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Keine Orientierung mehr

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Von: red Redaktion

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Kraniche unterwegs: Am kommenden Samtag (14. Mai) ist Weltzugvogeltag. Dabei gilt es, ein Zeichen gegen die Lichtverschmutzung zu setzen. © Pressedienst des Wetteraukreis

Wetteraukreis (prw). Schon seit 2006 macht dieser Tag auf die globalen Bedrohungen für ziehende Vogelarten und deren Lebensräume aufmerksam: Am kommenden Samstag, 14. Mai, ist der Weltzugvogeltag. Er mahnt und zeigt auch auf, welche Schutzmaßnahmen vor Ort ergriffen werden können, berichtet der Kreis in einer Mitteilung.

Der diesjährige Weltzugvogeltag widmet sich dem weitreichenden Thema der Lichtverschmutzung: »Diese spielt für den Vogelzug eine besondere Rolle, da ein Großteil der Vogelarten nachts zieht«, erklärt Matthias Walther, Naturschutzdezernent des Wetteraukreises. So führt künstliche Beleuchtung häufig dazu, dass die Vögel die Orientierung verlieren, von ihrer Zugrichtung abkommen oder ihre Flugformation auflösen.

Gefahrenquellen entschärfen

Regelmäßig werden ziehende Tiere von Lichtquellen angezogen, kreisen bis zur Erschöpfung in Lichtkegeln oder kommen an hohen beleuchteten Bauwerken zu Tode.

Der Weltzugvogeltag rückt diese Probleme in den Fokus und verweist auf die vielzähligen Möglichkeiten, um Gefahrenquellen zu entschärfen. »Grundsätzlich sollte die Frage im Vordergrund stehen, welche Lichtquellen tatsächlich notwendig sind und auf welche insbesondere zur Zugzeit verzichtet werden kann«, so Walther. »Jeder kann etwas tun, denn auch im eigenen Haus oder Garten lassen sich wichtige Maßnahmen umsetzen.«

Neben dem Abschalten der Beleuchtung kann auch eine bessere Abschirmung von Lampen die negativen Auswirkungen verringern. Durch den Einsatz von Zeitschaltuhren oder Bewegungsmeldern lässt sich die Beleuchtung auf die tatsächliche Dauer der Nutzung beschränken. Die Wahl eines bernsteinfarbenen oder warmweißen Lichts, der Einsatz staubdichter Gehäuse und die Nutzung von LEDs können die nachteiligen Effekte ebenfalls abmildern. Diese unterschiedlichen Maßnahmen kommen übrigens nicht nur der Vogelwelt zugute. Auch andere Artengruppen wie Insekten und Fledermäuse profitieren von einer angepassten nächtlichen Beleuchtung.

»Und da die Lichtverschmutzung sogar im Verdacht steht, die menschliche Gesundheit zu beeinträchtigen, handeln wir auch in unserem eigenen Sinne, wenn wir unser Beleuchtungsverhalten überdenken. Nicht zuletzt trägt eine angepasste Beleuchtung auch dazu bei, Energie einzusparen«, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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