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Freude und Leiden - wie passt das zusammen?

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Von: red Redaktion

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Endlich Frühling und wir freuen uns über viele Sonnenstunden, Wärme und Zeit, die wieder in der schönen Natur verbracht werden kann. Der Frühlingsmarkt in Nidda hat Familien am vergangenen Wochenende erfreut. Gleichzeitig ist Passionszeit und seit vier Wochen Krieg in der Ukraine. Leiden in vielfältiger Form wird uns vor Augen geführt und kommt auch in unsere Städte und Dörfer mit den Menschen, die aus dieser schlimmen Lage fliehen.

Dieser Krieg in der Ukraine betrifft uns, wir erfahren von schrecklichen Zerstörungen und sinnlosem Tod. Als Christinnen und Christen wissen wir um den tieferen Sinn der Passionszeit, in der nicht nur die ermüdende Corona-Pandemie und unser alltägliches Leiden in den Schatten gestellt werden durch die aktuelle Situation. In der Zeit der Passion denken wir an das Leiden Jesu am Kreuz. Das Kreuz ist zunächst ein Zeichen eines grausamen Todes, der einen unschuldigen Menschen trifft. Wir sehen auf das Kreuz und dieses Kreuz wurde das Zeichen dafür, dass mit Gottes Hilfe aus dem Vergehen neues Leben wird. Wir spüren: in Traurigkeit wächst Trost. Darum geht es in der Mitte dieser Passionszeit.

»Kleines Ostern« wird der morgige Sonntag Lätare auch genannt. Der Blick geht schon über den Karfreitag hinaus; an die Seite des Schmerzes angesichts des Kreuzes tritt der Trost, dass das Leben nicht vergeht. In der Mitte der Passionszeit wird deutlich, dass unser Blick auf das Kreuz immer schon von der Erfahrung des Osterfestes bestimmt ist. Insofern thematisiert Lätare in einer besonderen Weise das »Schon-und-noch-Nicht« im Glauben.

Am Horizont leuchtet hinter dem Kreuz schon das Licht des Ostermorgens auf. Hoffnung, die auch der Wochenspruch spiegelt (Joh 12, 24): Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Diese Hoffnung und Zuversicht aufrechtzuerhalten, fällt nicht immer leicht angesichts des Leides nicht nur in der Ukraine, sondern auch an vielen anderen Orten dieser Welt. Es sterben Menschen in diesen Wochen durch den Krieg in der Ukraine, es sterben Menschen hier bei uns durch Corona und so viele andere Krankheiten. Das Leiden ist noch nicht besiegt. In diesen schweren Zeiten können wir auch starke Hoffnungszeichen sehen: Hilfsbereitschaft und Spendenbereitschaft für Flüchtlinge genauso wie Menschen, die sich impfen lassen und Maske tragen und Abstand halten. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist, wenn wir für den Frieden beten, wenn wir uns für den Frieden einsetzen. Bleiben Sie behütet.

Hanne Allmansberger ist Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Nidda

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