Wert ermittelt

Wetteraukreis will Kliniken kaufen

Der Verkauf des Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhauses und weiterer Kliniken in Friedberg, Bad Salzhausen, Schotten und Gedern wird konkreter.

Der Verkauf des Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhauses und weiterer Kliniken in Friedberg, Bad Salzhausen, Schotten und Gedern wird konkreter. Die Wirtschaftsprüfer von Price Waterhouse Cooper haben den Wert des Gesundheitszentrums Wetterau ermittelt, teilte Landrat Joachim Arnold (SPD) gestern mit. Weil das Unternehmen mit seinen rund 1200 Angestellten und jährlich 75 000 Patienten schwarze Zahlen schreibe, habe es einen Ertragswert von 3,5 Millionen Euro. Wenn die Stadt Bad Nauheim ihren 50-Prozent-Anteil an den Wetteraukreis verkauft, würde sie laut Arnold also 1,75 Millionen Euro bekommen. Mehr könne der Kreis nicht zahlen, „denn das wäre eine Veruntreuung öffentlicher Gelder“. Den weit höheren Sachwert des Konzerns könnte man laut Arnold nur bei einer Liquidation als Berechnungsgrundlage nehmen.

Der Verkauf des Gesundheitszentrums an den Kreis kam erst Anfang Dezember auf die Agenda. Der Konzern habe sich beim Kreis 9,5 Millionen Euro geliehen, meldete der Landrat den Kreis- und Stadtpolitikern. Dieser Kassenkredit müsse bis Ende Juni 2018 getilgt sein, damit das Gesundheitszentrum 31 Millionen aus der Hessenkasse und weitere zehn Millionen Euro billiger Landeskredite für den Bau eines rund 60 Millionen Euro teuren Bettenhauses am Bad Nauheimer Hochwald bekommt. Das noch fehlende Geld sollten der Kreis und die Stadt Bad Nauheim durch Stammkapital-Erhöhungen von je 15 Millionen Euro binnen fünf Jahren aufbringen.

Das würde aber die Bad Nauheimer überfordern, protestierte Bürgermeister Klaus Kress (parteilos). Nun wollen Politiker der Kurstadt das Gesundheitszentrum loswerden. In den nächsten Monaten müsse man darüber verhandeln, bestärkt sie der Landrat. Die Stadt könne die 1,75 Millionen gut für den Thermen-Neubau brauchen. Und sie werde das unternehmerische Risiko für die Kliniken los. „Wir werden Bad Nauheim eine große Last von der Schulter nehmen“, sagte der Landrat am Donnerstag. Unabhängig sind die Gespräche über eine Fusion des Gesundheitszentrums mit den Hochtaunuskliniken in Bad Homburg „nicht vom Tisch“, gab der Landrat noch bekannt. Die Reise gehe zur größeren Einheit, fügte er hinzu.

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