Flüchtlinge: In der Wetterau wird es eng

In diesem Jahr gelangten bislang 1200 Flüchtlinge in die Wetterau, bis zum Jahresende könnten es 3000 sein. Die Lage spitzt sich zu.

In diesem Jahr gelangten bislang 1200 Flüchtlinge in die Wetterau, bis zum Jahresende könnten es 3000 sein. Die Lage spitzt sich zu. Darauf weisen Landrat Joachim Arnold (SPD) und Sozialdezernent Helmut Betschel (Grüne) hin.

„Wir haben nur noch geringe freie Kapazitäten“, schildert Betschel. Bürger müssten sich auf Einschränkungen gefasst machen. Die geplante Nutzung der Turnhalle in Niddatal-Assenheim ist ein erster Schritt. Das ist leicht zu verschmerzen, weil die Turnhalle ohnehin für den Abriss freigegeben war.“

Sollten aber tatsächlich viele weitere Flüchtlinge kommen, wird es ernst. Eine Unterbringung in Zelten sei angesichts des kommenden Winters nahezu unmöglich. Auch die Nutzung von Schulturnhallen sei nur begrenzt möglich. Auch Bürgerhäuser rückten nun in den Fokus. Die Hoffnung, dass diese Einschränkung nur vorübergehend sein könnte, könne man nicht teilen.

Arnold und Betschel forderten weitere Hilfe von Bund und Land. Derzeit sei eine Zusammenarbeit im Land überhaupt nicht erkennbar.

Das sehen auch die Bürgermeister so. Florstadts Bürgermeister Herbert Unger (SPD), auch Vorsitzender der Bürgermeisterkreisvereinigung: „Wir versuchen mit allen Mitteln die Nutzung von Turnhallen und Bürgerhäusern zu verhindern. Ein Rückgang der Flüchtlingszahlen ist aber derzeit nicht erkennbar, und auch der Flüchtlingsgipfel in Berlin in der vergangenen Woche wird seine Wirkung erst im November entfalten.“

Auch Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) sieht die Lage ernst: „Da im Ballungsraum der private Wohnungsmarkt sehr angespannt ist, müssen wir weitgehend auf städtische Liegenschaften zurückgreifen. Mit Umbauten kommen wir gut voran, aber Neubauten brauchen Zeit. Es wäre wichtig, wenn uns private Mietobjekte angeboten würden.“

(fnp)

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