Flüchtlings-Konferenz in Friedberg

Bis zu 2000 Flüchtlinge erwartet

Zahlreiche Forderungen hat die Wetterauer Flüchtlings-Konferenz in Friedberg erhoben. Bund und Länder stünden in der Pflicht, für die Aufgaben „entsprechende Mittel“ bereitzustellen, damit Kreise und Kommunen erfolgreich handeln könnten.

Dieses Jahr, hieß es in der Tagung, werde voraussichtlich mit 1200, möglicherweise aber auch mit 2000 Flüchtlingen gerechnet. Die müsse der Kreis gemeinsam mit den Kommunen unterbringen. Deshalb müsse angemessener Wohnraum schnell und unbürokratisch geschaffen werden.

Zur Unterstützung der Flüchtlinge bei der Integration durch hauptamtliche Mitarbeiter seien eine Hilfe durch die örtlichen ehrenamtlichen Betreuer und eine enge Kooperation mit Vereinen notwendig. Beide stellten eine „Brücke zum Gemeinwesen“ dar. Die ehrenamtlichen Kräfte sollten künftig stärker unterstützt werden. Die Konferenzteilnehmer fordern deshalb einen verstärkten Einsatz hauptamtlicher Mitarbeiter für die Betreuung von Flüchtlingen, insbesondere durch die Verbesserung des Betreuungsschlüssels von derzeit 1:210. Verlangt werden Konzepte zur „schnellen und verlässlichen Integration von Flüchtlingskindern und -jugendlichen in das Schulsystem und in die Kindertageseinrichtungen“. Dafür müsse das Land zusätzliche Mittel geben.

Sprachkurse verlangt

Zu den Forderungen gehören daneben für die Teilnehmer kostenfreie Sprach- und Integrationskurse von Anfang an und der Abbau bürokratischer Hürden beim Arbeitsmarkt. Auch müssten Asylanträge schneller bearbeitet werden. Zudem verlangen die Teilnehmer, auf Kosten des Bundes Gesundheitscards auszugeben, das Gesundheitswesen zu entbürokratisieren. Sie wünschen sich regelmäßige Veranstaltungen, um Ehrenamtliche zu beteiligen, und Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation der Flüchtlinge. Ferner wurde die Forderung nach einem Dolmetscherpool laut. Der sei eine Voraussetzung für eine funktionierende Betreuungsarbeit der Wohlfahrtsverbände und der Kommunen.

Bei der Forderung der Aufsichtsbehörden zum Haushaltsausgleich sollten die Ausgaben der Kommunen für die Flüchtlingshilfe explizit herausgenommen werden, um den Kommunen mehr Spielraum zu verschaffen.

Standards setzen

Der Kreis beteilige Städte und Gemeinden angemessen an der Erhöhung der durch das Land zusätzlich bereitgestellten Mittel. Die Teilnehmer fordern Land und Bund auf, ein Investitionsprogramm für den sozialen Wohnungsbau aufzulegen, es gehe um „angemessene Standards für die Unterbringung und die Betreuung“.

Der Kreisausschuss solle prüfen, ob die in den Neunzigern gegründete gemeinnützige Flüchtlingshilfe reaktiviert werden könne – um Wohnraum speziell für die Flüchtlinge zu schaffen. fnp

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