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»In Rhein-Main die Preise anheben«

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Der Maschinenbauingenieur Jan Förster (39) und sein Sohn Jonathan (8) machen beim Aktionstag mit. © pv

Wetteraukreis (kni). Auch der Maschinenbauingenieur Jan Förster (39) und sein Sohn Jonathan (8) haben Nidda-Wasser zurück zum Stausee gebracht - und dieser Zeitung einige Fragen beantwortet.

Herr Förster, Sie haben mit ihrem Sohn Jonathan auf Fahrrädern Nidda-Wasser zum Stausee bei Schotten transportiert. Warum?

Wir wohnen in Freiensteinau im Vogelsbergkreis und waren schon mehrfach vom Wassermangel betroffen. Ich finde es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass man Wasser nicht verschwenden sollte. Der große Aufreger ist bei uns immer, wenn die Frankfurter dazu aufgerufen werden, mit der Gießkanne ihre Stadtbäume zu wässern. Die Leute zapfen dann Trinkwasser aus unserer Region. Das finde ich ziemlich sinnfrei.

Wieso?

Bei uns wird im Sommer die Entnahme aus Oberflächengewässern verboten. Wir haben an unserem Haus eine Zisterne eingebaut. Wir spülen die Toilette und wässern den Rasen mit Regenwasser. Aber die Frankfurter gießen mit unserem Trinkwasser.

Die haben dafür bezahlt.

Sie lassen sich das Wasser aus fast 100 Kilometern Entfernung liefern und zahlen dafür trotzdem weniger als wir. Für Wasser und Kanal müssen wir fast acht Euro pro Kubikmeter aufbringen. Im Rhein-Main-Gebiet sind es fünf bis sechs Euro. Warum sollte einer bei diesem Niveau Wasser sparen? Man sollte die Preise dort anheben und den Vogelsberg-Gemeinden etwas geben. Bei uns ist die Wasser-Infrastruktur pro Kopf wesentlich teurer als in den großen Städten.

Zum Wasserlauf kamen weniger Leute als erhofft. Finden Sie das schlimm?

Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Dass nicht viele Frankfurter am Protest teilnehmen, war mir gleich klar. Vielleicht sollten wir den Wasserlauf ab jetzt jährlich wiederholen.

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