Lebensmittelüberwachung legt Jahresbericht vor

Igitt! Maden im Croissant

Lebensmittel sind eine hochsensible Angelegenheit. Über 3000 Kontrollen hat die Lebensmittelüberwachung im Wetteraukreis im vergangenen Jahr durchgeführt. Dabei fanden die Kontrolleure zum Teil ziemlich eklige Dinge.

Bis Lebensmittel vom Feld oder dem Stall auf unseren Teller kommen, durchlaufen sie einige Stationen. Und überall lauern Gefahren. Deshalb wird Essbares streng überprüft. Im Wetteraukreis ist die Kreisverwaltung für die Lebensmittelüberwachung zuständig. Damit die Wetterauer möglichst von Maden im Brötchen oder von verdorbenem Fisch verschont bleiben, führt der Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung zahlreiche Kontrollen durch. Nun ist der Bericht für das Jahr 2014 erschienen.

„Die Lebensmittelüberwachung im Wetteraukreis sichert ein hohes Niveau an Lebensmittelqualität und -sicherheit“, begründet Landrat Arnold die hohe Zahl der Kontrollen. Im letzten Jahr wurden beinahe 3000 Betriebskontrollen durchgeführt. Bei rund 30 Prozent der Kontrollen wurden kleinere, bei rund 17 Prozent größere Mängel festgestellt. Sieben Betriebe mussten vorübergehend geschlossen werden. Diese konnten jedoch nach der Behebung der Mängel wieder eröffnen.

Beschwerden verfolgen

Eine wichtige Stütze für die Kontrolleure sind auch immer wieder Beschwerden der Verbraucher. Die Anzahl der eingereichten Beschwerden sind auch im letzten Jahr erneut angestiegen. So wurde beispielsweise in einer Bäckerei ein verbesserter Insektenschutz durchgesetzt, nachdem eine Kundin dort ein Croissant gekauft hatte, in dem bereits zahlreiche Maden geschlüpft waren.

Neben den Betriebsprüfungen wurden auch rund 760 Lebensmittelproben und Proben von sogenannten Bedarfsmitteln vorgenommen. Das können beispielsweise Kosmetikartikel sein. So wurde zur Fußball-WM ein Rückruf von Schminkstiften in Deutschlandfarben überwacht, die giftige Farbstoffe enthielten.

Auch Kontrollen von Lebensmitteltransporten spielten eine große Rolle. Eine wichtige Säule der Lebensmittelsicherheit stellt auch die Überwachung von Tierschlachtungen dar. Neben den Kontrollen von 46 EU-zugelassenen handwerklich geprägten Schlachtbetrieben, wurden auch gewerbliche Wildbearbei-tungsbetriebe, Farmwildvermarkter und Hausschlachtungen kontrolliert.

Im hessischen Vergleich gibt es besonders viele Schlachtbetriebe in der Wetterau. Die Mitarbeiter dieser Betriebe werden regelmäßig hygienisch geschult. Damit ist die Voraussetzung für die regionale Erzeugung und Vermarktung von sicheren sowie hochwertigen Lebensmitteln gegeben, heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus.

Schnitt in Lunge und Herz

Wie ernst der Wetteraukreis die Lebensmittelkontrollen nimmt, zeigt die Tatsache auf, dass der Wetteraukreis in Zusammenarbeit mit den amtlichen Tierärzten, Fleischbeschauern sowie rund 100 Metzgern beschlossen hat, auch weiterhin auf die traditionelle Fleischbeschau zu setzen. Diese sieht vor, dass Fleisch nicht nur in Augenschein zu nehmen, sondern es auch zu betasten und einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Dieser Beschluss war notwendig geworden, weil die EU kurzfristig die rein optische Fleischbeschau zur Regel erklärte (die FNP berichtete). Statt wie bisher vorgeschrieben durch Schnitte – unter anderem in Lunge und Herz – gründlich zu prüfen, ob das geschlachtete Tier gesund war, genügte vorübergehend nur noch ein kurzer Blick auf die Organe des Tieres.

(fnp)

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