1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Friedberg

Friedberg: »Ein Abend im Burggarten« mit starken Klänge und streitenden Zwergen

Erstellt:

Von: Harald Schuchardt

Kommentare

agl_har_Burggarten_Abend_7_
Eine Attraktion ist der lebende Baum auf Stelzen. © Loni Schuchardt

»Ein Abend im Burggarten« in Friedberg hat am Samstag mit Musik, Theater und Kunst überzeugt. Für das bunte Programm sorgten heimische Künstler, aber auch zänkische Gartenzwerge aus Lollar.

Livemusik, Kunst, Theater und Poetry-Slam - das alles unter einen Hut zu bringen, ist Ziel von »Ein Abend im Burggarten« gewesen, der am Samstag Premiere gefeiert hat. »Wir wollen einfach aufzeigen, was der Burggarten für Möglichkeiten bietet«, sagte Harry Thyssen vom Kulturservice der Stadt, der das kreative Konzept zusammen mit seinem Team und dem Helden-Theater entwickelt hatte. Entgegen dem Veranstaltungstitel begann das Fest schon am Nachmittag, und das bei schönstem Festivalwetter. Bei freiem Eintritt flanierten die Besucher, darunter viele Familien, durch den Burggarten und erlebten dabei so manche Überraschung.

Das begann schon am Burggarten-Eingang direkt hinter dem südlichen Burgtor, wo der Wöllstädter Axel Kaapke als »Streetpianist« die Besucher musikalisch auf das Event einstimmte. Im Burggarten staunten vor allem die Kinder über einen langen, laufenden und zwitschernden grünen Baum, den Markus Eisolt vom Stelzentheater Pantao in Zülpich verkörperte.

Abend im Friedberger Burggarten: Zänkische Gartenzwerge aus Lollar

Und dann waren da noch die beiden zänkischen Gartenzwerge samt Schubkarre vom Theater Pikante in Lollar. Immer wieder wurden die Besucher in den »Dauerstreit« der beiden Zwerge eingebunden, mussten schon mal die Schubkarre samt Zwerg schieben. Als Belohnung gab es eine Sonnenblume oder eine Rose.

Im südlichen Rondell spielte am Nachmittag der Bad Nauheimer Gitarrist und Sänger Wolfgang Liebert südamerikanische Melodien, umrahmt von Gemälden mit überwiegend heimischen Motiven der Bad Nauheimerin Vera Stein. Auch entlang des Promenadenwegs zeigte die Künstlerin ihre Arbeiten. Auf der Schlossbrücke stellte der Rosbacher Künstler »Oki-Doki« alias Georg Heymüller seine Skulpturen aus Holz, Keramik und anderen Materialien aus. Am frühen Abend spielte dort der Friedberger Sänger und Gitarrist Toni V., der sich nach Einbruch der Dunkelheit ein »musikalisches Duell« mit Liebert lieferte. Bei vielen Oldies konnten die Besucher mitsingen, dabei einen Wein oder eine Pizza genießen.

Abend im Friedberger Burggarten: Loriot-Sketche auf der Naturbühne

Auf der Naturbühne eröffneten am Nachmittag Mitglieder des Heldentheaters mit vier Sketchen von Loriot das Programm. Viel Beifall gab es für Claudia Lieb, Cordula Gehringer, Burkhard Struve und Andreas Arnold. Zusammen mit Lea Weber und Thorsten Zeller war Arnold auch als Poetry-Slamer aktiv und führte dazu noch durch das gesamte Programm. Die drei Poetry-Slamer wurden für ihre Vorträge von den Besuchern gefeiert.

Am frühen Abend eröffnete »Rusty Stone« das Musikprogramm auf der Naturbühne. Der Sänger und Gitarrist mixt Country, Folk und Blues zusammen. »Ich habe schon vor 20 Jahren im Café Kaktus gespielt«, erinnerte sich der Münchner, der auf vier Gitarren, darunter einer Lap-Steel-Guitar, mit Eigenkompositionen ebenso begeisterte wie mit Klassikern von Will Dixon oder den Rolling Stones.

Abend im Friedberger Burggarten: Freude über »Burgfest 2.0.«

Nach einer zweiten Loriot-Runde des Helden-Theaters bestritt das Trio »The Soporific Seaguls« aus Hamburg das ruhige Finale. Bassistin Kristina Rauen, Gitarrist Christian Schütze und Owen Jones (Gitarre, Bluesharp und Akkordeon) zelebrierten Folkmusik vom Allerfeinsten mit hervorragendem dreistimmigem Gesang und unglaublich großer Spielfreude, was bei den Zuhörern bestens ankam.

»Das ist eine tolle Atmosphäre hier mit den angestrahlten Bäumen. Einfach nur schön«, freute sich Sängerin Kristina Rauen. Und auch die Besucher waren voll des Lobes, so sagte eine Friedbergerin: »Das ist so schön und ganz anders wie die Festivals früher. Also Burgfest 2.0.«

Auch interessant

Kommentare