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Förderung als Herzenssache: Anneliese Zimmer geht in den Ruhestand

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Auf dem Weg in den Ruhestand: Die scheidende Rektorin Anneliese Zimmer bekommt von jedem Kind zum Abschied eine Blume geschenkt. © Monika Eichenauer

Die bestmögliche Förderung der Kinder, die ihr anvertraut waren, lag ihr immer am Herzen. Jetzt geht die beliebte Düdelsheimer Schulleiterin Anneliese Zimmer in den Ruhestand.

Mit Anneliese Zimmer geht eine Vollblutpädagogin in den Ruhestand, aus deren Arbeit und Worten die Liebe zu den Kindern spricht. Deren bestmögliche Förderung war ihr immer eine Herzensangelegenheit.

Vergangene Woche wurde sie von Landrat Jan Weckler, der Direktorin des Schulamtes Hochtaunuskreis und Wetteraukreis, Dr. Rosemarie zur Heiden, und ihrer Stellvertreterin Beate Rebstock offiziell verabschiedet.

Am vorletzten Schultag vor den Ferien bereiteten die Schülerinnen und Schüler und das Kollegium der Düdelsheimer Schule der scheidenden »Kapitänin« einen liebevollen Abschied auf dem Schulhof. Insgesamt war sie 25 Jahre lang Schulleiterin an drei Grundschulen des Wetteraukreises.

Immerhin hatte Zimmer, deren Dienst offiziell am 31. Juli endet, sogar noch ein Jahr draufgesetzt und bis 66 Jahre gearbeitet. Und so ganz ist noch immer nicht Schluss: Die Pädagogin, die seit zwei Jahren auch mit 20 Wochenstunden als schulfachliche Dezernentin für 13 Schulen im Wetteraukreis beim Staatlichen Schulamt gearbeitet hat, bleibt diesem noch ein Jahr erhalten, ab dem neuen Schuljahr sogar mit 30 Stunden über die Woche verteilt.

»Das wird wesentlich entspannter sein«, sagt sie mit einem Lächeln. Denn das war seit zwei Jahren ihr Alltag: Drei Tage die Woche Schulleitung in Düdelsheim, zwei Tage Schulamt in Bad Vilbel. Zuvor hatte sie, wie für Schulleiter verpflichtend, auch 20 Wochenstunden unterrichtet. Ein ganz massiver Einschnitt in das schulische Leben war die Pandemie. »Covid 19 war eine unvorstellbare Herausforderung. Das hat uns gefordert bis zum Geht-nicht-mehr.«

Pandemie als große Herausforderung

Unverzichtbar war für die Kommunikation mit Schülern und Eltern während der Schulschließung ein gut funktionierendes digitales System, damit der Unterricht weiterlaufen konnte und Schüler wie Eltern schnellstmöglich erreicht werden konnten. Das gilt auch für Kinder, die erkrankt oder in Quarantäne zu Hause bleiben müssen, um weiter lernen zu können.

Die Pandemie hat die Kommunikation völlig verändert, bleibend bis heute«. Auch mit den Eltern läuft sie jetzt elektronisch, notfalls werden Eltern auch telefonisch informiert. Das alles funktioniere nur deshalb so gut, weil alle Lehrer und Mitarbeiter mit vollem Einsatz mitzögen, betont Zimmer.

Die Schulleiterin, die diese Aufgabe mit vollem Herzblut lebte, nennt viele besondere Pluspunkte während ihres Berufslebens und hebt einige Erfahrungen, die sie in Düdelsheim gemacht hat, noch hervor: »Das schöne Miteinander in diesem wunderbaren Kollegium ist etwas ganz Besonderes.« Alle zögen an einem Strang zum Wohl der Kinder.

Stolz auf Schulsozialarbeit

Die Schule ist im »Pakt für den Nachmittag«, einer Maßnahme des Kultusministeriums. In Düdelsheim hat jede Klasse Hausaufgabenbetreuung, es wird gemeinsam gegessen und gespielt. In der Schule werden rund hundert warme Mittagessen ausgegeben, 30 Kinder bringen sich etwas mit.

Besonders freut die Schulleiterin, die auch ein bisschen traurig ist, dass dieser Lebensabschnitt nun zu Ende ist, »dass wir Schulsozialarbeit in diesem Maße haben, mit insgesamt anderthalb Stellen vom Land und vom Kreis. Das ist ein Gewinn und eine prima Unterstützung für die Familien«.

Zu den Aufgaben gehören mittlerweile auch die Gruppe der 14 Vorlauf-Schüler aus der Kita, die Deutsch lernen, und 18 Schüler aus der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Büdingen.

Für ihr gesamtes Berufsleben als Lehrerin und Schulleiterin gilt, dass sie unzählbare schöne Erlebnisse mit den Schülern hatte: »Die Freude der Kinder und das Vertrauen, das sie einem entgegenbringen, das ist einfach fantastisch. Wenn ein Kind was geschafft hat und sich freut. Dass jedes Kind etwas lernen kann, und man die Stärken des Kindes herausholt und kennenlernt«.

Völlig überrascht wurde Anneliese Zimmer von dem vielfältigen Programm voller Warmherzigkeit, das Kinder und Kollegium für ihren Abschied auf die Beine gestellt hatten, mit Gesang, Tanz, Theater und vielen guten Wünschen - und zuletzt mit einer Blume von jedem einzelnen Kind.

Info. Zur Person

Geboren wurde Anneliese Zimmer in Wallernhausen, wo sie nach wie vor wohnt. Nach dem Abitur 1974 am Niddaer Gymnasium studierte sie in Gießen und arbeitete nach Uni und Referendariat erst einmal zehn Jahre bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt, denn damals wurden keine Lehrer mehr eingestellt.

1993 schließlich die Anstellung als Lehrerin in Ober-Seemen. 1997 bekam sie dort die Schulleitung übertragen, war anschließend von 2001 bis 2016 Schulleiterin der Otto-Dönges-Schule in Nidda und von 2016 bis jetzt an der Düdelsheimer Schule, wovon sie im ersten Dreivierteljahr nach wie vor auch Verantwortung für die Niddaer Schule trug.

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