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Debatte über Radschnellweg

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Von: red Redaktion

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Teile des FRM6 sollen entlang der Bahn verlaufen, wie hier beim FRM1 zwischen Darmstadt und Frankfurt auch. Den Grünen ist das aber nicht genug. © pv

Wetteraukreis (pm). Die Wetterauer Grünen haben für die Sitzung des Kreistags am Mittwoch einen Antrag zum Radschnellweg FRM6 von Butzbach nach Frankfurt eingebracht. Sie fordern darin eine erneute Überprüfung einer Wegeführung entlang der Bahn zwischen Bad Vilbel und Friedberg. Die Kreistagskoalition aus CDU und SPD sieht den Antrag kritisch, bremst er aus ihrer Sicht die Pläne aus.

Aus Sicht der Grünen verläuft der geplant Radschnellweg »bislang mehr zickzack als geradeaus«. Dabei sollten die Wege durch eine möglichst sanfte Kurvenführung auszeichnen und schnelles Fahrradfahren ermöglichen. Die vom Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main gezeigten Streckenvarianten enthielten allesamt zu viele Kurven, Kreuzungen und Brücken und Unterführungen. »Selbst die Bahnvariante führt nicht stringent an der Bahnstrecke entlang«, bemängelt der Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz.

Das Land werde eine solche Strecke weder genehmigen noch mitfinanzieren. Da sich die Planungsarbeiten für das dritte und vierte Gleis der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Bad Vilbel bereits im fortgeschrittenen Stadium befinden, müsse unbedingt die Kommunikation zwischen Wetteraukreis, Regionalverband, Land und Deutscher Bahn vorangetrieben werden. Der Radweg müsse entlang der Bahnstrecke geplant werden - ein Vorschlag des ADFC, den Bahn für den ersten Teilabschnitt abgelehnt habe. Einen solchen Fehler dürfe man nicht wiederholen.

CDU und SPD mit Änderungsantrag

»Jeder Radweg hilft uns weiter«, stellt der mobilitätspolitische Sprecher der Wetterauer SPD, Rouven Kötter, klar. »Aber das, was man hier beantragt, würde den sehr weit fortgeschrittenen Planungsprozess des Radschnellwegs von Butzbach bis Frankfurt ausbremsen und aufhalten. Das kann nicht im Sinne des Antragsstellers sein.« CDU und SPD haben daher einen Änderungsantrag eingebracht. Darin heißt es, dass man das Projekt »nicht durch weitere Variantenprüfungen verzögern« solle. Die kommunale Planungshoheit der Kommunen sei zu respektieren.

Der CDU-Fraktionschef und Bad Vilbeler Bürgermeister Sebastian Wysocki erläutert dazu: »Eine Wegeführung für den FRM6 entlang der Bahnstrecke wurde bereits im frühen Stadium des Projekts eingebracht und geprüft. Alle vorgeschlagenen Varianten prüfte man intensiv fachlich und bewertete sie anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs. Abschnittsweise setzte sich hier die Bahntrasse auch durch, wie etwa in einem Teilbereich Bad Vilbels. An anderen Stellen erwiesen sich alternative Trassen als sinnvoller, weil zum Beispiel gar kein Platz für einen Radweg parallel der Gleise vorhanden ist.« Nun liege der Ball bei den Kommunen, die sich gerade mit den konkreten Trassen beschäftigen und die Übergabepunkte mit den Nachbarkommunen abstimmen würden.

Unabhängig von der Arbeit am FRM6 begrüße die Koalition weitere Radwegeprojekte in der Region. »Ein zusätzlicher Radweg entlang der Bahnstrecke von Bad Vilbel nach Friedberg wäre ein attraktives Zusatzangebot. Der Kreisausschuss soll daher die zuständige Stelle bei der Deutschen Bahn schriftlich an diese Idee erinnern und um Stellungnahme bitten«, sagt SPD-Mann Kötter.

Der FRM6 werde die Radinfrastruktur im Wetteraukreis ergänzen. »Damit sind die Aktivitäten in diesem Bereich aber keinesfalls abgeschlossen. Es sind vielmehr zahlreiche weitere Maßnahmen notwendig, um den Radverkehr im gesamten Kreisgebiet zu einem sicheren, komfortablen und schnellen Mobilitätsangebot im Alltag werden zu lassen. Dabei wäre selbstverständlich auch zu begrüßen, dass bei Schienenplanungen grundsätzlich begleitende Radwege geplant und umgesetzt werden«, teilen Wysocki und Kötter mit.

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