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Harz-Reise, Sakramentshaus und Nazi-Aufstieg

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Friedberg (pm). Der Friedberger Geschichtsverein startet sein Programm des zweiten Halbjahrs 2023 mit der Wiederholung seiner Viertagefahrt in den Harz. Von Donnerstag, 31. August, bis Sonntag, 3. September, geht es für vier Tage in den Oberharz, auf den Brocken und ins Harzvorland. Die Fahrt unter der Leitung von Lothar Kreuzer, Achim Meisinger und Reinhard Schartl steht unter dem Motto »Land der Könige und Kaiser, Land der Kumpel, Welterbe« und führt nach Kloster Walkenried, auf den Brocken, ins Bergwerk Rammelsberg, nach Goslar, Wolfenbüttel, Braunschweig, Königslutter, Hahnenklee, Clausthal-Zellerfeld und Duderstadt.

Am Samstag, 16. September, führen Achim Meisinger und Lothar Kreuzer bei einer Tagesfahrt ins Amöneburger Becken. Besucht werden in Rauischholzhausen, Stammsitz der Friedberger Burgmannen Rau von Holzhausen, das Schloss und der Park, die sich ein Mitglied der saarländischen Industriellenfamilie Stumm hat errichten lassen, in Langenstein der Menhir und die benachbarte Kirche, die Ruine Frauenberg, errichtet von der Tochter der Heiligen Elisabeth, und Amöneburg, die Stadt auf dem Vulkanschlot. In Stadtallendorf wird bei einer Führung das Dokumentations- und Informationszentrum vorgestellt, eine Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter in den Sprengstoffwerken des Dritten Reichs, die den ehemaligen Rüstungsstandort prägten.

Kreisarchäologe referiert

Die Vorträge donnerstags um 20 Uhr im Bibliothekszentrum Klosterbau beginnen am 12. Oktober mit dem Vortrag des Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal. Er spricht über »Kelten-Römer-Germanen - die Jahrhunderte um Christi Geburt. Neues aus der Wetterau«.

Am 16. November geht es im Vortrag der Leiter der Stadtarchive Bad Nauheim und Friedberg, Alexander Jung und Lutz Schneider, 90 Jahre nach den Ereignissen um »Die ›Machtergreifung‹ der NSDAP im März 1933 in Friedberg und Bad Nauheim«. Nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 fand eine mehr inszenierte als revolutionäre »Machtergreifung« unter Aufmärschen der NSDAP, der SA und des Stahlhelms statt. Verbote und Gleichschaltung auf allen Ebenen, Verhaftungen, die Entfernung unliebsamer Bediensteter aus dem öffentlichen Dienst sowie erste Boykotte jüdischer Geschäfte waren eine Kampfansage an die Demokratie.

Am 14. Dezember stellt Céline Harder unter dem Titel »Bewundern und Begehren: Das Sakramentshaus des Hans von Düren in der Friedberger Stadtkirche (1482-1484)« die Ergebnisse ihrer in Dijon und Mainz eingereichten Masterarbeit vor. Das bedeutende Kunstwerk im Chor der Friedberger Stadtkirche wurde 2021 umfassend saniert.

Der Geschichtsverein weist darauf hin, dass Band 68 der Wetterauer Geschichtsblätter erschienen ist und von den Mitgliedern in der Geschäftsstelle (Kaiserstraße 21) oder im Ticket-Shop (Vorstadt zum Garten 2) abgeholt werden kann. Er ist auch im Buchhandel erhältlich, ebenso wie der Sonderdruck des Hauptbeitrags von Hans Helmut Hoos über die revolutionären Ereignisse der Jahre 1848/49 in Friedberg unter dem Titel »Die Freiheit des deutschen Volkes war ein schöner Traum«.

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