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Freunde treffen, chillen und Gemeinschaft erfahren: Jugendraum in Wolf eröffnet

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Nach dem offiziellen Teil der Einweihung sind die Jugendlichen unter sich und testen den neuen Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus Wolf bei einer Runde Uno. © Sophie Theresa Leitz

Seit 15 Jahren gab es keinen Jugendraum mehr in Wolf. Jetzt ist ein Treffpunkt entstanden, den die Jugendlichen nach ihren Vorstellungen gestaltet haben. Ein guter Tag für die Büdinger Jugendarbeit,

Für die jungen Menschen ist die Einweihung des Jugendraums ein Festtag, dem sie lange entgegen gefiebert haben. Jung und Alt finden sich dafür im Keller des Dorfgemeinschaftshauses am Eichwald ein. Initiiert haben das Projekt Martina und Andreas Bienentreu sowie Katja Schlitter.

»Da kann man doch was machen« - ein Entstehungsgedanke mit großer Wirkung. Vom ersten Tag an war es dem Trio wichtig, dass die Jugendlichen in die Planung und Gestaltung eingebunden werden. Deswegen haben sie die 17-jährige Maya Duchardt und den ein Jahr jüngeren Henry Helm aus der Nachbarschaft angesprochen. Die zwei Jugendlichen sind mit Begeisterung auf den Vorschlag eingegangen und haben sich weitere Helfer organisiert. Danach rauchten die Köpfe. Und so manches Mal war Geduld gefragt. Vor allem die Brandschutztür ließ sich Zeit. Etwas mehr als ein Jahr beschäftigte sich die Gruppe mit der Planung und der Umsetzung. Um im Raum zu arbeiten, haben die Schüler teilweise sogar ihre Ferien geopfert. »Die Jugendlichen sollten sich selbst organisieren«, sagen Martina Bienentreu und Katja Schlitter.

Als »Zimmer des Grauens« betitelt Ortsvorsteher Bernd Frieborg den Raum vor seiner Renovierung. Dieser war ursprünglich sogar als Jugendraum vorgesehen, ist jedoch über die vergangenen 15 Jahre immer mehr zur Abstellkammer mutiert, Im Zuge der Umstellung der Heizung des Dorfgemeinschaftshauses von Öl auf Gas bot sich der alte Tankraum aber plötzlich als neue Lagerstätte an und der Jugendraum konnte wieder als solcher nutzbar gemacht werden.

LEDs gibt’s schon, WLAN fehlt noch

Seitdem sind 5300 Euro investiert worden: für Malerarbeiten, die Anbringung von LED-Leisten an der Decke und die Errichtung einer großen Sitzecke. Den letzten Feinschliff bekommt der Raum in den nächsten Wochen. Und, ganz klar: Der Treffpunkt benötigt noch WLAN, Der Ortsvorsteher kümmert sich zudem um Rollläden.

Möbel aus dem Fundus der Stadt

Thomas Clemente Alcon arbeitet bei der Stadt und hat die Jugendlichen ebenfalls begleitet und unterstützt. Mit ihm durften Maja Duchardt und Henry Helm Möbel aus der alten Polizeistation in Büdingen aussuchen, die die Stadt dort lagert. Darunter war auch ein Tischkicker, der noch aufbereitet werden soll.

Das für die Einrichtung und Gestaltung des Jugendraums investierte Geld stammt zum Teil aus der Förderung »Starkes Dorf« vom Land Hessen, durch die Ortskerne wiederbelebt werden sollen. Dafür wurden 2600 Euro bei der Staatskanzlei Wiesbaden beantragt. Martina Bienentreu und Katja Schlitter hatten durch andere Projekte schon Erfahrung in der Beschaffung von Geldern. Andere Teile stammen vom Jugendbeirat der Stadt Büdingen, die einen Fernseher sponserte, oder aus dem Stadtteilbudget für Wolf. Katja Euler, Büdingens Erste Stadträtin und verantwortlich für den Bereich Jugend, Kultur und Soziales bei der Stadt, der das Projekt von Anbeginn unterstützt, betont, dass es gefördert werden muss, wenn sich für die Gemeinschaft engagiert wird. Der Wolfer Ortsvorsteher Bernd Frieborg freut sich, dass die jungen Menschen den Treffpunkt eigenverantwortlich renoviert haben: »Es ist großartig, dass sowas wieder ins Leben gerufen wurde.« Er möchten den jungen Leuten ein Ansprechpartner sein, sollte mal etwas kaputt gehen oder ein Problem auftreten. Maja Duchardt bedankt sich in ihrer Eröffnungsrede bei allen Unterstützern und ist stolz, auf das, was die Jugendlichen in Wolf zusammen geschaffen haben.

Ein genaues Konzept, wie und wann der Jugendraum seine Türen regelmäßig öffnet, wird noch erarbeitet. Ziel ist es, eine dauerhafte Anlaufstelle für junge Menschen zu schaffen, neue Freundschaften zu schließen sowie alte zu erhalten. Verschiedene Generationen sollen dort zusammengeführt werden.

Sorgsamer Umgang

Auf die Frage, wie die Jugendlichen dem Raum empfinden, antwortet Henry Helm beim abschließenden Uno-Spiel: »Als Bereicherung für den Ort.« Später räumen die letzten Verbliebenen gemeinsam auf. Es wird deutlich, dass die Jugendlichen ihre eigene Arbeit zu schätzen wissen und sorgsam mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Platz umgehen.

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Zur Eröffnung kommen unter anderem Erste Stadträtin Katja Euler (r.) und Ortsvorsteher Bernd Frieborg (2. v. l.). © Sophie Theresa Leitz

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