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GEW fordert: Erzieherinnen besser bezahlen

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pm). Die großer Verwunderung habe er den Artikel über fehlende Erzieherinnen in Ober-Mörlen gelesen, sagt der Kreisvorsitzende der GEW-Kreisverbands Friedberg, Peter Zeichner. Bürgermeisterin Kristina Paulenz hatte darin die Einschätzung geäußert, dass die Ursachen für den Fachkräftemangel in Kitas weniger bei der unangemessenen Bezahlung, sondern vielmehr an der Länge der Ausbildung zu suchen seien.

Für die GEW, die die Erzieherinnen in der aktuell laufenden Tarifrunde vertritt, ist der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel gerade in der Kombination von unattraktiven Ausbildungsbedingungen, stark belastenden Arbeitsbedingungen und einer wenig wertschätzenden Bezahlung begründet. Zu Paulenz’ Ansicht, für die Ausbildung würden zwei Jahre plus Anerkennungsjahr genügen, sagt Zeichner: »Eine drastische Verkürzung der Ausbildungszeiten kann bei einer pädagogisch so komplexen Tätigkeit nicht die Lösung sein.« Die GEW setze sich stattdessen für die Weiterentwicklung einer fachlich fundierten, praxisnahen und tariflich bezahlten Ausbildung staatlich anerkannter Erzieher/innen ein. Ein Problem bestehe mitunter darin, dass die Auszubildenden während dieser Zeit ihren Unterhalt meist selbst finanzieren oder BAföG dafür beantragen müssten und es auch im Anerkennungsjahr nur eine sehr geringe Praktikumsvergütung gebe.

Seit Ende Februar verhandelt Verdi mit Unterstützung der GEW über Arbeitsbedingungen und Eingruppierung der Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Die Kernforderungen der Gewerkschaften zielen dabei auf eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe durch bessere Eingruppierung und spürbare Entlastungen im Arbeitsalltag. Politikerinnen wie Paulenz sollten ihren Einfluss auf die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber nutzen, findet Zeichner.

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