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Die Kinderfarm Jimbala ist ein Aktivspielplatz, hier dürfen sich Kinder noch frei entfalten und auch mal Werkzeuige ausprobieren. In Zeiten von Nachmittagsbetreuung in Schulen fehlt den Kindern die Zeit zum Spielen. Dabei könnte die Nachmittagsbetreuung auch auf der Kinderfarm stattfinden.

Bauarbeiten auf der Friedberger Kinderfarm

Jimbala-Förderverein sucht Sponsoren für Niedrigseilgarten

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Die Kinderfarm Jimbala ist ein Spiel-Paradies. Durch die Nachmittagsbetreuung an Schulen haben Kinder aber immer weniger Zeit. Die Macher von Jimbala haben sich deshalb etwas ausgedacht.

Erinnern Sie sich noch? Verabredete man sich vor, sagen wir mal, 30 oder 40 Jahren zum Spielen mit Freunden, musste die Mutter nachher die Waschmaschine anstellen: Bäche, Büsche, dichtes Unterholz, nichts war vor einem sicher, überall wurden Höhlen gebaut und Holzhütten gezimmert, das Baumaterial kam vom Schrottplatz oder sonst woher. Und heute? Müssen die Kinder für Verabredungennicht mal mehr vor die Tür, es genügt ein Smartphone und ein Videospiel, bei dem man gegen (!) die Freunde antritt. Kinder müssen aber an die frische Luft.

Seit fast zehn Jahren gibt es in Friedberg einen Spielplatz, der anders ist. Ein Spielplatz fast wie früher. Mit Büschen, Bäumen, Hügeln und Hecken, mit einem Lagerfeuer, an dem Stockbrot gebraten wird, ein Spielplatz zum Selbermachen: die Kinderfarm Jimbala an den 24 Hallen im Norden von Friedberg. Hier können Kinder praktische Erfahrungen mit den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft machen oder mit Hammer und Nägeln eigene Hütten bauen. Da gibt es schon mal die ein oder andere Schramme, aber auch das gehört zum Lernprozess dazu.

Um das Angebot auf der Farm gerade für Schulen attraktiver zu gestalten, werden nun ein Niedrigseilgarten mit Balancierstrecken und ein Wasserspielplatz errichtet.

Dr. Rainer Spichalsky, Allgemeinmediziner aus Friedberg, und Hannes Motsch, seit Beginn der Kinderfarm aktiv, haben gerade mit Gleichgesinnten den »Förderverein Kinderfarm Jimbala« gegründet. Erstes Etappenziel: Mehr Mitstreiter und Sponsoren gewinnen. Zweites Etappenziel: Eine Online-Konferenz Anfang 2022, bei der das dritte und aktuelle Ziel vorgestellt wird: die Finanzierung des Niedrigseilgartens und des Wasserspielplatzes. Selbstverständlich nur mit Hilfe der Kinder, die mitplanen und mitbauen sollen.

Kontakt zu Schulen wird intensiviert

Jimbala intensiviert gerade die Kontakte zu den Schulen, will mehr Schulklassen auf das Gelände holen. Motsch: »Wir müssen den Angebotscharakter an die Bedürfnisse der Schulen anpassen. Die Kinder werden in die Gestaltung und Planung der neuen Spielgeräte einbezogen und sollen auch eigene Ideen entwickeln. Dahinter steckt der Leitgedanke, vermutlich von Konfuzius: »Erkläre es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Lass es mich selber tun, und ich werde es verstehen.« Darum geht es den Machern von Jimbala: Die Kinder sollen eigene Erfahrungen sammeln und dadurch zu starken Persönlichkeiten heranreifen.

In einem Brief legt Spichalsky dar, dass es gerade in Zeiten von Corona ungemein wichtig ist, auch das Immunsystem zu stärken. Die Gefahren durch Fehlernährung, mangelnde Bewegung, Dauerstress, Drogen und soziale Isolierung nehmen immer weiter zu. Für ein stabiles Immunsystem benötigt man laut dem Friedberger Allgemeinmediziner einen gesunden Lebensstil, nährstoffreiche Nahrung, Bewegung und Sport sowie Kreativität. Angesichts der vierten Corona-Welle müsse über weitergehende Maßnahmen zur Steigerung des Immunsystems nachgedacht werden, um auch gegen Corona vorzubeugen. Für die Kinder kann das nur eines heißen: Raus an die frische Luft!

Zwei pädagogische Fachkräfte geben Hilfestellung

Die Kinderfarm Jimbala an den 24 Hallen steht allen Kindern (und Erwachsenen), bis 6 Jahre in Begleitung von Geschwistern oder Erwachsenen, offen. Sie ist z.Z. an fünf Nachmittagen und den jeweiligen 1. und 3. Sonntagen im Monat geöffnet; Eintritt frei. Auf dem Gelände können Kinder am Lagerfeuer Stockbrot backen, Hütten bauen, Speckstein schnitzen, Hühner und Schafe versorgen und vieles mehr. Zwei pädagogische Betreuungskräfte geben Hilfestellung und passen auf. Das Gelände kann vielfältig genutzt werden, über Jugendarbeit von Naturschutzvereinen bis zu Kindergeburtstagen, Ferienspielen und Schulprojekten. Auf dem Gelände steht auch ein Kinderbauwagen, der 20 Kindern als Anlaufpunkt der Jimbala Natur- und Erlebnis-Kita dient. Mehr über Farm und Förderverein im Internet unter www.jimbala.de.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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