bewilligte im Anschluss der Vorstand. Die Stadt und besonders Erich Spamer, ebenso wie Stadtbrandinspektor Stephan Naumann waren dabei stets eingebunden. Zum Schutz der Büdinger konnte man so Ausrüstung beschaffen, die insbesondere bei Hochwasserereignissen zum Einsatz kommt. Zudem machte man die Feuerwehr durch Geräte zur Bekämpfung von Bränden in Elektro-Autos und die Verbesserung der Ausrüstung für technische Hilfe und Brandbekämpfung fit für die Zukunft.

Die größten Anschaffungen aus dem Erbe Lydia Glocks waren aber das Wechselladerfahrzeug, ein Abrollbehälter-Mulde, ein Abrollbehälter-Logistik mit Hebebühne und ein Abrollbehälter-Sandsack.

Vorstellung war früher geplant

Offiziell vorstellen wollte man das Fahrzeug beim Tag der offenen Tür der Kernstadtwehr am 19. April 2020, der dann aufgrund der Coronapandemie abgesagt werden musste. Die Neuanschaffungen leisteten aber schon beim verherenden Hochwasser am 29. Januar 2021 gute Dienste - ebenso wie bei anderen Einsätzen. Da der Tag der Feuerwehr auch vergangenes Jahr ausfiel, war es jetzt am 28. Februar endlich soweit: Thomas Appel, übergab als Erbe das WLF mit dem Funkrufnamen Florian Büdingen 1-66 offiziell an Bürgermeister Erich Spamer. Dieser wiederum händigte den Fahrzeugschlüssel im Anschluss auch offiziell an Wehrführer Riccardo Bortolotti aus. Das dreiachsige Fahrzeug, Baujahr 2020, verfügt über ein Hakenliftsystem zum Transport der Abrollbehälter mit Ausrüstung und Geräten für vielfältige Aufgaben. An der Fahrerseite ist zudem an Erblasserin Lydia Glock erinnert.

Bei dieser Übergabe dankten Appel, Bortolotti und Schmück im Namen der Feuerwehr dem scheidenden Rathauschef für die langjährige gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit ihm und den städtischen Gremien und wünschten ihm alles Gute für seinen wohlverdienten Ruhestand. »Der Bedarf der Feuerwehr, um einen anforderungsgerechten Schutz sicherstellen zu können, wurden stets gehört und im Rahmen des Möglichen umgesetzt«, hob Appel hervor.

So fällt in Spamers Amtszeit unter anderem der Neubau und Umzug der Feuerwehr in das moderne Brandschutzzentrum im November 2011, die Ersatzbeschaffung der Drehleiter und eines Tanklöschfahrzeugs sowie die aufwendige Neubeschaffung der Schutzkleidung für alle 16 Stadtteilwehren. »Mit der hochwertigen Ausrüstung wurden die politisch Verantwortlichen ihrer Aufgabe gerecht, für die Sicherheit der Büdinger zu sorgen. Zudem brachte es die Wertschätzung der politischen Entscheidungsträger gegenüber den freiwilligen Brandschützern glaubwürdig zum Ausdruck«, formulierte es Appel.

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