1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Florstadt

Schnitzeljagd statt Faschingssitzung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stephan Lutz

Kommentare

sda_fasching2_010322_4c
sda_fasching2_010322_4c © Stephan Lutz

Florstadt (sl) Mit einem Riesenerfolg ging am Fastnachtssamstag die närrische Schnitzeljagd des Florstädter Carnevalsclubs »Die Niddageister« (FFC) über die Bühne. Für die »Niddageister« ein Lebenszeichen in der pandemiebedingt abgesagten karnevalistischen Kampagne und für das närrische Volk eine lang ersehnte Aktivität, um endlich einmal wieder die viel zu lange eingemotteten Kostüme und Perücken hervorzuholen.

Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich 45 Gruppen mit maximal zehn Personen - darunter auch viele Kinder - angemeldet, die vom Festplatz im Fünf-Minuten-Abstand auf die etwa fünf Kilometer lange Rundtour gingen. »Wir sind total begeistert, denn wirklich alle Teilnehmer waren verkleidet«, sagte Katharina May vom Kreativ-Team, die das Event mit Ann-Kathrin Rodriguez-Lopez und dem FCC-Vorsitzenden Christoph Lehr aus der Taufe gehoben hatte.

Choreografie einstudieren

»Wir haben diese närrische Schnitzeljagd so aufgebaut, wie für uns Aktive der Tag einer Karnevalssitzung aussieht: Dekorieren, Schminken, Tanzen, Abschlussfoto«, erläutert May. An der ersten Station in der Reitfeldstraße wurden Luftballons aufgeblasen und zu einer Girlande verknüpft. Schminken und stylen war danach in der Kirchweg-Allee angesagt, ehe es hinter dem Bürgerhaus galt, eine Choreografie zum Höhner-Hit »Schenk mir dein Herz« einzuüben. Die Tanztrainerinnen zeigten zehn Moves, die gezeigt werden sollten. Die Gruppen hatten zumeist einen karnevalistischen Background, waren es doch eigene FCC-Tanzgruppen oder solche von befreundeten Vereinen aus Assenheim, Bönstadt, Dorheim und Lindheim.

Es beteiligten sich auch viele Gruppen ohne Fastnachtsbezug - wie Nachbarn, Arbeitskollegen, Stammtische und Cliquen - die mit vollem Elan dabei waren. Ziel war wieder der Festplatz, wo die Gruppen mit stärkenden Grillwürsten und erfrischenden Getränken empfangen wurden - und wo vor dem Narrenschiff der »Niddageister« das Abschlussbild gemacht wurde. Nicht selten waren dabei auch Hebefiguren zu sehen.

In der Geschenktüte für jede Gruppe war nicht nur Verpflegung in fester und flüssiger Form, sondern auch eine Konfettikanone, die spätestens beim Abschlussbild gezündet wurde. Einige Teilnehmer waren so begeistert, dass sie am liebsten noch eine zweite Runde angehängt hätten. Aufgelockert wurde die Schnitzeljagd zudem von vier Schätzfragen: Wie viele Füße tanzen auf der »Niddageister«-Bühne? Wie hoch ist der Vereinszuschuss zu Kostümen? Wie viele Kinder tanzen in den Kindergruppen des FCC? Und wie viele Luftballons wurden an diesem Tag aufgeblasen?

Auch wenn die Veranstaltung ohne Wettbewerb, Punktevergabe und Ranking stattfand, entschied man sich kurzfristig die drei Gruppen mit den besten Schätzergebnissen nachträglich mit einem Preis zu überraschen. Zum guten Wetter befragt, sagte Katharina May: »Die Mutigen werden eben belohnt.« Die Veranstalter hatten auf die Maskenpflicht im Toilettenwagen und auf Abstand zu anderen Gruppen hingewiesen. Auch wenn die Aktion ein Riesenerfolg war, hoffen die »Niddageister«, dass sie nicht noch einmal abgehalten wird - viel zu groß sei die Sehnsucht nach normalen Lebensbedingungen und normalen närrischen Kampagnen mit normalen Karnevalssitzungen.

Mitte Juni planen die »Niddageister« mit der »Gaddecrew« am Bolzplatz Ober-Florstadt eine zweitägige Open-Air-Veranstaltung mit Tänzen und Sitzungsinhalten.

Auch interessant

Kommentare