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»Die FDP wird gebraucht«

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Peter Heidt, Jens Jacobi und Jörg-Uwe Hahn (von links) zeichnen Dieter Fröhlich (2. v. r.) für über 50-jähriges Engagement in der FDP aus. Seit 1969 engagiert er sich bei den Liberalen. © Jürgen W. Niehoff

Wetteraukreis (jwn). 50 Jahre FDP-Kreistagsfraktion haben die Wetterauer Liberalen jetzt zum Anlass genommen, um einen Blick zurück, aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Der Ort der Feier, zu der etwa 70 Mitglieder und Gäste von anderen Parteien gekommen waren, hätte nicht treffender gewählt werden können: Die Keltenwelt am Glauberg bietet einen faszinierenden Blick in die Wetterau.

Kreistagsfraktionschef und Landtagsvizepräsident Dr. Jörg-Uwe Hahn ging zu Beginn seines Rückblicks auch gleich auf das Museumsgebäude ein, an dessen Bau seine Parteifreunde im Landtag großen Anteil gehabt hätten. Hahn hingegen hätte lieber einen ausrangierten, größeren Pavillon der Bundesbahn an dieser Stelle gesehen. »Aus heutiger Sicht konnte ich mich damals glücklicherweise nicht durchsetzen«, räumte er angesichts der Bedeutung der Keltenwelt ein.

1972: Fraktionen formieren sich neu

Am 1. August 1972 wurden durch die Gebietsreform nicht nur die beiden Kreise Friedberg und Büdingen zum Wetteraukreis zusammengelegt. Auch die Fraktionen aus den beiden bis dahin selbstständigen Kreisen mussten sich neu formieren. Dem neuen Kreistag gehörten damals lediglich drei Fraktionen an, was die Meinungsbildung und das Regieren einfach machte. Heute gehören dem Wetterau-Parlament acht Fraktionen an, so dass die Debatten meist länger dauern und auch die Konsensfindung oft schwierig ist.

Den Grund für die größere Anzahl von Parteien im Kreistag sieht Hahn darin, dass sich die Menschen heute immer weniger festlegen wollen. In den Anfangsjahren des Wetteraukreises sei die FDP oft das Zünglein an Waage gewesen und habe in verschiedenen Konstellationen mitregiert. Allerdings hätten die Liberalen in den vergangenen 50 Jahren auch Tiefschläge wegstecken müssen, etwa dann, wenn die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sei.

Seit 2016 drücke die Fraktion die harte Oppositionsbank und könne nur gute Ratschläge geben. Zwei formulierte Hahn an diesem Nachmittag: »Zum einen, dass die beiden Altkreise Friedberg und Büdingen nun wirklich zu einem Kreis zusammenwachsen. Und zum anderen, dass die Wahrheit über die derzeitige Haushaltssituation des Kreises aufgrund der vielen Probleme wie Corona, Ukraine-Krieg und Inflationen auf den Tisch kommt. Wir werden deshalb viele Pläne streichen müssen.«

Auf die finanziellen Sorgen wies auch Kreisvorsitzender Jens Jacobi hin: »Die FDP wird gebraucht, weil sie für solide Haushaltsführung und eine starke Infrastruktur steht.« Auch für die Bildungspolitik müsse mehr getan werden.

Einen Blick zurück zu den Anfängen der Fraktion warf Bundestagsabgeordneter Peter Heidt, stellvertretend für das erkrankte Gründungsmitglied Karl-Heinz Adolf. Er verlas einen Brief Adolfs: Anfang der 70er Jahre habe sich die Politik zunächst über Themen wie Berufsverbot oder Radikalenerlass gestritten. Dabei habe beispielsweise die CDU die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, unter den Generalverdacht des Linksextremismus gestellt.

Die FDP habe bei all den Fragen auf ihr liberales Prinzip gesetzt und auf die Einhaltung der Verfassung gedrängt. Aber auch auf lokaler Ebene habe die FDP für Ausgleich gesorgt. So habe sie etwa mit dafür gesorgt, dass sich Frankfurt nicht noch weiter nach Norden ausbreitete. Es sei damals sogar scherzhaft gesagt worden, dass Frankfurt derart wachsen wolle, dass irgendwann der Gederner See der Wannsee von Frankfurt sei.

Landrat Jan Weckler (CDU) betonte, die FDP sei wichtig, weil sie zur politischen Vielfalt in Deutschland beitrage.

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