Die Impfung von Mädchen und Jungen auch im Alter von fünf bis elf Jahren, wie von der Ständigen Impfkommission beschrieben, wird von heimischen Kinderärzten ausdrücklich befürwortet.
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Die Impfung von Mädchen und Jungen auch im Alter von fünf bis elf Jahren, wie von der Ständigen Impfkommission beschrieben, wird von heimischen Kinderärzten ausdrücklich befürwortet.

Gegen Corona

Kinderimpfung: So gehen die Wetterauer Kinderärzte mit der Situation um

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission können Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen Corona geimpft werden. Bei Kinderärzten im Wetteraukreis laufen die Telefondrähte heiß.

Friedberg – Die Kinderärzte begrüßen die Empfehlung der STIKO, vor allem für Kinder mit Vorerkrankungen oder Kontakten zu Risikogruppen, aber genauso für gesunde Kinder, weil die Impfung grundsätzlich mehr Schutz für die Jungen und Mädchen und ihr Umfeld biete. Natürlich bedeuten Impfung und Aufklärungsgespräche einen wesentlich höheren Zeit- und Personalaufwand für die Kinderärzte und ihre Teams, gerade auch in einer Jahreszeit, in der die »normale« Infektionswelle bei Kindern rollt. Aber dem wollen die Ärzte mit Zusatzterminen begegnen.

Prof. Arno Fuchshuber, der mit Kolleginnen und Kollegen eine Praxis in Bad Nauheim und eine in Friedberg betreibt, freut sich, »dass wir endlich auch Impfstoff für die unter Zwölfjährigen bekommen. Ich befürworte unbedingt, auch diese Altersgruppe zu impfen. Sobald wir den Impfstoff bekommen, werden wir impfen«. Es gebe bereits eine entsprechende Warteliste. Seine Praxis versucht, »neben den normalen und zurzeit eng getakteten Sprechzeiten Impfungen durchzuführen«. Darüber hinaus wird er auch reine Impfsprechzeiten anbieten.

Corona-Impfungen für Kinder in der Wetterau: Auch familiäres Umfeld schützen

Ebenfalls in Bad Nauheim tätig sind die Kinderärzte Dr. Georg Certa und Uta Euler. Sie haben am Mittwoch in ihrer Gemeinschaftspraxis mit der Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren angefangen. »Wir gehen zunächst die Impfung der Kinder mit Vorerkrankungen aktiv an und empfehlen das auch den Eltern.« Aber sie impfen auch gesunde Kinder: »Dem Wunsch der Eltern kommen wir nach eingehender Beratung nach.« Die beiden Ärzte wollen den Fokus jedoch zunächst auf Kinder im Alter von acht bis elf Jahren legen, wenn sie schon in der Grundschule sind oder den Schulwechsel gerade hinter sich haben, »um die Jungen und Mädchen vor der Infektion und den damit einhergehenden sozialen Einschränkungen wie etwa der Quarantäne zu schützen«.

Doch auch für Kinder ab fünf Jahren, in deren Umfeld sich sehr kranke Personen befinden, hält Dr. Certa die Impfung für wichtig, »damit das komplette familiäre Umfeld geschützt ist«. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Impfungen für Kinder, für die kein medizinischer Grund vorliege, beide Elternteile ihr schriftliches Einverständnis geben müssen, während bei Kindern mit Vorerkrankung die Unterschrift eines Elternteiles ausreiche.

Corona-Impfungen für Kinder in der Wetterau: Verweis auf die Omikron-Variante

Der Niddaer Kinderarzt Dirk Brunnemann berichtet, über 100 Kinder seien schon auf der Warteliste. Die Praxis habe Extratermine angesetzt. »Da kommt viel Zusatzarbeit und ein höherer Personalaufwand auf uns zu, aber das machen wir gerne.«

Der Diplom-Mediziner befürwortet die Impfung, sowohl für Kinder mit Vorerkrankungen und Kinder mit Kontakten zu Risikogruppen, als auch für gesunde Kinder auf Wunsch der Eltern. »Geimpfte haben ein deutlich niedrigeres Risiko zur Erkrankung. Die Gefahr wird deutlich reduziert.« Das sei gerade für Kinder wichtig, weil sie allein durch die Schule viele Kontakte zu Gleichaltrigen haben.

Die Corona-Erkrankung zeige bei Kindern meistens weniger Symptome. Aber er hatte auch schwierige Fälle, sogar mit Klinikaufenthalt, macht der Arzt deutlich. Mit Impfung sei das Risiko ziemlich kalkulierbar. Auf einen weiteren Aspekt der Impfung auch für gesunde Kinder macht er ebenfalls aufmerksam: »Es gibt ein geringeres Risiko, Eltern und Großeltern anzustecken.« Darüber hinaus weist er auf die Omikron-Variante hin, von der in Südafrika vor allem Kinder betroffen seien. Die Impfung reduziere wenigstens das Risiko einer heftigeren Erkrankung. Die aktuellen Wetterauer Corona-Zahlen finden Sie hier. (Monika Eichenauer)

Was die STIKO sagt

Am 9. Dezember 2021 hatte die Ständige Impfkomission (STIKO) bekannt gegeben, dass sie »in Abwägung aller bisher vorhandenen Daten« die Covid-19-Impfung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen empfiehlt. Zusätzlich wird die Impfung von Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können. Darüber hinaus können auch fünf- bis elfjährige Kinder ohne Vorerkrankungen nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden, sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten besteht. Durchgeführt werden soll die Impfung mit zwei Impfstoffdosen des mRNA-Impfstoffs im Abstand von drei bis sechs Wochen.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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