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Einmal in einem Auto sitzen und fahren ? für mehr als 300 Teilnehmer mit und ohne Handicap hat sich dieser Wunsch in Friedberg erfüllt.

Barrierefrei hinterm Steuer

Fahren – auch mit Handicap

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Was für ein Spaß: Bei der zweiten Friedberger Fahrspaßschule des lokalen Vereins „Mensch, mach mit!“ dürfen sich Menschen mit Behinderungen zum ersten Mal hinters Steuer setzen.

„Das war toll“, freut sich Manuela aus Bad Salzhausen. „Aber man muss auf den Verkehr und das Lenken achten.“ „Ein gutes Gefühl“, strahlt auch Richard Drahms nach seinem ersten Fahrtraining. Der junge Mann reiste aus Berkheim in Baden-Württemberg an, um bei der Wetterauer Fahrspaßschule mitzumachen.

Einmal selbst ein Auto fahren, hinter dem Steuer sitzen, lenken und hupen – das ist der Wunsch vieler Menschen. Doch Behinderten ist es oft nicht möglich, einen Führerschein zu machen.

Deshalb veranstaltet der Verein „Mensch mach mit!“ die Fahrspaßschule. An seiner Seite: die Fahrschule Jost aus Bad Nauheim und die Stadt Friedberg. Zum zweiten Mal wurde die Aktion auf dem großen Parkplatz am Burgfeld neben dem Junity realisiert – mit großem Erfolg.

„Schon vor dem regulären Anmeldetermin haben wir wahnsinnig viele Anfragen erhalten“, so Organisator und Vereinsvorsitzender Klaus Schumacher. Anfragen kamen sogar aus Dillenburg, Mainz, Darmstadt, Fulda. Auch bei Fahrschul-Inhaber Karlheinz Jost hagelte es Anfragen. „Wir haben sogar private Anrufe erhalten“, sagt Jost. „Mir tut es heute nur leid, dass nicht jeder, der fahren möchte, auch drankommt.“ Mehr als 400 Anmeldungen habe es gegeben, 306 wurden berücksichtigt. Somit wurde die Teilnehmerzahl gegenüber 2015 fast verdoppelt.

„Wir haben sechs Fahrschulautos und acht Fahrlehrer dabei, so können wir ohne Pause viele Runden drehen“, sagt Jost. Die Stadt Friedberg hatte einer Vergrößerung der Fläche zugestimmt.

„Das Fahrerlebnis steigert das Selbstwertgefühl der Teilnehmer enorm“, weiß Jost. Schon deshalb lohne sich der Aufwand. „Außerdem macht es den Fahrlehrern selbst großen Spaß.“ Beachtlich sei, dass sich unter den Teilnehmern, ob mit oder ohne Handicap, oftmals keinerlei Unterschied beim Lenken zeige. Aber auch das Fahren auf drei Rädern ist oft mit Schwierigkeiten verbunden, wie Christian Stopp vom Dreirad-Zentrum Frankfurt weiß. „Das Kurvenverhalten ist ganz anders, man darf sich mit einem Dreirad nicht so stark hineinlehnen wie mit einem Fahrrad oder Motorrad.“

Auch hier dürfen die Besucher sich selbst erproben. Für die Fahrspaßschule hat der Verein weitere Partner an der Seite. Neben dem Dreirad-Zentrum Frankfurt gibt es Unterstützung von der Behindertenhilfe Wetterau Ockstadt, der Lebenshilfe Wetterau, dem Junity und der Stadt. Ebenso dabei ist die Freiwillige Feuerwehr Friedberg.

Hier können die Besucher nicht nur in einem Feuerwehrfahrzeug Platz nehmen, sondern sogar selbst aktiv werden und ihre Zielsicherheit mit den Feuerwehrschläuchen testen.

Eine Disco „All together“ rundet das Angebot im Junity bis um 22 Uhr ab. Für die motivierten Fahrschüler gibt es zudem noch eine Urkunde – für die erfolgreiche Teilnahme an der Fahrspaßschule.

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