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»Klimaschutz wird nur verwaltet«

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pm). Nach der Lektüre des kürzlich vorgestellten Klimaschutzberichts, haben die Kreis-Grünen die Klimaschutzpolitik der großen Koalition aus CDU und SPD im Wetteraukreis kritisiert.

»Dreiviertel des Wärmebedarfs aus fossiler Energie - und das in Zeiten, in denen die Gaspreise weiter steigen; die beschlossene Überarbeitung der Klimaschutzziele zum Jahresende 2021 vergessen; im Haushaltsentwurf eine mühsam zusammengetragene halbe Seite mit zumeist Absichtserklärungen; ein Fahrplan für weitere geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes erst Ende 2025.« Für die Grünen steht fest: »So wird das nichts.«

Im Bericht werde die Verringerung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 mit 64,6 Prozent gegenüber 1990 angegeben. Der Abgeordnete Thomas Zebunke ist irritiert: »Warum hat diese Koalition dann im September 2020 ein Klimaschutzkonzept beschlossen, das eine CO2-Einsparung bis 2030 von mindestens 55 Prozent vorsah?« Auf Nachfrage habe die Koalition jetzt mitgeteilt, dass nun die Zielvorgabe von 70 Prozent, die das verschärfte Klimaschutzgesetz vorschreibt, bis 2030 erreicht würde. So wie die Koalition 2020 wenig ambitionierte Einsparziele beschlossen habe, so agiere sie auch jetzt weiter im Klimaschutz, urteilt die Grünen-Abgeordnete Dr. Ina Neher. Seien die vermeintlichen Erfolge dem Kreis bisher mehr oder weniger zugefallen, so würden die letzten 30 Prozent bis spätestens 2045 hart. Dreiviertel des Wärmebedarfs der Kreisgebäude (vor allem der Schulen) werde noch immer aus fossiler Energie gedeckt. »Wie will man davon wegkommen? Die Koalition lässt hier jeglichen Plan vermissen. Wir meinen, der Wetteraukreis soll im Klimaschutz seiner Vorbildfunktion gerecht werden und schneller größere Einsparungen erreichen, als die vom Bund vorgegebenen Mindestziele«, so die Grünen.

Klimaschutz habe für die Koalition keine Priorität. Das Thema werde lediglich verwaltet, sagt Michael Rückl, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag.

Positiv aufgefallen sei das Vorhaben der Koalition, den Fuhrpark der Kreisverwaltung nach und nach auf elektrische Antriebe umzustellen und Ladesäulen zu bauen. »Genau das hatten die Grünen im vergangenen Sommer beantragt«, erinnert Zebunke. Die Koalition lehnte damals ab. »Wahrscheinlich weil die falsche Fraktion etwas Richtiges vorgeschlagen hatte.«

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