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Fahrt zum Erinnern und Gedenken

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Wetteraukreis (pm/bg). Montag, 26. März 1945, die Karwoche hat begonnen. Am Waldrand zwischen Hirzenhain und Glashütten fallen Schüsse. Kaltblütig töten Soldaten der Waffen-SS um 5 Uhr während eines vorgetäuschten Entlassungsmarsches 81 Frauen und sechs Männer.

Es sind Zwangsarbeiter aus dem Arbeitserziehungslager der Gestapo Frankfurt, die in den Breuer-Werken in Hirzenhain zu Sklavendiensten gezwungen werden. Und Deportierte aus dem Gestapo-Gefängnis in der Frankfurter Klapperfeldgasse.

Anlässlich des 77. Jahrestages des Verbrechens bietet die Antifaschistische Bildungsinitiative aus Friedberg am Samstag, 26. März, von 9 bis 16 Uhr unter dem Motto »Erinnern & Gedenken - Zukunft gestalten« eine Gedenkfahrt an.

Am Vormittag führt die Fahrt nach Hirzenhain. Wer die B 275 verlässt und nach Glashütten abbiegt, sieht am Waldeingang ein Schild mit der Aufschrift »Gedenkstätte«. Zu Fuß kommt man zu der Stelle, an der in den Morgenstunden des 26. März 1945 ein SS-Erschießungskommando, dessen Männer allesamt alkoholisiert sind, die unschuldigen Männer und Frauen liquidiert. Zurück bleibt ein Massengrab am Waldrand.

Beisetzung in Notsärgen

Erst Anfang Mai erfährt die US-Armee offiziell von dem Verbrechen. Männer aus Hirzenhain, aber auch aus umliegenden Orten, müssen das Massengrab wieder ausheben. Die Toten werden am 10. und 11. Mai in Notsärgen auf dem Hirzenhainer Erweiterungsfriedhof beigesetzt.

Am Abend des 11. Mai gibt die US-Militärregierung die Anweisung, die Toten an einem würdigeren Ort und in regulären Särgen zu beerdigen. Das geschieht am 16. und 17. Mai an der Kreuzung nach Glashütten. 1959 finden die Toten eine letzte Ruhestätte auf dem Kriegsgräberfriedhof Arnsburg. »Es ist der größte Massenmord in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in Hessen«, sagt der Historiker Michael Keller. Der frühere Bürgermeister von Friedberg hat die Ereignisse jener Tage erforscht, nachzulesen in seinem Buch »Das mit den Russenweibern ist erledigt«. Am 26. März wird er zentrale Passagen des Buches präsentieren und auch neue Erkenntnisse zu den Tätern vorstellen. Danach wird die Gedenkstätte besucht.

Gegen 13 Uhr geht die Fahrt weiter nach Arnsburg. Dort wird Dr. Götz Hartmann vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge über die Recherche zur Geschichte der Opfer referieren. Zum Schluss wird ein Kranz niedergelegt.

Gegen 15.30 Uhr ist die Rückfahrt nach Friedberg geplant. Die Teilnahme an der Gedenkfahrt ist kostenfrei. Anmeldung: petra@antifabi.de

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