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Tipps und Tricks vom Fachmann

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

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Timo Berk erläutert den »Palmer-Schnitt«. © pv

Florstadt (pm). Die Sonne lachte, als sich neulich rund 20 streuobstbegeisterte Florstädter in Ober-Florstadt trafen. Die Organisatoren des Schnittkurses, Hartmut Wielitsch und Raymund Wolf vom Obst- und Gartenbauverein Florstadt, begrüßten die Gruppe. Als Referent stand Timo Berk zur Verfügung, Landschaftsgärtnermeister sowie Obst- und Gartenbau-Aktivist aus Ortenberg.

Beim Apfelfest im vergangenen Herbst hatte er sich schon als Pomologe in Florstadt einen Namen gemacht.

Hygiene bei Baumpflege

Im Zentrum der Demonstration an mehreren jüngeren Bäumen stand der sogenannte Palmer-Schnitt. Helmut Palmer aus dem schwäbischen Remstal entwickelte Schneidekonzepte aus der Schweiz weiter - mit dem Ziel, dass Jungbäume ein Grundgerüst erhalten, das auch bei hohem Fruchtertrag und im Alter seine Stabilität erhält. Zudem ist dieser Schnitt einfach zu lernen und erleichtert spätere Nachschnitte durch die klare Grundstruktur.

Zu Beginn erfuhren die Teilnehmer, dass bei der Baumpflege eine Desinfektion des Schneidewerkzeugs durch Spiritus dringend empfohlen wird. So können Pilzerkrankungen eines Baumes nicht weitergetragen werden. Auch das Freihalten des Bodens rund um den Stamm beziehungsweise die Möglichkeit, bei einer Neuanpflanzung zum Schutz vor Maulwürfen den Wurzelbereich mit einem Drahtkorb zu schützen, wurden erläutert und präsentiert.

»Die ersten zehn bis 15 Jahre ist ein jährlicher Erziehungsschnitt von Vorteil«, empfahl Timo Berk. Er fördere die Qualität der Früchte, biete eine gute Durchlüftung der Baumkrone sowie eine optimale Belichtung der Früchte und erleichtere langfristig die spätere Bewirtschaftung der Bäume. Das demonstrierte Berk dann bei vier Bäumen unterschiedlichen Alters. Er begann mit einer Neupflanzung, es folgten ein fünfjähriger, ein zehnjährigen und ein selten geschnittener 20-jähriger Baum.

Vielen Teilnehmern war der Unterschied zwischen Leitästen und Fruchtholz bekannt. Neu für viele waren dagegen einfache Maßnahmen, die Wassertriebe verhindern können, die einen zielgerichteten Neuaustrieb fördern oder die das Wachstum in eine bestimmte Richtung verstärken können. Diess erfolgt durch das Abbrechen bestimmter Knospen, das Anritzen des Stammes oder das Setzen von Klammern.

Fragen und Gespräche

Die Teilnehmer hatten spannende Fragen und praktische Vorschläge und erkannten schnell die Grundprinzipien dieser Schneidemethode. Vertiefende Gespräche fanden anschließend am Kaffee- und Kuchenbuffet des Obst- und Gartenbauvereins statt, das engagierte Mitglieder vorbereitet hatten. Die Veranstalter bedankten sich bei der Stadt, die es ermöglicht hatte, den Kurs preisgünstig anzubieten.

Der Obst- und Gartenbauverein, der diesen Schnittkurs veranstaltet hat, wirkt auch im Arbeitskreis »Streuobst« mit. Dessen nächste Aktion steht vor der Tür. Am Samstag, 5. März, werden von 9 bis 13 Uhr in den Ober-Florstädter Streuobstwiesen gemeinsam Bäume geschnitten. Dabei kann das während des Lehrgangs Gelernte gleich umgesetzt werden, es kann aber auch einfach nur beim Schnitt der Bäume zugesehen werden. Treffpunkt ist der Hochbehälter in Ober-Florstadt.

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