Tierschützer begrüßen Entscheidung

Renz verkauft letzte Elefanten

Die Tierschützer im Wetteraukreis plagt eine Sorge weniger: Der Zirkus Daniel Renz hat seine beiden letzten Elefanten an einen Safari-Park in Nordrhein-Westfalen verkauft.

Von Jürgen W. Niehoff

Gestern wurden die Dickhäuter vom Reptilienpark und Zoogelände der Familie Renz in Ockstadt abtransportiert. „Für mich als leidenschaftlicher Tierschützer ist das eine überraschende, aber auch positive Lösung. Das Drama um die Elefanten bei uns in der Wetterau scheint damit ein zumindest für diese beiden Tiere doch noch gutes Ende zu nehmen.“ So kommentiert der Grünen-Kreistagsabgeordnete Marcus Stadler die Nachricht, dass die beiden letzten Elefanten der Zirkusfamilie Renz verkauft wurden.

Daniel Renz hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, etwa mit der Elefantenkuh „Maya“, die im Februar 2012 eines leidvollen Todes gestorben war, oder mit dem qualvolle Ertrinken von „Mädi“, einer weiteren Elefantendame aus seinem Zirkus, im Sommer 2013.

Weniger bekannt dürfte sein, dass im Frühjahr 2013 auch die Elefantendame „Saida“, für eine Elefantin viel zu jung, gestorben ist. Zwar machte die Firma Zirkus Renz im selben Jahr pleite, doch focht das Daniel Renz nicht weiter an. Als Privatmann machte er weiter. Er hat nun seine Elefanten „Mausi“ und „Baby“ an den Safaripark Stukenbrock nahe Gütersloh verkauft.

Auch die Verantwortlichen bei der Tierschutzorganisation Peta freuen sich über den Verkauf. Schon nach der Insolvenz habe die Organisation darauf gedrängt, die Tiere zu beschlagnahmen und in einem sorgfältig ausgewählten Zoo unterzubringen, heißt es in einer Mitteilung. Über ein Jahr lang lebten die afrikanischen Elefantinnen „Baby“ und „Mausi“ aber noch auf dem Zirkusgelände in Friedberg – unter teilweise mangelhaften Haltungsbedingungen. Erneut weist die Tierschutzorganisation auf ein Gutachten des hessischen Umweltministeriums aus 2011 hin, wonach die Elefantendamen unter deformierten Beinen und starkem Minderwuchs litten.

Stadler kritisiert den Wetterauer Veterinärsamtsleiter Dr. Rudolf Müller, der behaupte, dass es den Tieren dort „an nichts fehlt und sich die Tiere dort wohlfühlen“. Diese „Verkennung der Tatsachen“ und „Ignoranz gegenüber dem Tierwohl“ sei schon einzigartig zu nennen.

Gegen diese Kritik wendet sich Müller ganz entschieden. Die beiden Elefanten seien mit ihren 33 Jahren zwar keine jungen Tiere mehr, sie seien aber bei Renz gut untergebracht, wohlgenährt und tiermedizinisch bestens betreut gewesen. Davon habe sich das Veterinäramt in der Vergangenheit oft überzeugt. Trotzdem begrüße auch das Amt den Verkauf der letzten beiden Elefanten. Aus der Familie Renz will zu dem Vorgang niemand Stellung beziehen.

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