In Vaters Fußstapfen

Benjamin Krieg ist Pfarrer - genau wie Papa Werner es bis 2014 in Massenheim war

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Benjamin Krieg ist zwar Pfarrer in Frankfurt. Bei vielen Bad Vilbelern dürfte aber ein Glöckchen klingeln, wenn sie seinen Namen hören. Denn als Geistlicher tritt er in die Fußstapfen seines Vaters, der 21 Jahre in Massenheim auf der Kanzel stand.

Unbekannt war ihm Preungesheim nicht, als sich Benjamin Krieg (39) als Pfarrer bei der evangelischen Kreuzgemeinde bewarb. Zwar war er zuletzt Pfarrer in Darmstadt, am Flughafen und in Trebur tätig – doch er und seine Frau leben im Frankfurter Stadtteil Eckenheim. Am Wochenende hielt er in der evangelischen Festeburggemeinde in Preungesheim seinen ersten Gottesdienst.

"Ich freue mich auf die Gemeinde", sagt Krieg. Ist er doch in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen: Sein Vater Werner Krieg war insgesamt 21 Jahre lang und in zwei Amtszeiten beliebter Gemeindepfarrer in Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim, bevor er sich 2014 zur Ruhe setzte. In Massenheim und am Heilsberg wuchs Benjamin Krieg auf, machte am Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium sein Abitur.

"Ich weiß, welche Schätze man in diesen Gemeinden heben kann, wie sie durch die Mitarbeit der vielen Menschen, die sich in ihr engagieren, getragen werden. Aber auch durch die vielen Feste, die in der Gemeinde und im Ort gefeiert werden", sagt er heute rückblickend. Er kenne auch Innenstadt-Gemeinden wie die Johannesgemeinde in Darmstadt, aber sein Eindruck sei: Jene am Rande der Stadt passen besser zu ihm.

Obwohl auch sein Groß- und Urgroßvater Pfarrer waren, sei sein beruflicher Weg nicht automatisch vorgezeichnet gewesen, erzählt Krieg. "Ich begann, Geschichte und Philosophie zu studieren, brach eine Lehre zum Buchhändler ab und studierte zwei Semester Forstwissenschaften."

Einsatz am Flughafen

Offenbar habe er ausprobieren wollen, ob es für ihn nicht doch einen anderen Weg gebe als der Pfarrerberuf, sagt Krieg. Dann studierte er doch Theologie, zunächst in Frankfurt, dann in Heidelberg und in Mainz, arbeitete als Vikar in Egelsbach. Und weil "der Flughafen mich schon immer faszinierte", übernahm er eine halbe Stelle bei der Flughafenseelsorge, die 2016 jedoch auslief.

"Weil meine Frau im Bürgerhospital arbeitet, wollte ich gerne eine Pfarrstelle in Frankfurt", sagt Krieg. Er hätte sich auch gut vorstellen können, ganz am Flughafen zu arbeiten – doch eine Kollegin bekam die dort verbliebene Seelsorgestelle, als diese 2017 neu vergeben wurde. Gemeinsam mit seiner Frau habe er überlegt, welche Art Pfarrstelle passen würde, "schließlich zieht sie ja mit ins Pfarrhaus ein". Das Amt des Pfarrers stelle dessen ganze Familie in den Blick der Öffentlichkeit.

Nur zwei Wochen nach der Absage von der Flughafenseelsorge sei die Preungesheimer Pfarrstelle ausgeschrieben worden. "Ob das ein Zufall ist?", fragt Krieg schmunzelnd.

Am 1. Dezember, mit dem Beginn des Kirchenjahres, hat Krieg seine neue Stelle angetreten, von nun an geleitet er die Kreuzgemeinde durch die Advents- und Weihnachtszeit. "Ich finde, diese Zeit ist sehr schön, um als Pfarrer der Kreuzgemeinde meinen Dienst zu beginnen."

Er spielt Rugby

Die offizielle Amtseinführung findet im Januar statt, der Umzug ins Preungesheimer Pfarrhaus kurz darauf. Dort wird es voraussichtlich ab April etwas lebhafter, denn dann soll Kriegs erstes Kind auf die Welt kommen.

Und dann ist da noch der Sport, ohne den, wie Krieg sagt, er seinen Beruf nicht so gut ausüben könnte, weil er ein "wunderbarer Ausgleich" ist: Seit ein Freund ihn vor zehn Jahren zum Training mitnahm, spielt der Pfarrer Rugby bei Eintracht Frankfurt. "Es ist ein Mannschaftssport, hart, aber mit einem ungeheuren Zusammenhalt.

Der Sport ist von viel Respekt geprägt, nicht nur im eigenen Team, sondern unter allen Spielern." Was man auch daran sehe, dass die Fans nicht wie im Fußball in "Blöcken" ihre Teams anfeuern, sondern bunt gemischt auf der Tribüne sitzen.

Rubriklistenbild: © Rainer Rüffer

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