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Benefizkonzert in Florstadt: »Haben ein Dach über dem Kopf«

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Von: Stephan Lutz

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Die Band »Skydream« und befreundete Musiker sorgen auch zum Abschluss des Benefizkonzerts für eine grandiose Stimmung auf und vor der Bühne. © Stephan Lutz

Mit einem Benefizkonzert ist am Freitagabend die Florstädter Kerb eröffnet worden. Drei Bands traten zugunsten der Ukraine-Hilfe auf.

Mit einem Benefizkonzert am Kerb-Freitag ist gleich doppelt ins Schwarze getroffen worden. Zum einem fand sich eine bestens gelaunte Kerbgesellschaft im Bürgerhaus ein, die zum anderen bei freiem Eintritt mit ihren Spenden die Ukraine-Hilfe unterstützte. Auf und vor der Bühne sorgten die Bands »Papedis«, »Free of Charge« und »Skydream« für eine grandiose Stimmung. »Wir hatten ein durchweg sensationelle Resonanz«, freute sich Hauptorganisator Andi Ruhrmann. »Wir können uns vorstellen, jedes Jahr ein solches Event zu absolvieren.«

Die Idee, etwas für den guten Zweck zu unternehmen, habe er schon lange gehabt, erzählte Ruhrmann. Als der Ukraine-Krieg begann, war der Verwendungszweck für ihn klar. Er habe zwar keinen persönlichen Bezug zur Ukraine. Allein die Tatsache aber, »dass nur wenige Tausend Kilometer von uns entfernt Familien auseinandergerissen werden und Väter, Brüder und Söhne für ihr Land in den Tod gehen«, sei unerträglich. Auch wir, sagte Ruhrmann weiter, müssten den Gürtel enger schnallen, »aber wir haben ein Dach über dem Kopf und sind keiner Todesgefahr ausgesetzt«.

Mitstreiter schnell gefunden

Als Musiker und Tontechniker mit entsprechenden Kontakten lag es nahe, ein Benefizkonzert zu veranstalten. Nachdem seine drei favorisierten Bands zugesagt hatten, nahm er Kontakt zu Karola Backes-Richter von »Florstadt kulturell« und Rochsane Mentes von »BuntErLeben« auf. Gemeinsam mit der Sport-Union Nieder-Florstadt, die traditionell als Ausrichter der Kerb am zweiten September-Wochenende fungiert, wurden Nägel mit Köpfen gemacht.

Die drei Bands verzichteten komplett und die Techniker größtenteils auf ihre Gage, dann wurde eine Förderung durch »BuntErLeben« möglich, erläuterte Fachstellenleiterin Mentes.

Die erste Band, die zugesagt hatte, war »Free of Charge« mit den Gitarristen Michi Junk und Tommy Michel, den Keyboardern Klaus Welzbacher und Dieter May (alles Florstädter), dem Bassisten Jörg Limper (Bellersheim), sowie dem Schlagzeuger Horst Reuning (Büdingen). Vor über zehn Jahren gründeten die gestandenen Musiker ihre neue Band, um in erster Linie aus Spaß an der Musik gemeinsam Rock- und Pop-Klassiker aus mehreren Jahrzehnten zu spielen.

Bürgermeister an der E-Gitarre

Mit der Wiederauferstehung der Band »Skydream« ging ein lange gehegter Wunsch Ruhrmanns in Erfüllung. Bis 2008 war er dort selbst als Drummer aktiv, ehe er die Band wegen eines Studiums verließ. Die löste sich 2010 vollends auf. »Skydream« in der Besetzung Andreas Hilger (Keyboard), Stephan Heller (Bass), Heiko Schultz (Gitarre), Andy Ruhrmann (Drums), Christian Trupp (Trompete), Axel Hübner (Saxophon) sowie Hermann Hartmann (Posaune) - übrigens alles »Fleeschder Jungs« - waren in ihrer Zeit ein Garant für Mega-Partys. Außer der Generalprobe mit Soundcheck hatte es keinerlei Proben gegeben. Die Musiker waren überrascht, wie gut die Hits von damals beim Publikum noch ankamen, denn an ihrer Set-Liste hat sich seit fast 15 Jahren nichts geändert.

Für eine weitere Besonderheit dieses Abends der musikalischen Spitzenklasse sorgten die »Special Guests« wie die Sängerinnen Nadine Schutt, Renate Gantz-Bopp und Melanie Ruhrmann-Petri sowie das aus Holger Wenisch und Rainer Bentrup bestehende Duo »Papedis«, die die Party am frühen Abend mit Schlagern von früher und heute ins Rollen gebracht hatten. Als speziellster »Special Guest« wurde Bürgermeister Herbert Unger gefeiert, der an seinem 64. Geburtstag erstmals seit vielen Jahren wieder auf einer Bühne in die Saiten seiner »Fender Stratocaster« griff.

Beim großen Finale aller Aktivisten, »Purple Rain« von Prince, teilten sich Herbert Unger und Heiko Schultz die Passagen der Gitarrensoli. Für die Musiker von »Skydream« ein sensationelles Comeback, die sich bereits vorstellen können, nächstes Jahr wieder exklusiv auf der Fleeschder Kerb aufzuspielen.

INFO: DANK AN ORGANISATOR

Es war ein Abend voller Spiellaune der Musiker, voller Emotionen beim Publikum und voller Sonderlob für den Hauptorganisator Andi Ruhrmann. Bürgermeister Herbert Unger überreichte ein Erinnerungspräsent und betonte, »dass dieses neue Kerb-Wochenende zu 100 Prozent den Idealen von ›Florstadt kulturell‹ entspricht«. Durch Vernetzung, soziale Komponenten und die Unterstützung hiesiger Vereine werde hochklassige Unterhaltung für die unterschiedlichsten Geschmäcker geboten.

Ruhrmann sagte: »Das Ganze war und ist ein Herzensprojekt, ich lebe und brenne nun mal für die Musik.« Sichtlich berührt von den vielen Dankesworte gab er das Lob an sein Team weiter: »Wenn wir etwas planen und durchziehen, dann richtig.«

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Das Schlager-Duo »Papedis« - bestehend aus Holger Wenisch (l.) und Rainer Bentrup - übernimmt den Aufgalopp. © Stephan Lutz

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