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Anlage soll wetterfest werden

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Fünf Jahre nach der Sanierung des Burggartens greift das Land als Eigentümer der Friedberger Burganlage erneut in die Tasche. Es macht rund eine halbe Million Euro für Sanierungsarbeiten an den Burgmauern locker.

Von Jürgen W. Niehoff

Das Efeu, das die Mauern der historischen Burganlage schon seit langem bedeckt, ließ die Schäden an dem alten Mauerwerk nicht nach außen hin sichtbar werden. Unter dem Efeu haben sich Flechten angesiedelt, deren Wurzeln das Mauerwerk mittlerweile nicht nur großflächig beschädigt haben, sondern an manchen Stellen sogar zu sprengen drohen.

Regenwasser dringt ein

Nach Mitteilung des Hessischen Immobilienmanagements (HI), das für die landeseigenen Bauwerke zuständig ist, sei bereits der Mörtel an größeren Teilbereichen abgeplatzt, Fugen seien entstanden, so dass Regenwasser ungehindert in das Mauerwerk eindringen könne. Außerdem seien Teile der vorhandenen Sandsteinabdeckungen bereits verschoben oder beschädigt.

Deshalb hat das HI Ende vergangenen Jahres beschlossen, dass nach der Sanierung des Burggrabens im Jahr 2010 für etwa eine Million Euro, der Sanierung des Römerbades zwei Jahre später für weitere 100 000 Euro nun auch das Mauerwerk der Burganlage instandgesetzt werden müsse. Nach Ostern sollen die Arbeiten beginnen und bis November beendet sein. 556 000 Euro stellt das Land zur Behebung der Schäden zur Verfügung. Vor einigen Tagen wurde bereits mit der Entfernung des Mauerbewuchses begonnen und eine Schneise geschnitten, um so in den nächsten Wochen bis zum eigentlichen Arbeitsbeginn neues Pflanzenwachstum zu verhindern. Im Detail sollen dann die den Burggarten umschließenden Burg- und Wallmauern instandgesetzt werden. Der Asphaltbelag der Brücke wird erneuert, an der Naturbühne werden Ausbesserungen vorgenommen. Sollte beim Abtragen der brüchigen Asphaltdecke der ursprüngliche Sandsteinbelag wieder zutage treten, dann soll dieser wieder genutzt werden. Die Mauerflächen der Brücke und der Brüstungen sollen dabei ebenfalls mit bearbeitet werden.

Wo erforderlich, sollen die Mauern auch neue Fugen erhalten und Abdeckungen aus Sandstein die derzeitigen Beton- und Ziegelabdeckungen ablösen. Vorhandene Decksteine aus Sandstein werden in diesem Zuge gereinigt, sandende Oberflächen mit Steinfestiger behandelt und Fehlstellen repariert, die Stoßfugen erneuert.

Weiter werden an den Zinnen alte Beton-Ausbesserungen abgebrochen, durch artgleiches Material ersetzt und die Absturzsicherungen erneuert. Ebenso werden die Sandsteinpfosten der südlichen und nördlichen Pforte repariert. Die südliche Pforte soll eine Tür erhalten. Saniert werden sollen die Mauern und Abdecksteine der Naturbühne. Dabei soll der vorhandene Elektroverteilerkasten auch einer moderneren Lösung weichen.

Blumen- und Gemüsepaten

Bürgermeister Michael Keller (SPD) zeigte sich sehr zufrieden über die Ankündigung der hessischen Landesbehörde: „Das ist sehr gut. Aber schließlich ist es auch ihr Eigentum und deshalb müssen sie sich auch darum kümmern.“

In diesem Zusammenhang kündigte Keller eine Besonderheit während des Frühlingsmarktes Anfang Mai im Burggarten an. Dort sollen im vorderen Teil des Adolfsturmes Hochbeete aufgebaut werden. Bürger können dafür Patenschaften übernehmen und dort dann Blumen oder Gemüse anpflanzen. Um für die entsprechenden Wachstumsbedingungen zu sorgen, werden die Hochbeete dort angelegt, wo die Sonneneinstrahlung am größten und der Weg zum benötigten Wasser am kürzesten ist.

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