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Helau! Prinz Pascal I. und Prinzessin Selina I. sind das Frankfurter Prinzenpaar dieser Kampagne.

Fasching

Helau! Frankfurter Karnevalsprinzessin kommt aus Karben

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Die Frankfurter Fastnachtsprinzessin Selina I. kommt aus Klein-Karben. Hier wohnt die gebürtige Fränkin aus Miltenberg seit 2008.

Ihr närrisches Amt haben sie und Prinz Pascal I. aus Mainhausen bei Seligenstadt ihrem gemeinsamen Arbeitgeber, der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), zu verdanken. Die stellt nach 1999 zum zweiten Mal das Prinzenpaar, ist damit das so bezeichnete Prinzliche Haus. Bei der FES arbeitet der 27-jährige Betriebswirt Pascal Wunderlich als Assistent in der Geschäftsführung.

Die 28-jährige Fastnachtsprinzessin ist als Kauffrau seit 2010 bei der FES-Tochtergesellschaft Frankfurter Fußweg-Reinigung (FFR). "Ich habe nach der Mittleren Reife an der Henry-Benrath-Schule in Friedberg bei der FES Industriekauffrau gelernt. Eineinhalb Jahre nach meiner Ausbildung bin ich von der FES zur FFR gewechselt", beschreibt sie ihren beruflichen Werdegang. Ihr neues Amt als närrische Repräsentantin der Mainmetropole verdankt Selina ihrer Teilnahme an den Frankfurter Fastnachtsumzügen. "Ich war bereits als kleines Mädchen im Fasching als Prinzessin unterwegs, fand die funkelnden Orden der Narren wunderschön."

Als Hutmacherin

Zwar ist sie bisher in keinem Fastnachtsverein Mitglied, aber sie fährt seit ihrem 16. Lebensjahr bei den Umzügen auf dem Wagen der FES in der Frankfurter Innenstadt und in Heddernheim, in "Klaa Paris", mit. "Das ist jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis", schwärmt Single Selina. Im letzten Jahr war sie als Hutmacherin aus "Alice im Wunderland" kostümiert. "Ich war lange in der TV-Übertragung zu sehen, was wohl die Aufmerksamkeit der FES-Geschäftsführung erregt hat." Dann fragte sie FES-Chef Benjamin Scheffler, der auch Ehrensenator des Großen Rats ist, ob sie für die Kampagne 2018/19 Prinzessin werden wolle. "Ich habe gleich nach Ostern zugesagt. Das ist eine einmalige Chance", sagt Selina.

Und so wurde sie am 11.11. 2018 den Frankfurter Fastnachtern mit Prinz Pascal als neue Prinzessin im Nordwestzentrum vorgestellt. Die Kampagne ist lang, weit mehr als 160 Veranstaltungen laden die Bürger zu Frohsinn und Heiterkeit ein. "Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht, viele Leute aus Vereinen, der Fastnachtsszene und High Society kennengelernt. Man kann als Prinzessin gut netzwerken. Trotz Terminstress macht mir mein Amt viel Spaß."

In den Fokus ihrer Amtszeit haben die beiden Hoheiten die Nachhaltigkeit gestellt. Das reicht vom Slogan über eine eigens entworfene Kollektion aus Recycling-Garderobe bis zum kreativen Hobby "Scrapbooking". Neben ihrem offiziellen, im Auftrag des Großen Rats in der Nähe von Düsseldorf geschneiderten Ornats, hat die FES weitere Kostüme aus recycelten Materialien beauftragt. Entworfen und geschneidert werden diese "Upcycling"-Gewänder von Daniela Ballweg und ihren Schülern in der Offenbacher "Schule für Mode. Grafik. Design".

Und so treten die Frankfurter FES-Tollitäten in Reifrock oder Jacke aus mit Goldlack besprühten Fahrradreifen und -schläuchen auf. Selina I. trägt auch ein rotes, aus Altkleidern geschneiderten Ballkleid samt Cape aus transparenter Knallfolie mit Goldborte oder ein aus einer Zeltplane geschneiderten Eisprinzessinnenkleid. Mit seiner Garderobe wirbt das Fastnachtspaar für das FES-Geschäftsprinzip Nachhaltigkeit, betreibt Aufklärung in Sachen Mülltrennung und wirbt bei den Bürgern für bewussten Konsum.

Kleider weitergeben

Nicht nur beruflich, auch privat ist das Thema Nachhaltigkeit für Selina I. wichtig. "Meine Kleidung gebe ich in der Familie und nach Osteuropa weiter, meine alten Spielsachen gehen an den FES-eigenen Kindergarten." Zudem ist sie eine leidenschaftliche Bastlerin, die aus Papierresten und anderen Materialien Bilder in Alben in Szene setzt, kleine Notiz- und Teebücher kreiert oder Explosionsboxen aus beklebten Pappkartons, die im richtigen Moment aufploppen, um ihren Inhalt zu präsentieren, anfertigt.

Selina geht in ihrer Freizeit oft mit Kollegen und Freunden essen, "gern auch experimentell". Keine Kompromisse macht sie dagegen bei ihrer Frisur. Da setzt sie auf das Können ihrer Friseurin Tanja Kißner in Klein-Karben.

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