Flugsicherung gegen den Bau von Rotoren –- Investor lässt Bauantrag ruhen

Winterstein-Windräder: Aus!

Der Bau einer größeren Windparkanlage auf dem Winterstein durch einen privaten Investor scheint vorerst gestoppt zu sein. Denn das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung lehnt den von dem Koblenzer Windkraftanlagen-Betreiber, die Futura AG, gestellten Bauantrag aus Gründen der Flugsicherheit ab.

Aufgrund der Entscheidung der Flugsicherung geht das Regierungspräsidium Darmstadt davon aus, dass die Firma Futura AG ihren Antrag auf Bau der sechs Windräder auf dem Winterstein aus Kostengründen zurückziehen werde, wie dies der Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, Dieter Ohl gestern gegenüber der FNP äußerte. Zunächst hat das Unternehmen das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde erst einmal gebeten, den Bauantrag bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Wie der RP-Sprecher weiter mitteilte, hätte ansonsten seine Behörde aufgrund des ablehnenden Bescheides durch die Flugsicherung den Bauantrag ablehnen müssen. Nach Ansicht des Bundesamtes würden die von der Futura AG geplanten Windräder die Flugsicherheit gefährden, weil sie innerhalb der 15 Kilometer-Schutzzone liegen würden.

Aus demselben Grund sind innerhalb der letzten Jahre bereits 20 Windradanlagen im Umkreis des Frankfurter Flughafens abgelehnt worden. Die Windräder würden mit ihren bis zu 220 Meter hohen Rotoren das Funkfeuer, das den an- und abfliegenden Flugzeugen zur Orientierung dient, stören und so die Sicherheit gefährden. Ein gemeinsamer Windpark von Bad Homburg und Karben, sowie ein weiterer zwischen Niddatal und Karben haben ebenfalls schon dieses Schicksal ereilt.

Insgesamt sechs Windräder hatte das Koblenzer Energieunternehmen auf dem Winterstein, geplant und beantragt. Eigentümer der ungefähr 7800 Quadratmeter großen Fläche ist der Bundesforst. Weil die von dem Bau betroffenen Kommunen in diesem Falle keinerlei Einflussmöglichkeiten auf das Geschehen auf dem Winterstein gehabt hätten, regte sich schnell Widerstand in der Bevölkerung und auch in den politischen Gremien.

Als Letztes schob deshalb die Stadt Friedberg Anfang Dezember schnell noch einen Riegel vor das Bauvorhaben, in dem sie durch das Stadtparlament einen Bebauungsplan und eine Veränderungssperre für ihren Teil der Fläche verhängen ließ. „Somit haben wir keinen Zeitdruck mehr, wie wir das Gelände zukünftig gestalten wollen und können“ kommentiert Rosbachs Erster Stadtrat Heinz Sill (SPD) die Nachricht aus Darmstadt.

Nach dem Beschluss seiner Stadtverordnetenversammlung im Oktober soll aus dem Areal ein Naherholungsgebiet werden. In Friedberg wird momentan ähnliches geplant, wenn auch Bürgermeister Michael Keller (SPD), der sich zur Zeit im Urlaub befindet, ein Türchen für eigene Windräder nur wenige Hundert Meter entfernt auf dem Winterstein offen halten will.

Dazu muss er sich jedoch noch die notwendigen Mehrheiten im Parlament besorgen. Und das dürfte schwierig werden. „Wichtig ist vor allem, dass man die Entscheidung dort trifft, wo sie getroffen werden muss, nämlich in Friedberg selbst“, findet der Friedberger FDP- Fraktionsvorsitzende Achim Güssgen-Ackva

Es sei äußerst befremdlich, dass ausgerechnet bei einem derart kontrovers diskutierten Thema, wie dem der Windräder, die Bürgerbeteiligung für die Grünen auf einmal keine Rolle mehr spielen solle, ärgert er sich in diesem Zusammenhang. Doch bereitet ihm auch die Zukunft Sorgen.

So mahnt er zugleich, stets wachsam zu sein, „um die Windkraftanlagen am Winterstein und damit die Zerstörung eines Naherholungsgebietes letztlich dauerhaft verhindern zu können.“

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