1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Friedberg

Kirche und öffentlicher Raum

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

Friedberg (pm). Im Jahr 2009 hatte der Förderverein Stadtkirche in Kooperation mit »Kultur auf der Spur« und mit begleitender Unterstützung durch die Evangelischen Kirchengemeinde und den Geschichtsverein ein neues Vortragsformat kreiert: die »Friedberg Sommeruni«. Am Samstag startet die Neuauflage.

Veranstaltungsort war und ist bis heute der beeindruckende Chorraum der Stadtkirche. Immer ging es darum, ein als relevant angesehenes Thema fachlich bzw. wissenschaftlich fundiert einer breiten Öffentlichkeit als Informations- und Diskussionsangebot vorzustellen - mal theologisch, mal politisch/gesellschaftlich, mal philosophisch akzentuiert und dabei weit ausgreifend aus dem Blick ganz unterschiedlicher wissenschaftlicher und künstlerischer Untersuchungs- und Tätigkeitsfelder.

Um »Kirche und öffentlicher Raum« soll es in diesem Jahr, der 14. Auflage, gehen. Grundsätzlich sei damit Kirche in ihrer materiellen Erscheinung und in ihren (im Sinne von Öffentlichkeit) relevanten religiösen/theologischen, sozialen und politischen Dimensionen gemeint, teilt der Fördervereinsvorsitzende Peter Schubert mit. »Es geht also um Fragen wie die stadtbildprägende und identitätsstiftende Bedeutung von Kirchen für die Stadtgemeinschaft, um ihre Bedeutung als historische Denkmäler der Stadtgeschichte, um Kirche als politisches Forum vom Mittelalter bis heute, um Kirche als Raum für Kultur (Musik, Bildende Kunst), aber auch um Kirche als nicht mehr gebrauchter Raum.«

Burgkirche und Glockengeläut

In sechs Vorträgen vom 16. Juli bis zum 20. August, jeweils samstags um 17 Uhr, werde das Spannungsverhältnis von Transzendenz und gesellschaftlicher Funktionalität von Kirche ausgelotet.

Den Anfang macht am Samstag Dr. Karin Berkemann (Frankfurt). Sie fragt, was bleibt, wenn Kirche geht - »Von der Rolle des Kirchenbaus im öffentlichen Raum«. In ihrem Vortrag widmet sich die Theologin und Kunsthistorikerin den Potenzialen und Erhaltungsstrategien für Kirchenbauten als besonderer Teil des öffentlichen Raums.

Daran anknüpfend spricht am 23. Juli Pfarrer David Schnell (Frankfurt). »Herausragend! Kirchengebäude als prägende und identitätsstiftende Orte - aufgezeigt an Beispielen der Malerei« lautet sein Thema, mit dem er die Spiegelung stadtbildprägender Sakralbauten in Werken der Bildenden Kunst aufzeigen möchte.

Ganz dicht am Ort bleibt Hans F. Wolf (Friedberg) am 30. Juli mit »Kirche im öffentlichen Raum - Die Friedberger Burgkirche: Kirche in der Burg, Kirche für die Stadt?« Seit ihrer Errichtung stand das Gotteshaus mal im Abseits, mal aber auch im Zentrum öffentlicher Wahrnehmung.

Im Stadtbild ist eine Kirche immer nur teilweise visuell präsent; anders ist es mit Glocken im öffentlichen Raum. Dazu spricht Ernst Götz (München) am 6. August. Bestimmte über Jahrhunderte der Stundenschlag einzelner Glocken weitgehend den Tageslauf, so ist es heute nur noch der Gesamtklang des Geläuts, der besondere akustische Akzente im Wochen- und Jahresablauf setzt. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen das Geläut der Stadtkirche und der anderen Friedberger Kirchen.

Über »Kirche als Klangraum. Das Wechselverhältnis von Musik und Sakralarchitektur in Mittelalter und Früher Neuzeit« spricht am 13. August Dr. Tobias C. Weißmann (Uni Mainz), und mit seinem Vortrag »Die Kirche als soziales Medium« beendet am 20. August Prof. Dr. Stefan Bürger (Uni Würzburg) die Vorlesungsreihe, greift dabei die Frage nach den am Ort Kirche sichtbar ausgetragenen gesellschaftlichen Interessen auf und zeigt, mit welchen bau- und bildkünstlerischen Mitteln bestimmte Gruppen oder Einzelakteure versuchten, Gemeinsinns- oder Eigensinnsinteressen zu behaupten und durchzusetzen.

Prospekte mit ausführlicheren Informationen liegen in der Stadtkirche zu den üblichen Öffnungstagen und im evangelischen Gemeindeamt (Kaiserstraße 128) aus. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei; um eine Spende für den Erhalt der Stadtkirche wird gebeten. Es besteht keine Maskenpflicht, aber das Tragen einer Maske wird empfohlen.

Auch interessant

Kommentare