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Ein Baustein der Kulturarbeit

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Von: red Redaktion

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Zu seinem 50-jährigen Bestehen lädt der Wetteraukreis zu einem Liedernachmittag ein, im Vorfeld stellt er einige Oberhessische Chöre vor. Den Anfang macht die Eintracht Rodheim - hier zu sehen -, die vier verschiedene Chöre hat. © Pressedienst des Wetteraukreis

Wetteraukreis (prw). Heute vor 50 Jahren ist der Wetteraukreis gegründet worden. Zu diesem Anlass lädt Landrat Jan Weckler für Sonntag, 28. August, zu einem Liedernachmittag mit zehn Chören in die Stadthalle Friedberg ein. Einige der teilnehmenden Chöre aus Oberhessen stellt die Wetterauer Zeitung gemeinsam mit dem Wetteraukreis in einer kleinen Serie vor.

Den Auftakt macht die Eintracht Rodheim.

In Rodheim ist die Sängerwelt noch in Ordnung, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Singen gehöre im Dorf zur Tradition. »In manchen Familien wird ein Neugeborenes gleich nach der Taufe beim Chor angemeldet«, sagt Sebastian Räuber scherzend. Räuber ist der Vorsitzende eines der ältesten Gesangvereine im Wetteraukreis. Einst als ein reiner Männergesangverein gegründet, ist die Eintracht heute deutlich breiter aufgestellt.

Mit dem Kinderchor »Goldkehlchen« und den »Goldkehlchen Junior«, beide werden von Rosalie Langstrof geleitet, dem gemischten Chor »Voices« und dem traditionellen Männerchor, Björn Nolting dirigiert beide Chöre, werden alle Geschlechter und Altersgruppen angesprochen.

Beim Männerchor, dort sind noch 20 Männer aktive Sänger, reicht das Repertoire von Pop-Hits bis hin zu klassisch-traditionell. Das Repertoire von »Voices« - mit 60 aktiven Sängerinnen und Sängern der größte der vier Chöre - reicht von den Klassikern der Popmusik wie Simon and Garfunkel über Leonard Cohen bis hin zu den Beatles. Die »Goldkehlchen« sind in zwei Gruppen aufgeteilt, die »Großen« ab zehn Jahren, und die »Goldkehlchen Junior«, von der Vorschule bis zur dritten Klasse.

Bis zum Beginn der Pandemie war der Chor sehr aktiv mit vielen Projekten, heißt es weiter. 2018 lautete das Projektmotto »Just Sing fit«: Von traditionell-besinnlich bis hin zu fröhlich-mitreißend habe es bejubelte Konzerte gegeben. Nach »Feeling Good 2019« trat zunächst eine zweijährige Corona-Zwangspause ein. »Wir haben unter Corona ziemlich gelitten und auch Mitglieder verloren«, räumt Räuber ein und sagt, dass es nicht leicht war, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. »Ich bin stolz darauf, dass es uns dennoch gelungen ist, den Chor auch durch diese schwierigen Zeiten zu leiten«, sagt er und lobt damit auch die Arbeit seiner Vorstandskollegen.

Die Entscheidung beim Liedernachmittag anlässlich des 50. Geburtstags des Kreises mitzumachen bedurfte keiner Diskussion. »Wir fühlen uns dem Kreis eng verbunden. Viele Veranstaltungen machen wir über Rodheim hinaus und singen gerne auch mit anderen Chören zusammen.«

Sebastian Räuber hat dem Kreis am Rande des Straßenfestes Anfang Juli ein Interview gegeben:

Die Eintracht kann auf eine 180-jährige Tradition zurückblicken. Welche Bedeutung hat der Verein für die Kultur in Rodheim?

Aus meiner Sicht eine sehr große. Vor allem im Zusammenwirken mit den vielen anderen Vereinen hier in Rodheim, mit denen wir gemeinsame Sachen organisieren, zum Beispiel auch das Straßenfest. Wir sehen uns als ein Baustein der Kulturarbeit hier im Dorf. Vor der Pandemie haben wir jährlich zwei bis drei Konzerte gegeben und an vielen Veranstaltungen im ganzen Kreis teilgenommen.

Wie schaffen Sie es, in so einem kleinen Ort so viele Menschen für das Singen zu begeistern?

Das ist eine große Herausforderung. Man muss präsent sein, gerade mit solchen Veranstaltungen wie dem Straßenfest. Man muss in den Medien und bei den Menschen präsent sein, die Leute mitnehmen, auch durch direkte Ansprache. Sie müssen wissen, dass es Spaß macht, bei uns mitzumachen. Je besser das Image eines Vereines in einem kleinen Dorf ist, desto besser läuft es auch.

Die Pandemie war und ist gerade für Gesangvereine ein zentrales Thema…

Oh ja, wir hatten eine lange Phase der Pandemie und eine damit verbundene Stagnation des Chor- und Vereinslebens, die aber auch alle anderen Rodheimer Vereine in Mitleidenschaft gezogen hat. Trotzdem haben wir über diese Zeit versucht, uns mit Onlineproben oder Proben in der großen luftigen Mutz-Halle über Wasser zu halten.

Wie geht es weiter?

Wir wollen uns mit ganzer Kraft einbringen, damit wir mit den Angeboten der Eintracht das Zusammenleben in Rosbach und in Rodheim kulturell bereichern und die Menschen damit zusammenführen können.

Würden Sie eine Prognose wagen: Wohin wird sich die Chormusik in Rodheim entwickeln?

Das hängt vor allem davon ab, wie sehr sich die tragenden Persönlichkeiten im Verein engagieren. Ich kann aber sagen, solange ich dabei bin, werde ich dafür sorgen, dass es gut weitergeht.

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