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Friedberg: Bienenschwarm „überfällt“ Auto – So verhält man sich richtig

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Von: Jürgen Wagner

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Schreck für den Besitzer: Ein ganzer Bienenschwarm hat sich in Friedberg auf einem Auto niedergelassen.
Schreck für den Besitzer: Ein ganzer Bienenschwarm hat sich in Friedberg auf einem Auto niedergelassen. © Parbel

Sie fliegen wieder: Für Bienen beginnt jetzt die Schwarmzeit. Teilweise überfallen sie ganze Autos. Imkerin Simone Parbel erklärt, wie man sich dann verhalten sollte. 

Friedberg – Die Nachbarin traf die richtige Wahl: Als sie den Bienenschwarm entdeckte, der das Heck eines Autos besetzt hatte, informierte sie den „Imkerverein Friedberg und Umgebung“. „So kam ich ins Spiel“, schildert Simone Parbel ihren Einsatz, der für Außenstehende spektakulär sein mag, für Imker aber Routine ist. Bis zu dreimal pro Bienenvolk ist so ein Ausschwärmen möglich, im Vereinsgebiet komme das im Jahr 25 bis 50 Mal vor.

Den Bienenschwarm fegte Parbel vom Auto, trieb die Insekten mit Rauch aus dem Smoker aus den Spalten zwischen der Kofferraumklappe und der Karrosserie und konnte ihn so glücklicherweise komplett einfangen: Als die Königin im Korb war, stellte sie den Fangbehälter auf, sodass die Bienen durch einen kleinen Spalt zu ihrer Königin finden konnten.

Bienen-Spektakel in Friedberg: Passanten und Polizei beobachten das Geschehen

Die Polizeibeamten beobachteten die Aktion, griffen aber nicht ein. Passanten, die die Szene beobachteten, sprachen die Befürchtung aus, von dem Schwarm könne eine Gefahr ausgehen. Oder sie mutmaßten, wie Parbel berichtet, hier würden gar Bienen gestohlen.

„Viele Menschen haben wenig Kenntnis vom Verhalten der Bienen“, sagt Parbel und hat dafür Verständnis. Aber ein wenig Aufklärung, meint sie, kann jetzt, in der beginnenden „Schwarmsaison“, auch nicht schaden. Übrigens: Der vom Pkw gefangene Schwarm konnte der Besitzerin des Ursprungsvolkes übergeben werden.

Imkerverein Friedberg und Umgebung

Auf der Website des Imkervereins Friedberg und Umgebung findet man unter imkerverein-friedberg.de/schwarmfang Imkerinnen und Imker, die bereit sind, Schwärme zu fangen. Diese Hilfe ist kostenlos. Spenden an den Verein sind aber willkommen, sagt Dipl.-Oecotrophologin und Imkerin Simone Parbel.

Verein in Friedberg hofft auf mehr Verständnis: Der Trend geht zu eigenen Bienen

Parbel und ihre Kolleginnen und Kollegen vom heimischen Imkerverein hoffen, dass das Verständnis für diese Insekten steigt. Die Imkerei liegt ohnehin im Trend. „Wir haben seit 2018 erheblichen Zuwachs im Imkerverein, der mittlerweile rund 280 Mitglieder zählt“, sagt die Hobbyimkerin.

Parbel selbst kam 2014 zur Imkerei, wie sie erzählt. Ihr sei damals bewusst geworden, dass Wildbienen in ihrer Existenz bedroht sind. In ihrem Garten stellte sie Nisthilfen auf. Als sich im Nachbargarten ein Schwarm niederließ, sei sie fasziniert von den Insekten gewesen. Sie belegte Kurse beim Imkerverein und hält sich seither Bienen im Garten, die leckeren Honig fürs Frühstücksbrot liefern.

Verein aus Friedberg informiert: Was tun, wenn die Bienen kommen?

Zuallererst: Ein Bienenschwarm ist friedlich, solange er nicht gestört wird. Es ist trotzdem gut, Abstand zu halten. Da Bienen im Moment des Schwärmens weder Brut noch Vorräte zu verteidigen haben, sind sie ruhig. Als ersten Schritt empfehlen Imker, fachkundige Menschen zu rufen, die sich um das Einfangen der Bienen kümmern, erklärt Simone Parbel. Dies sind die Mitglieder des lokalen Imkervereins.

In dieser wunderschönen, blühenden Jahreszeit haben sich die Bienen in den Bienenstöcken so weit entwickelt, dass sie sich als Volk vermehren wollen. Ein Teil des Volkes schwärmt mit der Königin aus und sucht sich eine Höhle, um ein neues Nest zu gründen. Ihre Tochter bleibt als neue Königin im Stock.

Bienenschwarm: Immer ein besonderes Ereignis – es kann Stunden dauern

Es ist ein besonderes Naturereignis, wenn sich Tausende von Bienen als Wolke in die Luft erheben und sich an einem Ast sammeln. Die Bienen erzeugen für dann einen Duft, der leicht nach Zitronengras riecht. Pfadfinder-Bienen fliegen in die Umgebung, suchen die neue Höhle. Solange harrt der Schwarm am Ast aus und schützt die Königin. Das kann Stunden dauern, manchmal auch Tage.

Bienenvölker ohne imkerliche Obhut haben wenig Chancen, länger als ein Jahr zu überleben. Der Grund dafür ist ein eingewanderter Schädling, die Varroamilbe. Daher ist es immer gut, wenn ein Bienenschwarm eingefangen und versorgt wird.

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