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Flohmarkt Ober-Schmitten: Wie auf der Zeil

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Das Orgateam mit den kläglichen Resten des Kuchens nach einer gelungenen Premiere. © Maresch

Es herrschte ein Gewimmel bei der Premiere des Dorfflohmarkt in dem Niddaer Stadtteil. Vom ideenreichen Angebot bis zur Resonanz der Besucher war das Event ein voller Erfolg.

Die Initiatorinnen des 1. Ober-Schmittener Dorfflohmarktes, Diana Wagner, Anja Wirth, Sybille Thonig und Jana Schmollack-Zinnel, mussten zuerst einmal dicke Bretter bohren und einiges an Überzeugungsarbeit leisten, bis sie die Dorfgemeinschaft für die Veranstaltung gewonnen hatten. Auch die organisatorische Last-minute-Arbeit hatte es in sich: Sie beschrieben Paletten als Wegweiser und stellten sie an mehreren Punkten des Ortes auf, verteilten am Vorabend Luftballons an alle Anbieter und kleine beschriebene Papierherzen dazu: »Am Dorfflohmarkt bitte gut sichtbar aufhängen. Schön, dass Ihr dabei seid«.

Dann aber beteiligten sich fast alle Ortsvereine und mit den vielen Privaten waren es genau 50 Anbieter über den ganzen Ort verteilt. Die Standgebühren werden dem Kinderheim Harb zugute kommen.

30 Kuchen, 350 Waffel-Lollys

Das sonnige Wetter war günstig. »Die ersten Kunden kamen schon um 8 Uhr, als wir noch am Aufbauen waren«, berichtete Diana Wagner. An Ideen fehlt es den Ober-Schmittenern nicht. Um das Bürgerhaus herum war gewissermaßen das Schlaraffenland. Während sich Eltern und Großeltern stärkten, tobten sich die Kinder auf einer Hüpfburg aus. 30 Kuchen wurden gespendet, unter anderem von den Kindergarten-Eltern, und fanden ebenso starken Absatz wie Gegrilltes und Getränke. 350 Waffel-Lollys am Stil aus 17 Schüsseln Teig verkauften die Eltern der Josef Moufang-Schule, während ihre Kinder auf dem Schulhof ihren eigenen Flohmarkt mit Spielzeug und Büchern abhielten. Vom Kindertraktor bis zu Urgroßmutters Kreuzstichdecke, von der Lampe bis zum Fahrrad - die Auswahl war groß, ja, manchmal ungewöhnlich. 20 Festmeter Feuerholz, in einer übermannshohen Wand aufgestapelt und sauber in Bündel von je einem Festmeter zusammengefasst, bot Florian Appel an und die ganze Familie half am Stand. Denn es gab noch weit mehr: Joppen im Trachtenstil, Dekoratives wie Schützenscheiben, kleine Tierschädel, im Wald gesammelt, Tierpräparate, etwa eine Elster, einen Habicht mit ausgebreiteten Flügeln. Vater Arno Appel war gleich im Gespräch mit anderen Naturinteressierten. 48 Jahre lang war er im Revier Langd Jagdgehilfe gewesen. »Die Hege und die Ausbildung von Jagdhunden - das war meine Aufgabe. Das braucht manchmal viel Geduld. Ich hatte einen Hund, der nie Federwild apportieren wollte. Ob es Appel nicht schwerfalle, seine Jagderinnerungen wegzugeben, fragte ein Besucher, »Nein, einmal muss man einen klaren Schlussstrich ziehen.«

Den Platz für Neues schaffen

Der »Schlussstrich« fiel Martina Müller nicht so leicht. Sie bot in ihrem Hof Bilder, Spielzeug und viele Bücher an. Sie ist eine begeisterte Leserin, Sebastian Fitzek und Diana Gabaldon sind ihre derzeitigen Lieblingsautoren und eigentlich möchte sie alle Bücher behalten: »Aber man braucht ja auch Platz für Neues. Aber Bücher mit Erinnerungswert geb ich nicht weg, die sind nicht mit Gold zu bezahlen.«

Auch Initiativen mit sozialen Anliegen nutzten den Flohmarkt. Damen des Inner Wheel-Clubs verkauften modische Kleider, Schuhe, Schmuck und wollen schon beim nächsten Hofflohmarkt am ersten Juliwochenende in Diebach am Haag wieder mitmachen. Sie unterstützen unter anderem den Frauennotruf Nidda, die Selbsthilfegruppe »Nach Krebs«, die Jugendwerkstatt Herrnhaag und viele Institutionen mehr.

Obwohl ein wenig abgelegen im Wasserfallweg, fehlten es an den Ständen des Tierschutzvereins Samtpfötchen nicht an Kunden. Neben Flohmarkt-Üblichem hatte das zehnköpfige Team Thementische zusammengestellt: für den Muttertag allerlei Dekoratives. Weiterer Schwerpunkt war Tierbedarf. Sehr nachgefragt war das »Männerparadies«, ein Tisch mit Akkuschraubern, Werkzeugkoffern und vielem mehr. Samtpfötchen-Vorsitzende Sylvia Wittner nutzte die Kundengespräche, um neue gute Plätze für ihre Schützlinge zu finden.

Die vier Organisatorinnen gönnten sich am Abend am Kuchenstand mit spärlichen Resten eine Verschnaufpause: »Das brauchen wir alle jetzt wieder: unbeschwerte Sommerevents und unkomplizierte Kontakte«, lautete ihr Fazit.

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