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Abenteuer in der Krachmacherstraße

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Von: Harald Schuchardt

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Regina Wagner stellt die Familie der kleinen Lotta vor. Sie bringt das Buch von Astrid Lindgren anschaulich auf die Bühne des Alten Hallenbads und zeigt mit der Fahne, wo die Geschichte spielt. FOTO: LOD © Harald Schuchardt

Friedberg (har). Ein echtes Familienprojekt ist das Berliner Theater »Zitadelle«, das am Freitag im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Theater für junges Publikum« erstmals zu Gast im Theater Altes Hallenbad war. In zwei Vorstellungen spielte das Puppentheater das Stück »Lotta zieht um«, frei nach dem gleichnamigen Buch, das die bekannte schwedische Autorin Astrid Lindgren 1961 als zweite Geschichte in ihrer Krachmacherstraßen-Reihe geschrieben hat.

Vor 26 Jahren gründeten Ralf und Regina Wagner das Theater auf der Zitadelle in Berlin-Spandau und seit gut zehn Jahren werden sie von Sohn Daniel und Schwiegertochter Anna Wagner-Fregin unterstützt.

Absolventen der Schauspielschule

Das Besondere an dem Familienquartett: Alle vier sind Absolventen der Schauspielschule Ernst-Busch, Abteilung Puppenspiel, und das Theater wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Am Wochenende zuvor habe die Familie das 25-jährige Jubiläum groß nachgefeiert, erzählt Ralf Wagner, der bei den Stücken die Regie führt und zudem für alle Lichteffekte und den exzellenten Ton samt der Einspielung passender Musikstücke verantwortlich zeichnet. So auch im »Aha«, wohin er mit Ehefrau Regina gekommen war.

Gut 80 Kinder aus drei Kindertagesstätten verfolgten auf dem Boden sitzend das Spiel von Regina Wagner und deren Puppen auf der Bühne. »Es wird jetzt ganz dunkel, ihr braucht nicht erschrecken«, meinte Alexa Busse, die in der »Aha«-Kultur-AG für das Theaterprogramm für Kinder und Jugendliche verantwortlich zeichnet.

Schnell wurde es heller, und auf die Bühne kam Regina Wagner, die während des 40-minütigen Spiels durchgehend präsent ist und mit ihrer Gestik und ihrer enormen Ausstrahlung die mitgehenden Kinder mindestens ebenso begeistert wie die Puppen, die in drei verschiedenen Größen vorkommen, was an den unterschiedlich großen Spielebenen liegt.

So beginnt die Geschichte in und vor dem Haus in der Krachmacherstraße in dem die kleine Lotta mit ihren Eltern und den älteren Geschwistern Jonas und Maria lebt. Dass die Geschichte in Schweden spielt, zeigt eine kleine schwedische Fahne, die neben dem Haus steht und - dank eines Mini-Ventilators - im Wind flattert.

Es sind diese kleinen Details, die das Spiel so abwechslungsreich machen. Einmal schlüpft Regina Wagner sogar komplett in die Rolle der Titelfigur. Vor dem Spielbereich zerfetzt sie als wütende Lotta, die schlecht geträumt hatte, mit einer Schere ihren kratzigen Pullover. Aus Angst vor Ärger mit der Mutter beschließt sie dann lautstark: »Lotta zieht aus«.

Ziel ihres Auszugs ist das kleine Nachbarhaus in der Tante Berg wohnt. Die nimmt ihre Nichte auf und gibt ihr ihre Rumpelkammer - ein Wort, dass die Kinder lautstark wiederholen. Blitzschnell baut Regina Wagner die Rumpelkammer auf einem Teil der Bühne auf, was die Kinder einmal mehr fasziniert verfolgen.

Doch Lotta wird es schnell langweilig und so freut sie sich auf den Besuch ihrer Geschwister, und auch der Eltern, doch sie bleibt - bis es Nacht wird. Sie bekommt Angst, und schließlich kehrt sie doch zurück nach Hause. »Ich bleibe mein ganzes Leben hier wohnen«, beschließt Lotta.

Nach und nach gehen die Lichter im Haus aus, der Mond scheint über dem Haus, und viele Sterne leuchten vom Himmel herab. Dann ist es wieder dunkel und als es ein letztes Mal hell wird, gibt es einen langen Beifall für Regina Wagner, die sich sichtlich freut, denn »wir haben ja soooo lange keinen großen Applaus mehr bekommen.«

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