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Die Mutter des Gemeinschaftsgefühls

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Von: Friedrich Reinhardt

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Blumen, Urkunde und 500 Euro: Diana Fischer,
Blumen, Urkunde und 500 Euro: Diana Fischer, © Friedrich Reinhardt

Engagierte Preungesheimerin erhält Ehrenpreis - Programm zur 1250-Jahr-Feier steht

Rund 20 Stunden in der Woche kümmert sich Diana Fischer um ihren Stadtteil. Sie trägt Veranstaltungstermine auf der Internetseite preungesheim.net ein, schreibt Artikel darüber, was im Stadtteil passiert über Bauprojekte, den Wochenmarkt oder Impftermine. Vom Handy aus moderiert sie die Facebookgruppe "Frankfurter Bogen" und einmal im Monat schickt sie einen Newsletter an hunderte Preungesheimer heraus. Und das ist nur die Arbeit im virtuellen Raum.

Institution ins Leben gerufen

Fischer ist auch im Redaktionsteam der evangelischen Kreuzgemeinde, Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins, Beisitzerin beim Vereinsring. Dafür hat der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) sie nun mit dem Ehrenpreis des Stadtteilparlaments ausgezeichnet.

"Sie haben mit der Gründung des Nachbarschaftsvereins Preungesheim eine Institution ins Leben gerufen, die die Bürger Preungesheims zusammen-bringt", sagte Ortsvorsteherin Wera Eiselt (Grüne), als sie Fischer die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung verlieh. Die "rasende Reporterin", wie sich Fischer auf ihre Visitenkarte nennt, bringt allerdings Preungesheimer nicht erst seit 2017 zusammen, als der Nachbarschaftsverein gegründet wurde.

2006 zog Fischer nach Frankfurt, erst nach Eckenheim, 2009 dann nach Preungesheim, in den Frankfurter Bogen. Der war damals noch eine Ödnis. Den Tegut auf dem Gravensteiner Platz gab es noch nicht, ebenso wenig die U-Bahn. Das Baugebiet Frankfurter Bogen hatte Preungesheim grundlegend verändert und dieser Neuanfang musste gestaltet werden. "Ich hatte damals schon den Drang, alles zu wissen, was passiert", erzählt Fischer. Wann der Supermarkt aufmacht, wann die U-Bahn endlich fährt. Solche Sachen. Und weil Fischer sich informierte, wurde sie von Nachbarn oft gefragt. "Bevor ich 20 Mal am Tag immer wieder das Gleiche erzähle, kann ich es auch aufschreiben", habe sie sich damals gedacht. Fischer unterstützte darum Manuel Tessin, der die Seite Frankfurter-Bogen.net betrieb. Als er wegzog, übernahm Fischer komplett.

Fischer ist freiberufliche Werbekauffrau. "Content-Management", also Internetseiten verwalten, Informationen aufbereiten oder Soziale Medien bespielen, das ist ihr Handwerk.

Ein Weg aus der Anonymität

2010 gründete sie auch die Facebookgruppe "Frankfurter Bogen". Gerade weil das neue Wohngebiet noch eine Ödnis war gab es nur wenige Orte, wo sich Menschen treffen und kennenlernen können. Der Wochenmarkt war noch Zukunftsmusik, Bars und Restaurants sind heute noch Mangelware. Nicht gerade die besten Bedingungen für die Neu-Preungesheimer, um im Stadtteil anzukommen. Mit Fischers Facebookgruppe entstand dafür eine Plattform. "Menschen haben sich zum Joggen verabredet, Freundeskreise gebildet. Es ist schön, zu sehen, wie sich das entwickelt." Intensiviert hat sich das mit den Stammtisch-Treffen, die Fischer begann regelmäßig zu organisieren. Von dem Dienst, den Fischer den Preugesheimern erwies, profitierte sie auch selbst. "Ohne das hätte ich ein einsameres Leben. Als ich nach Frankfurt kam, ging ich regelmäßig ins Fitnessstudio. Kennengelernt habe ich dort keinen." Mit dem Engagement hat sich das grundlegend geändert. Mit einem großen Netzwerk ist sie im Stadtteil verbunden. Nicht nur in der Facebook-Gruppe, mit ihren knapp 2500 Mitgliedern. Friedrich Reinhardt

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