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Fraa Lott und Fraa Kraft begeistern mit »Köstlich! Weihnachtlich!«

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»Köstlich! Weihnachtlich!«: Gudrun Haas, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses (links), ihre »Wichtel« Roya Tat, Bürgermeisterin Susanne Schaab sowie Jutta und Kurt Oesterling mit den Künstlern und Hauptakteuren des Nachmittags, »Fraa Lott« (Tine Lott) und »Fraa Kraft« (Markus Karger). © Stefan Weil

Sängerin Tine Lott und Schauspieler und Komödiant Markus Karger hatten mit ihrem Programm »Köstlich! Weihnachtlich!« die Gäste im Schottener Mehrgenerationenhaus in Schotten schnell auf ihrer Seite.

»Köstlich! Weihnachtlich!« - Unter diesem vielsagenden Motto hat das Mehrgenerationenhaus (MGH) zu einer neuen Veranstaltung in den großen Saal des historischen Rathauses eingeladen. Das Ambiente und der Zeitpunkt am Nachmittag des Ersten Advents passten.

Dazu hatte Gudrun Haas, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses, mit der Büdinger Sängerin Tine Lott und dem Schauspieler und Komödianten Markus Karger ein bekanntes Duo als Hauptakteure der gut zweistündigen Veranstaltung eingeladen.

Markus Karger, der gerne die Rolle weiblicher Personen verkörpert, kam als »Fraa Kraft« (Ursula Kraft) an der Seite von »Fraa Lott« in die Schottener Altstadt. »Auf diese Premiere haben wir lange warten müssen. Die Veranstaltung war schon viel früher geplant. Corona hat uns immer einen Strich durch die Rechnung gemacht«, betonte Gudrun Haas.

Zusammen mit ihren »Wichteln« Roya Tat sowie Jutta und Kurt Oesterling hatte sie einen leckeren Snack zur Kaffeezeit vorbereitet. Glühwein und Punsch standen auch bereit.

Bürgermeisterin Susanne Schaab begrüßte die Gäste im voll besetzten Saal des alten Rathauses. »Ich freue mich, dass wir eine neue kulturelle Veranstaltung haben, passend zur Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit.«

Besinnlich, kritisch und skurril

Den Worten der Rathauschefin ließen »Fraa Lott« und »Fraa Kraft« Taten in Form einer bunten, sehr unterhaltsamen Mixtur von Songs und Weihnachtsliedern sowie gestenreich vorgetragenen Wortbeiträgen folgen.

Allerweltserkenntnisse aus dem fortgeschrittenen ehelichen Leben, Gedichte und weihnachtliche Geschichten, manchmal besinnlich, aber auch mit viel Witz und skurrilen und gesellschaftskritischen Anspielungen, wurden zu Gehör gebracht.

»Gut, das es noch vier Wochen bis Weihnachte iss«, meinte Fraa Kraft. Es sei gut, dass es »nett früher iss«, »dann wär die Zeit zwische de Jahrn zu lang.« Überhaupt, die Vorweihnachtszeit beginne heutzutage schon Ende August, wenn in den Supermärkten der erste Lebkuchen zum Kauf bereitliegt.

Mit ihren Mann hat es Fraa Kraft nicht leicht, besonders wenn es auf das Frühjahr zugeht. »Ich lass den Weihnachtsbaum länger stehn und fütter mein Ernst bis Ostern mit zwische de Jahrn aufgekauften Weihnachtszeug. Das hilft gegen seine Frühlingsgedanken.«

Aber auch vor Heiligabend hat es Fraa Kraft schwer. »Ich such immer Plätz zum Verstecke der Geschenke. Ich nutz alles aus. Nur das Katzeklo hab ich ausgelasse.«

»Bist du auch immer brav gewesen?« - Viele Generationen von Kindern haben diesen Spruch zur Nikolauszeit von Knecht Rupprecht gehört. »Da wurden Generationen von Bettnässern erzogen«, meinte Fraa Kraft in Anlehnung an Gerhard Polts Gedicht »Nikolausi«.

Ausdrucksstarke Gesangseinlagen

Tine Lott forderte die gut aufgelegten Besucher bei ihren Weihnachtsliedern wie »Die Weihnachtsbäckerei«, »Bald ist Nikolausabend da«, »Leise rieselt der Schnee« oder »Lasst uns froh und munter sein« zum Mitsingen auf. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde.

Bei ihren späteren Songs wie »I wish you a merry Christmas« oder »Feliz Navidad«, dem spanischen Weihnachtslied von José Feliciano, begeisterte die Sängerin mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, was den stürmischen Applaus des Publikums herausforderte.

Nachbarin Waltraud ist aus »Prestigegründen« als passive Aktivistin« der »Letzten Generation« beigetreten. Ihr Weihnachtsbaum ist jetzt künstlich aus Plastik hergestellt. »Das spart jedes Mal an Weihnachten 120 Kilogramm Kohlendioxid. Dafür kann Waltraud klimaneutral nach Mallorca fliegen.«

Fraa Kraft und ihr Ernst werden nicht jünger. So haben sie seit fünf Jahren ihre Weihnachtsbeleuchtung im Vorgarten nicht mehr weggeräumt. Sie wird gesteuert über eine Zeitschaltuhr. »Blöd ist nur, dass wir nicht mehr wissen, wie die Uhr funktioniert. Jetzt brennt halt die Beleuchtung das ganze Jahr«, ließ Fraa Kraft wissen.

Den Weihnachtsmarkt braucht sie, um »in Stimmung zu komme.« Nach dem letzten Besuch fällt das Fazit aber eher ernüchternd aus: »Gliehwein, Worscht und en dicke Kopp, das iss e Fakt, nie mehr uff de Weihnachtsmakt.«

Am Ende des vergnüglich besinnlichen Nachmittags dankten die Gäste mit viel anerkennenden Beifall für das Programm. Die Veranstaltung sollte keine Eintagsfliege bleiben.

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