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Wettkämpfe nach zwei Jahren Pause

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Florstadt (jwn). Nach der mehr als zweijährigen Pause hieß es auf dem Nieder-Mockstädter Fußballplatz wieder Wasser frei. Jedenfalls in der Theorie, denn im Feuerwehr-Jugendbereich werden Wettbewerbe immer ohne Wasser ausgeführt. Am Samstag wurden gleich zwei Wettkämpfe in Nieder-Mockstadt ausgetragen. Neben dem Kampf um den Florstädter Stadtpokal, an dem sich nur die fünf Florstädter Jugendfeuerwehren beteiligen durften, fand parallel dazu auch der Wettstreit um den Günter-Vogt-Pokal statt, um den wiederum ebenfalls nur rein theoretisch alle 118 Jugendfeuerwehren des Wetteraukreises hätten kämpfen können.

»Leider ist außer den fünf Florstädter Jugend-Mannschaften nur noch eine weitere Jugendmannschaft aus dem Kreisgebiet angetreten, und zwar eine Mannschaft aus Ortenberg«, bedauerten der Feuerwehr-Kreisjugendwart Christian Zahn und der Florstädter Stadtjugendwart Gunnar Pfeffer die geringe Teilnehmerzahl.

Feuerwehren fehlt Nachwuchs

Lag es an der ungewöhnlichen Hitze von über 35 Grad oder an dem vorausgegangenen Brückentag - beides will Zahn nicht rundweg ausschließen, aber für ihn liegt der Grund des nachlassenden Interesses tiefer. »Die Kinder hängen einfach zu viel vor ihren Computern oder ihren Handys rum und haben einfach kein Interesse mehr an gemeinsamen Unternehmungen«, mutmaßt Zahn.

Da die Jugendfeuerwehr aber die Zukunft der Einsatzkräfte bildet, die wiederum alternativlos für die Kommunen sind, sei nun die Politik gefordert. »Hier muss schnellsten gehandelt werden, denn allein mit Zusammenlegen von Ortsteilfeuerwehren ist das Problem nicht gelöst«, sieht auch Pfeffer langfristig ein Problem in den stetig sinkenden Zahlen bei der Jugendfeuerwehr.

Trotz dieser Sorgen begann der Wettkampftag in der Feuerwehrwache Nieder-Mockstadt im theoretischen Teil mit einem Schmunzeln. Denn zunächst werden den Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren 15 Fragen aus den Bereichen Feuerwehr und Allgemeinwissen gestellt. Darunter die Frage nach einer Frau Holle aus dem Märchen. Als die Prüfer bei vielen Jugendlichen fragende Blicke bei dieser Frage feststellten, stellte sich heraus, dass das Märchen mit Frau Holle nicht mehr allgemein bekannt ist.

Bei dem anschließenden simulierten Löschangriff, bei dem es vor allem um Schnelligkeit ging, musste entweder eine Gruppe, bestehend aus neun Jugendlichen, oder fünf Personen in einer Staffel eine Schlauchleitung vorbei an oder unter Hindernissen legen. Entscheidend dabei war das Zusammenspiel der Jugendlichen, aber auch das Achten auf mögliche Gefahren. So wurde beispielsweise eine Gruppe in der Nachbetrachtung darauf hingewiesen, dass sie ihre Abstände voneinander zu weit gewählt hätte. Dadurch hätten sie in der Übung wieder zurückgehen müssen, weil sie anderenfalls die Schläuche nicht hätten verbinden können.

Auch erhielt eine Teilnehmerin Abzüge, weil sie beim Übersteigen eines Hindernisses nicht jede Stufe beim Absteigen genutzt hätte. »Du riskierst damit deine eigene Sicherheit«, erklärte die Prüferin den Fehler.

Beim Günter-Vogt-Pokal-Wettbewerb gewann in der Kategorie »Gruppe« schließlich die Jugendfeuerwehr aus Ober-Mockstadt konkurrenzlos. Außer ihr war nämlich keine andere Gruppe (Mannschaft aus neun Personen) am Start, und auch diese Mannschaft war erst in letzter Sekunde am Morgen gebildet worden, weil es ansonsten nur Staffeln (Mannschaften aus fünf Personen) gegeben hätte. Letzteren Wettbewerb gewann die Jugendfeuerwehr aus Ortenberg Mitte mit knappen Vorsprung vor der Mannschaft Staden I. »Wahrscheinlich nur deshalb, weil sie wussten wer Frau Holle war«, scherzte der Kreisjugendwart abschließend. Den Stadtpokal der Jugendfeuerwehr gewann ebenfalls die Mannschaft Staden I.

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