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»Ladenhüter als Neuerungen verkauft«

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (pm). »Erneut laden der hessische Verkehrsminister Al-Wazir und der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Knut Ringat, zur Präsentation ein und stellen die Fakten völlig verklärend dar«, schreibt der Fahrgastverband Pro Bahn in einer Pressemitteilung.

Die Situation der Investition in die Schiene sei katastrophal bis desaströs. Als Beispiel nennt der Pro Bahn: Bei dem Start des Ausbaus der Bahnstrecke Frankfurt-West-Bad Vilbel Ende 2016 sei vorausgesagt worden, dass mit Ende des ersten Abschnitts unmittelbar der zweite Abschnitt Bad Vilbel-Friedberg zur Baureife gebracht sei und die Gesamtstrecke Ende 2027 in Betrieb gehen könne. »Nun ist festzustellen, dass der erste. Abschnitt erst Ende 2023 fertig wird und nach aktuellem Stand die Bauzeit für den zweiten Abschnitt von 2025 bis 2032 vorgesehen ist.«

Noch dramatischer sei die Lage, wenn man bedenke, dass der Ausbau ursprünglich im Jahr 2000 abgeschlossen sein sollte. Mangelhaftes politisches Management wirft der Pro Bahn insbesondere bei der Reaktivierung von Bahnstrecken vor.

Fortwährende Verzögerungen

Al-Wazir stelle seit Jahren die Situation so dar, als seien erst in seiner Amtszeit seit 2014 die Reaktivierungsprojekte der Horlofftalbahn (Wölfersheim-Hungen) und Lumdatalbahn (Lollar-Londorf) entstanden. »Fakt ist, es handelt sich um Ladenhüter, welche teils seit 40 Jahren durch Bürgerinitiativen offensiv eingefordert werden«, unterstreicht der Fahrgastverband.

Vielmehr komme es fortwährend zu Verzögerungen. Eine ursprünglich für um das Jahr 2020 ins Auge gefasste Inbetriebnahme beider Strecken sage aktuell frühestens das Jahr 2026 für die Horlofftalbahn und das Jahr 2029 für die Lumdatalbahn voraus. Eine Finanzierungsabsicherung sei bislang nicht gewährleistet. Als Zwischenfazit stellt Pro Bahn Hessen fest, »dass fehlende Kompetenz von Politik und Verwaltung sowie mangelnde Kenntnisse der verkehrspolitischen Neuzeit, vor Ort dazu führen, dass Reaktivierungsideen zerredet werden, teilweise in Gefälligkeitsgutachten nach völlig überalterten Kriterien niedergerungen werden«.

Das Landesverkehrsministerium schweige, anstatt durch Rechtsänderungen das Thema des Ausbaus des Schienennahverkehrs komplett zur Ländersache zu machen, kritisiert Pro-Bahn-Landesvorstandsmitglied Bernd Rohrmann

Das Fazit des Fahrgastverbands: »Minister Al-Wazir und RMV-Chef Ringat lassen sich seit Jahren mit alten Projekten und abgegriffenen Floskeln in der Öffentlichkeit feiern.«

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert die Landesregierung, den Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn dazu auf, »endlich mit wahrhaftigen Darstellungen an die Öffentlichkeit zu treten«, heißt es in der Presserklärung abschließend.

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