Tierheim Wetterau in Bad Nauheim

Das neue Glück der Hunde

Hunde brauchen immer Auslauf – auch in einem Tierheim oder einer -pension. Der Verein Tierheim Wetterau im Bad Nauheimer Stadtteil Rödgen hat konsequent gehandelt und drei große Ausläufe errichten lassen – zum neuen Glück der Hunde.

Heiko Färber, der Vorsitzende des Vereines Tierheim Wetterau, trägt zufriedene Miene zur Schau. Denn „sein“ Tierheim verfügt nun über eine Einrichtung, die, so stellt er mit einem Quentchen Stolz heraus, „nicht viele Tierheime in Hessen haben dürften“. Gemeint sind drei große Hundeausläufe, „die wir für acht bis zehn Hunde pro Auslauf gemeinsam nutzen können“.

Durch diese Gruppenausläufe könne nicht nur der Tierheimstress bei den derzeit 16 Vierbeinern deutlich abgebaut werden, sagt der Veterinär, die Tiere „können tagsüber auch artgerecht in Gruppen gehalten werden“, betont er. Das hat Färber dieser Tage den Mitgliedern des Wetterauer Kreisausschusses bei deren Besuch in Rödgen verdeutlicht. Und dies erfuhren die Herrschaften gleich dazu: Auch der durch Hundegebell verursachte Stress der Katzen reduziere sich.

Entstanden sind die Ausläufe auf fünf zugekauften, eingezäunten Wiesen, insgesamt einem Areal von 2000 Quadratmetern Größe, mit einigen Bäumen. Das Gelände des Tierheimes Am Brunnenweg war dazu seit Herbst vorigen Jahres der Wirkungsort von Bauarbeitern.

Die Erweiterung, zu deren Kosten keine Angaben gemacht werden, sei vor allem durch Spenden und eine nicht näher bezifferte größere Erbschaft zugunsten des Heimes möglich geworden, stellt Färber heraus. Daneben hätten die Sparkasse Oberhessen und der Wetterauer Energieversorger Ovag ihr Scherflein beigetragen.

Zu den Angeboten des Tierheims gehört aber auch die Auf-nahme von Tieren in Pension, was der Fall ist, wenn etwa die Besitzer einmal ohne Tiere verreisen. In der Wildtierauffangstation werden kranke, verletzte und verwaiste Wildtiere artgerecht gepflegt, damit sie wieder in die Natur entlassen werden können.

Der Grundgedanke sei, erläuterte der Vereinschef den Besuchern, die Jungtiere möglichst optimal auf die Freiheit vorzubereiten, sie nicht länger als unbedingt notwendig in Gefangenschaft zu halten.

Freilich braucht es für all das Mittel. Zum einen beteiligen sich Wetterauer Kommunen mit Beiträgen an der Finanzierung, bei der es in der Vergangenheit immer wieder gehakt hat, zum anderen ist der Kreis an der Finanzierung des Tierheimes beteiligt. Aus dessen Kasse fließen jährlich 75 000 Euro bei einer Inflationsanpassung von zwei Prozent. Zudem stellt der Wetteraukreis pro Jahr einen Betrag in Höhe von 6000 Euro für einen Auszubildenden zur Verfügung.

Der Kreis hatte dazu im vergangenen Jahr finanziell

Nägel mit Köpfen

gemacht, sprich eine neue Vereinbarung mit dem Tierheim geschlossen. Damit, so Landrat Joachim Arnold (SPD), sei eine „weitere bewährte Zusammenarbeit für die nächsten sieben Jahre geregelt“.

Unter anderem sieht diese vor, dass mit dem finanziellen Engagement neben der Wildauffangstation vor allem die tierschutzrechtliche Arbeit des Veterinäramtes unterstützt werden soll. Was den Auszubildenden betrifft, der in Rödgen drei Jahre lang das Rüstzeug zum Tierpfleger erhalten kann, so ist derzeit keiner in Sicht. Denn es fehlt ein Ausbilder. fnp/rjm

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