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Dorheimer Container nur vorübergehend für Flüchtlinge

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Von: Jürgen Wagner

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»Zimmer mit Aussicht«: Der Blick aus der Containerwohnanlage geht auf den Dorheimer Recyclinghof und die höher gelegte B455. © Nicole Merz

Wie Landrat Jan Weckler am Donnerstag in Dorheim sagte, werden die Container vor dem Recyclinghof nur vorübergehend genutzt - bis neue Unterkünfte in der Friedberger Kaserne hergerichtet sind.

Als im September bekannt wurde, dass der Wetteraukreis vor dem Recyclinghof in Dorheim Container für Flüchtlinge aufstellt, war die Empörung groß. Die Friedberger Politiker fragten sich, wie hier am Ortsrand die Sozialbetreuung gewährleistet wird. Und die Sicherheit. In der Kaserne gebe es Gebäude, die sich viel besser eigneten, argumentierten Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) und Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD).

Bei der Ortsbesichtigung am Donnerstag zeigte sich: Der Streit ist beigelegt, Kreis und Stadt raufen sich zusammen, um die Krise zu meistern. Die spitzt sich laut Landrat Jan Weckler (CDU) zu. »Jede Woche kommen 70 bis 80 Flüchtlinge.« Diese Menschen muss der Kreis unterbringen, die Kapazitäten aber sind erschöpft. Also muss es sehr schnell gehen, wenn neue Unterkünfte geschaffen werden.

Dieser Tatsache dürfte wohl auch der Ärger um die Dorheimer Unterkunft geschuldet sein. Anfang der Woche waren Weckler und Antkowiak bei der BImA in Frankfurt. Ergebnis des Gesprächs: Der Wetteraukreis kann die noch leer stehenden 4000er-Gebäude in der Kaserne nutzen; sie liegen direkt gegenüber der Erstaufnahmeeinrichtung des Regierungspräsidiums Gießen, gehören zum gleichen Gebäudekomplex. Wie der Landrat ausführte, würden Fachleute nun den Sanierungsbedarf überprüfen. »Dann werden Gewerke vergeben und die Gebäude werden hergerichtet.«

Zurück nach Dorheim: Hier entstehen auf zwei Etagen 60 Zimmer (je 15,8 Quadratmeter groß) für 120 Geflüchtete. Pro Zimmer gibt es ein Doppelstockbett. Aktuell werden die Sanitäranlagen eingerichtet, die Küchen folgen. Laut Weckler ist die Anlage in drei Wochen fertig. »Im Februar ziehen Geflüchtete ein.«

Weckler: »Wir wollen die Kommunen so wenig wie möglich belasten. Deshalb bauen wir auf eigenen Grundstücken.« Obwohl es sich in Dorheim um eine vorübergehende Wohnmöglichkeit für Geflüchtete handele, habe sich die Investition gelohnt. Die Container kosten 3 Millionen Euro, mit Erschließung und Einrichtung 4,5 Millionen. Geld, das der Kreis nicht abschreiben will. Ursprünglich sollte auf dem Gelände vor dem Recyclinghof der Bauhof des Wetteraukreises eingerichtet werden. Nun sollen Büroräume entstehen, die bezogen werden, sobald die Flüchtlinge ausgezogen sind; nach Informationen dieser Zeitung soll hier das Rechenzentrum des Kreises einziehen.

Feuerwehr zieht in die Kaserne um

Der Bauhof des Wetteraukreises soll in naher Zukunft auf dem Friedberger Feuerwehrstützpunkt angesiedelt werden. Das haben Weckler und Antkowiak ausgetüfftelt. Dafür zieht die Feuerwehr komplett in die Kaserne. Der Stützpunkt wird auf dem ehemaligen Sportfeld der US-Armee errichtet. Da der alte Standort mit den Fahrzeughallen nun komplett wegfällt, muss die Stadt ein etwas größeres Grundstück in der Kaserne erwerben. Benötigt werden laut Bürgermeister 25 000 Quadratmeter, die im kommunalen Erstzugriff verbilligt von der BImA erworben werden.

Auch Dorheims Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack zeigte sich mit dem Kompromiss zufrieden. Er hatte neulich die Kreisspitze zur Ortsbeiratssitzung eingeladen; der Sitzungssaal war voll mit Dorheimern, die Kreisspitze fehlte. Rack erwähnte die Security und die Sozialbetreuung, die in der Kaserne besser zu handhaben seien als am Ortsrand von Dorheim. Laut Weckler wird die Sozialbetreuung wie in den Flüchtlingsheimen in 20 anderen Wetterau-Kommunen vom regionalen Dienstleister RDW übernommen. Im Wetteraukreis gilt: Auf 100 Geflüchtete kommt ein/e Sozialarbeiter/in. Jörg-Uwe Hahn (FDP) fragte nach dem Baugenehmigungsverfahren. Weckler: »Bis zum Einzug ist alles erledigt.« Kreisbaudezernent Matthias Walther (CDU) betonte, es handele sich nicht um einen »Schwarzbau«. Der neue Paragraph 246 des Baugesetzbuchs regele die Sondernutzung. Der Wetterauer Kreistag wird sich am 7. Dezember mit dem Grundstück beschäftigen, auf dem die Container stehen. Noch ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Eigentümer.

Probleme mit Fehlalarmen

Ein Problem, dass es in allen Flüchtlingseinrichtungen gibt, ist der Umgang mit der Brandmeldeanlage. Schlägt ein Brandmelder Alarm und die Feuerwehr wird alarmiert, stellen die Einsatzkräfte vor Ort in vielen Fällen einen Fehlalarm fest. Für ehrenamtliche Feuerwehrleute, die nicht vor Ort arbeiten, sei das nicht machbar, sagte Dorheims Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Rack. In Friedberg kommen laut Bürgermeister Antkowiak täglich ein bis zwei Einsätze dieser Art vor. Bad Vilbels Bürgermeister Sebastian Wysocki kennt das Problem: »Das ist technisch lösbar.« Und zwar mit einer Zwei-Melder-Abhängigkeit. Wird »zu ambitioniert gekocht«, springt der Rauchmelder in der Küche an; erst wenn auch der Rauchmelder im Flur reagiert, wird ein Einsatztrupp an den (vermeintlichen) Brandort geschickt.

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