Wetterauer Kreistag stimmt für landesweites Ticket

Hände heben sich für Schüler

Große Zustimmung im Wetterauer Kreistag findet die landesweite Einführung des Schülertickets sowie die Einführung einer Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der Regelung zur Übernahme der Schulwegekosten. Und auch für Bad Vilbel gibt es erfreuliche Nachrichten.

Bevor sich der Wetterauer Kreistag dem Thema Schülerticket am Mittwochnachmittag annehmen kann, verkündet Landrat Joachim Arnold (SPD) eine Mitteilung, die zumindest die Bad Vilbeler erfreuen dürfte: 500 000 Euro will der Kreis der Quellenstadt überweisen, sollte ihre Bewerbung für den Hessentag 2020 erfolgreich sein. „Dies ist ein klares Signal in Richtung Landesregierung, dass der Wetteraukreis hinter der Bewerbung Bad Vilbels steht“, so der Landrat. Er erwarte sich vom Hessentag nicht nur Impulse für die städtische Entwicklung Bad Vilbels, sondern auch für die ganze Wetterau. Dreimal fand der Hessentag in der Wetterau statt. Zwei Mal in der Kreisstadt Friedberg, nämlich 1966 und 1979, und 2007 in Butzbach, damals mit der bisher höchsten Besucherzahl von 1,1 Millionen.

Mehr Zuschüsse

Freuen dürfen sich auch die Schulleiter der Ganztagsschulen, denn auch sie erhalten demnächst mehr Geld. Anlass dafür ist die neue Richtlinie zur Förderung des Ganztagesprogramms an Schulen in der Wetterau, die der Kreistag am Mittwoch mit großer Mehrheit beschlossen hat. Nach der bisherigen Regelung hatten sich wegen der steigenden Anzahl an Ganztagsangeboten immer mehr Schulen die gleiche Summe, nämlich 600 000 Euro pro Jahr teilen müssen.

Die einzelne Schule hatte so Jahr für Jahr weniger Geld zur Verfügung. Dass die Haushaltsmittel zur Förderung der ganztägig arbeitenden Schulen in den kommenden Schuljahren steigen sollen, hatte der Kreistag bereits im Dezember 2016 beschlossen. Die schrittweise Erhöhung der Mittel auf insgesamt 900 000 Euro bedeutet eine fünfzig prozentige Steigerung.

Das bedeutet, dass keine Schule zukünftig deshalb weniger Geld erhält, weil eine andere Schule neu in das Ganztagsprogramm des Landes aufgenommen wurde. Geändert wird auch das Abrechnungsverfahren. Zukünftig erhält jede Schule einen Sockelbeitrag sowie einen Zuschuss für jeden Schüler. Bisher wurde nur pro verkauftes Essen abgerechnet, was recht aufwendig und fehlerhaft war.

Frage des Geschmacks

Darüber hinaus erhalten die Schulen, die das Ganztagsprogramm bereits eingeführt haben, noch einen zusätzlichen Bonus. „Als Anreiz für die Schulen, die an dem Nachmittagsprogramm noch nicht teilnehmen“, so Schuldezernent Jan Weckler (CDU). Abgelehnt hingegen wird ein Änderungsantrag der Grünen auf Einführung von vegetarischen Gerichten sowie Verwendung von Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung.

Essen sei eine Frage des Geschmacks, und daran änderten auch Vorschriften nichts. Deshalb sollte man es den Schulen überlassen, für welche Essensangebote sie sich entscheiden würden, so die SPD-Sprecherin Kristina Paulenz. Sogar vom misslungen Veggie-Day war da die Rede.

Übereinstimmung herrscht bei der Debatte über die Einführung des landesweiten Schülertickets für einen Euro pro Tag. Lediglich die Grünen geben zu bedenken, dass dann möglicherweise die Busse nicht mehr ausreichen würden.

Deshalb sollten die Verantwortlichen für den Schülerverkehr, die VGO und die ZOV, zuvor befragt werden, ob und wo eine Verbesserung des Angebots für notwendig erachtet werde. Dieser Einwand wird aber abgelehnt, weil die Gesellschaften erst Erfahrungen sammeln müssten bevor sie über Änderungen entscheiden könnten.

Der Antrag wird mit großer Mehrheit bei lediglich einigen Stimmenthaltungen angenommen. Für die Änderungswünsche der Grünen findet sich hingegen keine mehrheitliche Zustimmung.

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