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Ein kleines Amphitheater

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Von: Harald Schuchardt

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hed_har_Hollarkapelle_Pl_4c_3 © Loni Schuchardt

Friedberg-Ockstadt (har). Mit einem großen Fest an Christi Himmelfahrt ist die neu gestaltete Außenanlage der Hollarkapelle eingeweiht worden. Zunächst fand am Vormittag der traditionelle Himmelfahrts-Gottesdienst statt, in dessen Verlauf Ludwig Witzenberger mit einer Anerkennungsmedaille des Bistums Mainz für seinen vielen Verdienste in der Gemeinde ausgezeichnet wurde (diese Zeitung berichtete).

Nach der anschließenden Prozession segnete Pfarrer Bernd Weckwerth den neuen Platz und weihte diesen dem heiligen Bartholomäus.

Der Geflügelzuchtverein versorgte die Gäste mit Gegrillten, Mitglieder des Gesangvereins Eintracht waren an der Getränkeausgabe aktiv und der Musikzug des Gesangvereins Frohsinn spielte auf. Der gespendete Kuchen war ebenso schnell ausverkauft wie Würstchen und Salate

Heiko Schuck, Vorsitzender des Vereins »Hollar Kapellen Kultur« dankte in einer kurzen Ansprache allen freiwilligen Helfern, insbesondere Ludwig Witzenberger, der die Bauaufsicht übernommen hatte.

Ein Höhepunkt war der Auftritt eines Nachtwächters, in dessen Rolle der 2. Vorsitzende Matthias Schäfer geschlüpft war. In gereimten Versen widmete sich dieser zunächst der Baugeschichte der Kapelle, mit deren Wiederaufbau vor 300 Jahren begonnen worden war. Auch auf die vor einem Jahr begonnene Platzumgestaltung mit ihren kleinen Überraschungen ging der Nachtwächter ein: »Wir begannen zu graben, doch als hätten wir es gerochen, stießen wir schon am ersten Tag auf Skelette und Knochen.« Die waren so gut erhalten, dass die Helfer Besuch bekamen von der Wetterauer Kriminalpolizei. »Kaum waren die weg, kamen die Kreis-Archäologen.«

Schließlich würdigte er die Arbeit von Witzenberger und nannte den Platz in »Witzenberger-Platz« um. Ein entsprechendes Schild wurde aufgestellt. Jürgen Klein vom Pfarrverwaltungsrat dankte in seiner kurzen Rede dem Kulturverein ausführlich für die Initiative zur Umgestaltung des Außenbereichs.

In der Kapelle lief den ganzen Tag über in einer Dauerschleife eine von Matthias Schäfer zusammengestellte digitale Dokumentation mit Bildern von den Arbeiten zur Platzumgestaltung, deren Kosten bei nur 25 000 Euro lagen, die vom Verein durch kulturelle Veranstaltungen und viele Spenden aufgebracht werden konnten.

Viele Ockstädter haben selbst mit Hand angelegt, und so die Kosten erheblich gesenkt. Ein Großteil des Hügels wurde abgetragen und neu modelliert. Die Stufen sind aus Bruchstein, wie das Fundament der Kapelle. Der Vorplatz wurde in Form eines Kelches angelegt. So ist der Platz naturnah geblieben und zu einem kleinen Amphitheater geworden.

Über den Tag verteilt wurden über 300 Besucher gezählt, darunter auch Bürgermeister Dirk Antkowiak und Stadtrat Gerhard Bohl. »Es war ein tolles Fest, bei bestem Wetter und super Laune«, bilanzierte Matthias Schäfer.

Die nächste Veranstaltung des Vereins »Hollar Kapellen Kultur« wird am 22. Juli ein Open-Air Kino mit der Schülerband der Henry-Benrath-Schule im Vorprogramm sein.

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hed_har_Hollarkapelle_Pl_4c_2 © Loni Schuchardt

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