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Gießener Mieterverein warnt vor hohen Nachzahlungen

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Von: red Redaktion

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»Mindestens eine Verdopplung der Heizkosten« erwartet der Mieterverein. Und das ist noch nicht alles. Vorsitzender Stefan Kaisers hat auch einen Tip parat.

Gießen (pm). Der Mieterverein warnt vor Nachzahlungen in vierstelliger Höhe und befürchtet, dass viele Mieter das Problem noch nicht ernst genug nehmen. »Eine Verdopplung der Heizkosten ist das Mindeste, wovon ich ausgehe«, sagt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers. »Wer seine Abschlagszahlung nicht freiwillig erhöht oder Geld zurücklegt, wird spätestens mit der Abrechnung nächstes Jahr eine böse Überraschung erleben.«

Kaisers geht in diesem Fall von vierstelligen Nachzahlungen aus. Er zeigt das an einem Rechenbeispiel: Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung hätten sich die Kosten für Heizung und Warmwasser bisher durchschnittlich auf etwa 1200 Euro pro Jahr belaufen. Nun geht er von einer Verdopplung auf 2400 Euro aus. Da sei es im Prinzip auch egal, »welches Heizmedium man hat«, also Gas, Fernwärme oder Öl. Eine Ausnahme sei die eher geringe Zahl von Mietern, die in einem Haus mit alternativen Quellen wie Wärmepumpen wohnen.

Und das sei »noch sehr moderat gerechnet«, auch weil die Monate Februar und März in diesem Jahr eher kalt gewesen seien und die Leute somit mehr geheizt hätten. »Bei größeren, mit mehreren Personen belegten Wohnungen ist - auch abhängig vom Heizverhalten und dem energetischen Zustand des Hauses - im Frühjahr nächsten Jahres mit Nachzahlungen von mehreren Tausend Euro zu rechnen«, warnt Kaisers. Die Belastung lässt sich mit dem eigenen Heizverhalten etwas mindern.

Es könne sein, dass die neuen Preise auch schon in diesem Jahr bei den Mietern einschlagen, etwa wenn im Laufe des Jahres die Jahresabrechnung für 2021 von der Hausverwaltung oder dem Vermieter kommt: mit einer Nachzahlung, weil die Preise schon im vergangenen Herbst gestiegen sind, und zugleich einer deutlich erhöhten Abschlagszahlung. »Wir raten unseren Mitgliedern, das Doppelte ihrer bisherigen Heizkosten zurückzulegen oder zumindest so viel, wie sie irgendwie können«, sagt Kaisers.

Einen weiteren Aspekt hebt man beim Mieterverein hervor: dass weitere Preissteigerungen möglich sind. »Die Marktpreise für Erdgas und Kohle sind im Lauf des vergangenen Jahres stark angestiegen und bewegen sich nicht zuletzt auch aufgrund des andauernden Ukrainekrieges weiter auf sehr hohem Niveau. Die Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten ist enorm hoch«, heißt es in der Mitteilung.

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