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Preisträger des OVAG Jugendliteraturpreises

Jugendliteratur

Ovag präsentiert zum 15. Mal Werke der Gewinner des Literaturwettbewerbs

Das muss man erstmal schaffen: Mit der ersten literarischen Veröffentlichung gleich "Gesammelte Werke" vorzulegen. So heißt die 15. Auflage des Buches, das Geschichten von 23 Nachwuchsautorinnen und -autoren versammelt, allesamt Sieger beim Jugendliteraturpreis der Ovag. Die Journalistin Bärbel Schäfer stellte das Buch vor und gab den jungen Kollegen wichtige Tipps.

Es ist jedes Mal ein magischer Moment für die Sieger des Jugendliteraturpreises der Ovag: Das Buch ist fertig, die "Gesammelten Werke" mit den prämierten Kurzgeschichten, die, wie es Ovag-Vorstand Rainer Schwarz ausdrückte, das "Säurebad" des viertägigen Lektorats-Workshops in Bad Kissingen durchlaufen haben. An jedem Satz, an jedem Wort wurde gefeilt. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Drei der jungen Autorinnen lasen am Donnerstagabend bei der Buchpräsentation ihre Geschichten vor. Starke Geschichten, die unter die Haut gehen oder auch für amüsiertes Schmunzeln sorgen.

In "Das Leben in der Hölle auf Erden" beschreibt Anna Wecker aus Ulrichstein den menschenverachtenden Alltag in einem Jugendwerkhof der DDR. "Der Schlag, mit dem die schwere Eisentür ins Schloss krachte, hallte in meinen Ohren nach", beginnt die Geschichte, die aufgrund der geschilderten Erniedrigungen beim Lesen noch lange nachhallt.

Farnaz Nasiriamini aus Butzbach, bereits zum fünften Mal unter den Preisträgern des Wettbewerbs, las mit großer Ausdruckskraft (auch Lese-Training gehört zum "Paket" dieses Literaturwettbewerbs) ihre Geschichte "Es ist überall" vor: Eine Schülerin leidet darunter, dass im Internet ein kompromittierendes Video von ihr kursiert. Phantasievoll überdreht und vollgepackt mit Märchen-Anspielungen ist die Geschichte "007 oder das moderne Märchen" von Anna Merbs aus Friedberg. Am Ende befreit der Geheimagent die eingesperrte Prinzessin, "das böse Königspaar aber durfte nur noch als Hotdog-Verkäufer arbeiten". Finger in der Wunde

"Was ist es, das in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet?" Georg Büchner ließ das vor 184 Jahren seinen "Danton" fragen. Ovag-Vorstand Rainer Schwarz übersetzte dies in seiner Ansprache in heutiges Deutsch: Was treibt junge Menschen zwischen 14 und 23 Jahren an, sich in die Not von Flüchtlingen zu versetzen oder sich mit Themen wie Selbstmord zu beschäftigen? "Ist es der Antrieb, den Finger in die Wunde gesellschaftlicher Missstände zu legen?" Manchmal reiche auch das Vergnügen, andere Menschen mit einer Erzählung gut zu unterhalten.

200 Jugendliche hatten sich im letzten Sommer an der 15. Auflage des Wettbewerbs beteiligt. Nach Lektorat und Buchveröffentlichung folgt nun die Lesetournee, die Autorinnen und Autoren besuchen dabei knapp 40 oberhessische Schulen. Zweifel überwinden

Die Fernsehmoderatorin, Journalistin und Buchautorin Bärbel Schäfer weiß, was es heißt, eine unfertige Geschichte in der Schublade liegen zu haben – auch wenn die unter Autoren berühmt-berüchtigte "Schublade" heute in Gestalt einer E-Mail-Datei daherkommt. "Schlafende Texte" seien das, sie warteten auf ihre Bearbeitung, während der Autor zuweilen "Angst vor der eigenen Phantasie" habe.

"Der erste Satz ist der Beginn einer Reise, der letzte bringt mich nach Hause", sagte Schäfer. Doch zuvor müssten Selbstzweifel überwunden, müssten Absätze und ganze Kapitel immer wieder neu geschrieben werden. Übung macht eben immer noch den Meister und die Meisterin. "Sie haben jetzt erstmals Autorenluft geschnuppert. Genießen Sie den Fahrtwind, lassen Sie sich heute Abend feiern, aber bleiben Sie dran."

Dass sich Üben lohnt, demonstrierte die junge Pianistin Leonie Wiegel von der Friedberger Musikschule Minz. Atemberaubend schön, wie sie beim "Andante Maestoso" aus der "Nussknacker-Suite" von Tschaikowski die Akkorde in Arpeggios auflöste und zu etwas neuem zusammenfügte. Am Ende ernteten die Nachwuchsautoren in der Ovag-Zentrale in Friedberg viel Beifall von Eltern und Geschwistern und Schulleitern. Soll noch einer sagen, die jungen Leute könnten nicht mehr schreiben.

Schon jetzt anmelden für den nächsten Jugendliteraturpreis der Ovag

Das Buch "Gesammelte Werke" mit den 23 Siegertexten des Jugendliteraturpreises der Ovag ist für 12 Euro erhältlich. Bereits jetzt kann man sich für die 16. Auflage des Wettbewerbs anmelden. Infos gibt’s unter www.ovag-gruppe.de

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