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So viele Trecker wie noch nie

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Von: Stephan Lutz

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Die Wölfersheimer Musikanten spielen zum Frühschoppen auf. © Stephan Lutz

Florstadt-Stammheim (sl). Das 22. Traktortreffen der Interessengemeinschaft der Stammheimer Traktorfreunde hat am Wochenende alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Nie zuvor fand das zweitägige Fest am Bolzplatz eine derart große Resonanz. Nie zuvor musste eine vierte Parkplatzspur für die historischen Schlepper, Traktoren und Bulldogs eingerichtet werden.

Nie zuvor wurden über 250 Trecker in Stammheim gezählt.

Nie zuvor standen die Vorzeichen aber auch auf eher negative Schlagzeilen. Denn erst auf den letzten Drücker konnten ein Festzelt bestellt und mit der Kapelle »Sunbow« und den Wölfersheimer Musikanten die Unterhaltung für den Samstagabend und den Sonntagnachmittag engagiert werden. Außerdem ist das Helfer-Team im Verein inzwischen überaltert, und es kommt kaum Nachwuchs nach. Wegen Personalmangel konnten deshalb auch keine Geschicklichkeitswettbewerbe stattfinden, die sonst immer als Höhepunkt mit Pokalverleihung durch Schirmherr Bürgermeister Herbert Unger gefeiert worden waren.

Unger sprach ein Grußwort und gratulierte den Traktorfreunden zu der gelungenen Veranstaltung. Die offenbar guten Beziehungen zum Wettergott und die Tatsache, dass viele Traktorenbesitzer wegen der Corona-Pause in den Startlöchern für gesellige Zusammenkünfte gestanden hatten, bescherten den Stammheimer »Traktoristi« eine Rekordbeteiligung. In den vielen Dieselgesprächen im und rund um das Festzelt wurde deutlich, dass andere Traktorenclubs gar keine Veranstaltungen mehr organisieren. Kein Wunder also, dass alle diese Aktivisten dem Stammheimer Traktorfest entgegenfieberten. Ganz gleich ob alte oder neue Schlepper, ob top restauriert und liebevoll lackiert oder gerade als Scheuenfund mit reichlich Patina zur Ausstellung gebracht: Nie zuvor gab es so viel Diesel geschwängerte Luft über Stammheim. Traktorfans hatten sich sogar aus Schlüchtern, Wetzlar, Linsengericht und dem Hintertaunus auf den Weg gemacht.

Neu angeboten wurde am Sonntagmorgen gegen Spende ein Frühstück für alle Helfer und Camper. Deren Zahl stieg auf rund 50, obwohl sie erstmals eine Campergebühr berappen mussten. Ihnen wurde wegen der langen Trockenheit das Grillen und offenes Feuer verboten. Außerdem hatte man mit Tanks mit insgesamt 6000 Litern Wasser vorgesorgt. Wie schnell hätte eine achtlos weggeschnippte Zigarettenkippe einen Brand verursachen können…

Dreschmaschine im Einsatz

Erstmals begann das sonntägliche Programm mit einem Zeltgottesdienst, den Pfarrerin Andrea Krügler gemeinsam mit Walter Broger gestaltete. Die musikalische Umrahmung besorgten Renate Gantz-Bopp und Oliver Bopp. Zur Freude der Pfarrerin hatte man ihr einen Holder-Schlepper vor die Bühne gestellt.

Für die Kinder gab es eine Spielzeugbude und ein Kettenkarussell. Für die Erwachsenen wartete Gernot Heppner mit frisch gezapftem Apfelwein aus einer stylischen alten Tanksäule auf. Für Groß und Klein ein Highlight: die Vorführungen mit der historischen Dreschmaschine. Ganz im Zeichen von Tanz- und Unterhaltungsmusik stand der Samstagabend mit dem Quintett »Sunbow«, während die Wölfersheimer Musikanten am Sonntag zünftig zu Frühschoppen und Nachmittagsunterhaltung aufspielten.

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So viele Traktoren wie nie sind nach Stammheim gekommen. © Stephan Lutz

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